Zehn Jahre danach

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Blick vom Puig Campana aus: Die Flammen fraßen sich über 1.000 Hektar bis fast auf den Gipfel. Fotos: Ángel García

La Nucia – fin. Windböen von bis zu 132 Stundenkilometern sorgten am Wochenende in der gesamten Provinz für über 70 Feuerwehreinsätze. Der Sturm entfachte vier Feuer, es brannte in Alicante, Mutxamel, Callosa d’en Sarrià und Polop de la Marina. Kleinere Feuer, die die Bomberos recht schnell unter Kontrolle hatten – bis auf den in Mutxamel, der zehn Stunden lang loderte – und am Montag war die Welt wieder in Ordnung.

Katastrophe vor zehn Jahren
Ähnliche Wetterverhältnisse sorgten vor zehn Jahren, ebenfalls an einem Wochenende, für ein ganz anderes Schadensausmaß. Bei dem Sturm am 24. und 25. Januar 2009 fiel in Aigües de Busot eine Mauer über einem Mann zusammen und erschlug ihn. In Callosa d’en Sarrià stürzte eine 45-jährige Frau womöglich wegen der Orkanböen von ihrem Balkon und erlag Stunden später ihren Verletzungen. Dazu Sachschaden in Millionenhöhe an Privat- und öffentlichen Gebäuden und 22 Brände.
Der schlimmste vernichtete über 1.000 Hektar Kiefernwald rund um den Puig Campana, einen Großteil davon auf Gemeindegebiet von La Nucía im Gebiet Copet. Drei Strommasten waren umgestürzt, wahrscheinlich entfachte der Funkenflug das verheerende Feuer. Die Bewohner von 20 Siedlungen mit rund 14.000 Häusern mussten ihre Wohnungen verlassen, in Finestrat waren weitere 170 Häuser betroffen, das Feuer wütete auch auf dem Gemeindegebiet von Polop, Benidorm und L’Alfàs del Pi. 68 Bewohner der Seniorenresidenz Montebello mussten ihre Apartments räumen, 15 Prozent von La Nucías Gemeindefläche verbrannten. Der starke Wind verhinderte am Samstag den Einsatz von Flugzeugen, erst nach fünf Tagen galt das Feuer als gelöscht.
Zehn Jahre später ein Streifzug durch das betroffene Gebiet: Die Strommasten, die der 120 Stundenkilometer starke Wind damals umfegte, stehen längst wieder, direkt darunter verläuft eine Schneise, die offenbar von Gestrüpp freigehalten wird. „Dazu sind die Betreiber aus Brandschutzgründen verpflichtet“, weiß Toni Pellicer. Er arbeitet als Umwelttechniker für die Verwaltung des Naturparks Sierra Helada, die auch für das Naturschutzgebiet Puig Campana-Ponoig zuständig ist, in dem der Brand seinerzeit wütete.

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