Zwiespältiges Vergnügen

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Lukratives Geschäft: Die Glücksspiel-Salons sprießen seit einigen Jahren fast wie Pilze aus den Böden. Fotos: J. Nieto/E. Albiol

Spanien – jan. Die Spanier haben eigentlich schon immer einen besonders starken Hang zum Glücksspiel gehabt. Man muss sich nur mal vor Augen halten, wie viele verschiedene Lotterien es hierzulande gibt, zum Teil mit täglichen Ziehungen, welche Einnahmen Sonderziehungen wie die traditionelle Weihnachtslotterie generieren, oder auch welch großen Zulauf die Annahmestellen haben. Von einem solchen Kundenverkehr können umliegende Geschäftsinhaber oder Cafébetreiber zumeist nur träumen.
Die einst in nahezu allen Kneipen stehenden Geldspielautomaten oder auch die Bingo-Salons, die sich in früheren Zeiten einer großen Beliebtheit erfreuten, haben auch schon immer Spielsüchtige hervorgebracht. Das Ausmaß blieb bis vor einigen Jahren indes noch in einem relativ normalen Rahmen. In der kollektiven Wahrnehmung wurde das Problem zumindest nicht als besonders alarmierend empfunden.
Mit dem jüngsten Boom der Spielcasinos und dem stetig wachsenden Angebot an Online-Anbietern von Glücksspielen und Sportwetten hat sich dies jedoch geändert. Jene Experten, die sich mit dem Phänomen intensiver auseinandersetzen, ziehen bereits Vergleiche zu den frühen 1980er Jahren als durch den ausufernden Drogenkonsum quasi eine Generation verlorenging. Für sie sind die heutigen Glücksspiele das Pendant zum Heroin von damals.

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