Wo der Kunde König ist

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Manfred Schwarting, Konsulin Sandra Wassong und Honorarkonsulin Dorothea von Drahosch Sannemann. Foto: M. Allhoff

Michael Allhoff – Orihuela Costa. Die Fahrt zu einer ersten Konferenz mit deutschsprachigen Residenten führte die Honorarkonsulin der Bundesrepublik Deutschland in Alicante, Rechtsanwältin Dorothea von Drahosch Sannemann, und Konsulin Sandra Wassong gen Süden nach Orihuela Costa. Über 60 Zuhörer erfuhren am Mittwoch im Vortragssaal des Restaurants Asturias Neuigkeiten zur Arbeit der deutschen Vertretungen in Spanien. Zu der Veranstaltung hatten Manfred Schwarting und Norbert Ellmers von der Vereinigung DTOC-Silberlocke eingeladen.
Nach dem jüngsten Umzug des Honorarkonsulats in ein neues Büro gegenüber vom Corte Inglés in Alicante und den dadurch verursachten längeren Wartezeiten für amtliche Bescheinigungen zeigten sich die Vertreterinnen des Bürgeramts für Deutsche im Ausland zufrieden mit der laufenden Kundenberatung. Personell sei das Honorarkonsulat gut besetzt. Termine für die Beantragung von Reisepässen oder die Beglaubigung von Dokumenten könnten den Antragstellern nun zeitnah gegeben werden.
Voraussetzung: ein Internetzugang. Über www.spanien.diplo.de ließen sich im Vorfeld bereits die meisten der Fragen klären. „Zu den meisten Anträgen finden Sie online ausführliche Merkblätter“, informierte Konsulin Wassong. Unter V 965 118 070 erreiche man die Mitarbeiter zwar auch von 8.30 bis 10 Uhr. „Doch bei rechtlich relevanten Themen empfiehlt es sich“, so die Konsulin, „dass die Angelegenheit vorher in einem Gespräch geklärt wird. Geplant sei zudem, den Internetauftritt aller deutschen Vertretungen in Spanien zu modernisieren und zu vereinheitlichen. Die deutschen Auslandsvertretungen, so hieß es, arbeiten daran.
„Wissen Sie von der Deutschenliste?“ fragte Honorarkonsulin von Drahosch in den Raum hinein. Gespanntes Schweigen. Wer in Spanien lebe und arbeite, so die Honorarkonsulin weiter, könne sich freiwillig auf der Homepage des Generalkonsulats in Barcelona eintragen. Dies sei hilfreich, um mit den Deutschen im Amtsbezirk direkt in Kontakt treten zu können. Aus Reihen der Teilnehmer wurde der Wunsch geäußert, die Deutschenliste auf der Webseite möglichst einfach auffindbar zu machen.
Dass Detailfragen zu Erbrecht oder Führerschein in Spanien nicht ausbleiben würden, war abzusehen. Stichwort Führerschein: Einigkeit herrschte im Publikum, dass es „eine eindeutige Ungleichbehandlung“ sei, wenn die Bevollmächtigung, 7,5-Tonner zu fahren, im Zuge der Umschreibung des deutschen auf den spanischen Führerschein wegfalle.
Bei ihrem Vortrag sprachen die Konsulatsvertreterinnen meistens von Kunden, weniger von Bürgern. Der Grund? Konsulate im Ausland sollen „bürgernah und kundenorientiert“ Dienstleistungen erbringen, hieß es. So könne es schon mal vorkommen, dass man statt des Wortes Bürger von Kunden spreche.

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