Wieder Ausschreitungen in Benidorm

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Ein Nationalpolizist schlägt auf einen Mann mit Kind ein, der nicht rechtzeitig die Straße räumte. Foto: privat

Benidorm – mar. Nach dem Sieg der „Three Lions“ über Schweden (2:0) bei der WM am Samstag feierten nach Polizeiangaben 8.000 bis 12.000 Menschen in Benidorm, vornehmlich in der sogenannten Zona guiri in Rincón de Loix. Die Nationalpolizei rückte mit über einhundert Mann an, um die Calle Mallorca und anliegende Straßen für den Verkehr zu räumen. Dabei kam es zum Einsatz von Knüppeln gegen angetrunkene Fußballfans, die sich den Anweisungen widersetzten.

Augenzeugen berichten indes auch von teils planlosem, nervösem und unprofessionellem Verhalten der Einsatzkräfte, das ohne Not zur Eskalation beigetragen hätte. Auf einem Handyvideo wurde festgehalten wie ein Polizist auf die Beine eines Mannes einschlägt, der ein Kind auf seinen Schultern trägt (siehe Abbildung).

In der Zona guiri kam es bereits in der Vorwoche zu Ausschreitungen nach dem Achtelfinalspiel des englischen Teams, bei dem unter anderem einem Unbeteiligten die Windschutzscheibe demoliert wurde.

Die Stadtverwaltung hat nach einer Folge von Ereignissen erhöhte Überwachungs- und Sicherungsmaßnahmen für das Gebiet angeordnet. Mittwochnacht forderte eine Schießerei im Drogenmilue mitten im Barviertel drei Verletzte. Am gleichen Tage wurde auch ein bekannter britischer Humorist brutal zusammengeschlagen, als er Frauen vor einer Gruppe aufdringlicher Landsleute in einer Bar in Schutz nehmen wollte. Er liegt seitdem im künstlichen Koma.

Der „Sauftourismus“ in Benidorm wird jedes Jahr aufs Neue kritisiert, es ändert sich aber nichts. Die großen Hotelketten verkaufen ihre Kapazitäten vornehmlich an britische Reiseveranstalter, für die einzig die Auslastung zu zählen scheint.

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3 KOMMENTARE

  1. Entsetzlich das Auftreten der englischen Hooligans. Die Polizei sollte aber auch nicht grundlos prügeln und schon gar nicht Väter mit ihrem Kind auf dem Arm. Gegen den Beamten sollte ermittelt werden!
    Die prügelnden „Landsleute“ des Humoristen sollte man vor den Richter bringen, zu einer angemessenen Strafe verurteilen und Spanienverbot erteilen.

  2. Kein Wunder !!
    Wenn man eben seit Jahren nur auf Quantitativen Tourismus setzt, soll man sich ja nicht Wundern.
    Hier liegt der Knochen beim Hund.
    Leider können dieses Anrecht auf Proll Verhalten nicht nur die Briten in Benidorm für sich beanspruchen.
    Denken sie nur an unsere Teutonischen Landsleute wie die sich auf Malle und den anderen Saufmeilen verhalten.
    Aber Fakt ist,das hier in Benidorm, sich die Briten aufführen wie eine Bande Volltrunkener Affen.
    Auch wenn es leider von Seiten der Ordnungshüter vielleicht ein wenig Brutal wirkt, so müssen sie und haben auch das Recht dazu sich selbst vor diesem Pack zu Schützen.
    Wenn hier das Beispiel mit dem Mann mit Kind Huckepack aufgeführt ist, so sollte man doch erst mal Prüfen ob er nicht auch ein Fehlverhalten von ihm vorliegt, oder er mit der falschen Gruppe dort war.
    Die Hotelgruppen und Hoteleigentümer in Benidorm sind selbst Schuld wenn sie Jahr für Jahr diesen Fehler mit den Sauftouris machen, genau so wie die anderen Weltweit.
    Benidorm ihr Aktivurlaub an der Costa Blanca !!! Morgens Saufen, Abends Raufen !!!

  3. Ich habe das Video gesehen. Es ist unter dem Titel „England Fans clash with police in Benidorm“
    auf YouTube zu sehen.
    Der Mann steht am Straßenrand und wird m.E. grundlos geschlagen. Von Gewalt die von den Fans
    ausgeht ist überhaupt nichts zu sehen.
    Darüberhinaus empfinde ich es als beunruhigend, einen spanischen Polizisten mit einer Langwaffe, mutmaßlich zum Verschießen von Gummigeschossen, gesehen zu haben.
    Solche Waffen gehören nicht in die Hände von Polizisten, deren Land EU-Mitglied ist.

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