Sklaverei im Jahr 2020

Alicante: Menschenhandel boomt während der Coronavirus-Krise in Spanien

  • vonStefan Wieczorek
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Immer mehr Frauen, Männer und Kinder werden in Spanien als Ware missbraucht. Die Corona-Pandemie hat den Menschenhandel auch in Alicante verstärkt. Was die moderne Sklaverei mit unserem Konsumverhalten zu tun hat, und wie man sie bekämpft.

  • Am Welttag gegen Menschenhandel warnen NGOs in Spanien vor dessen Zunahme in der Corona-Krise.
  • 2015 bis 2018 nahm der Menschenhandel in Europa um 44 Prozent zu - auch wegen der Flüchtlingswelle.
  • Aktivist und Forscherin aus Alicante mahnen: Nur gesellschaftlicher Wandel kann Menschenhandel beenden.
  • Anzeige bei Nationalpolizei in Fällen von Menschenhandel (auch anonym): 900 10 50 90, trata@policia.es

Alicante - August 2020. Der Sommerschlussverkauf in Spanien läuft. Im Sonderangebot gibt es an der Costa Blanca derzeit alles. Auch Menschen: Ob als Lustobjekt, billige Arbeitskraft oder zum Betteln. Der Menschenhandel boomte in den vergangenen Jahren bereits in Europa, und gerade in Spanien. Doch die Coronavirus-Pandemie - davor warnen zahlreiche NGOs - hat der Ausbeutung von Frauen, Männern und Kindern zusätzlichen Auftrieb gegeben. Der internationale Tag gegen den Menschenhandel, 30. Juli, ist ein Anlass, um diese düstere Seite unserer Gesellschaft zu beleuchten.

Menschenhandel in Spanien: Prostitution und Zwangsarbeit nimmt während Corona zu

Im obigen Video sehen Sie, wie die Nationalpolizei in Alicante Opfer des Menschenhandels befreite. Frauen ohne Papiere und Spanisch-Kenntnisse wurden isoliert und zur Prostitution gezwungen. Eine Nigerianerin häufte 35.000 Schulden bei den Peinigern an. Aus den sexuellen Kontakten wurde sie fünfmal schwanger und zu Abtreibungen gezwungen. Die kriminelle Organisation war darauf spezialisiert, Opfer nach Europa zu locken. Viele starben auf der Fahrt oder wurden getötet, wenn sie Widerstand leisteten. Erst als sich eine Frau dazu entschloss, Hilfe bei einer NGO in Alicante zu suchen, konnte diese den Kontakt zur Polizei vermitteln.

Ware des Menschenhandels: Die Gesellschaft macht mit.

Was ist Menschenhandel? Laut Vereinten Nationen (UN) die „Anwerbung, Beförderung, Verbringung, Beherbergung oder Aufnahme von Personen durch (...) Gewalt oder andere Formen der Nötigung (...) zum Zweck der Ausbeutung.“ Unter sexuelle Ausbeutung falle Prostitution wie andere Formen inklusive Pornografie, erklärt die Nationalpolizei in Alicante. Bei Kindern zähle sexuelle Ausbeutung auch ohne Gewaltanwendung zum Menschenhandel. Neben sexueller Ausbeutung nennt die UN „Zwangsarbeit, Zwangsdienstbarkeit, Sklaverei oder sklavereiähnliche Praktiken, Leibeigenschaft oder die Entnahme von Organen“.

Alle genannten Formen des Menschenhandels kommen in Spanien vor, sagen Hilfswerke und Nationalpolizei. Die Tendenz steigt in der Coronavirus-Krise besorgniserregend. Die Gewalt der Peiniger gegen die Opfer habe im Lockdown zugenommen, warnen NGOs, die mit Betroffenen in Kontakt stehen. Zugleich hätten die harten spanischen Corona-Sicherheitsvorkehrungen die Opfer des Menschenhandels stärker isoliert. In Sozialen Netzwerken hätten Kriminelle noch mehr - gerade minderjährige - Opfer gelockt als sonst. Alarm schlagen nun Hilfsorganisationen wie Educo, Manos Unidas oder Save the Children,.

Aktivistin: Spanien weist im Umgang mit Menschenhandel "schwere Mängel" auf

Eine neue Kampagne „También es trata“ - „auch das ist Menschenhandel“ - der Hilfswerke Proyecto Esperanza und SICAR cat zielt auf Formen der Ausbeutung ab, die vielen Bürgern nicht unbedingt bekannt sind, etwa die Zwangsarbeit im Haus, erzwungene Teilnahme an kriminellen Taten oder die Zwangsehe. Bei letzterer sind zu hundert Prozent Mädchen und Frauen die Opfer. „Die Politik in Spanien weist im Umgang mit Menschenhandel schwere Mängel auf, die den Zugang betroffener Frauen zu ihren Rechten erschweren“, mahnt für SICAR cat Rosa María Candón an. (Tweet: Kampagne "También es trata")

Sechs von zehn Opfern des Menschenhandels würden für sexuelle Zwecke missbraucht, erklären einige Hilfsorganisationen. Eine neue Statistik spricht von 18 Prozent und sieht die Zwangsarbeit gar auf Platz eins der Formen der Ausbeutung von Frauen, Männern und Kindern. Eines ist sicher: Immer noch fehlt in Spanien eine einheitliche Strategie gegen den Menschenhandel, Das mahnte auch die Gewerkschaft UGT zum Aktionstag am 30. Juli an, und bezog sich hierbei vor allem auf Ausbeutungsformen, die in Coronavirus-Zeiten offensichtlich wurden, wie die sklavenartige Arbeit im Haushalt oder auf Feldern als Erntehelfer.

Menschenhandel, die Sklaverei des 21. Jahrhunderts - Der Bettler in Alicante

Sprung in eine belebte Einkaufsstraße in Alicante: Alles voller Menschen, darunter Berti*. Seit Jahren sieht man ihn hier, nur in der Coronavirus-Krise verschwand er für einige Zeit. Nun ist er wieder da, unter seiner Maske schwitzend. Nicht, weil er einkauft. Er bettelt. Etwas über ihn zu erfahren ist schwierig. Sein Spanisch ist schlecht, er wirkt verwirrt. Allein ist er aber nicht. Andere Bettler oder Straßenkünstler berichten, dass wenn sie ihm zu nah kommen, sie von Unbekannten bedroht würden. Denen gebe Berti sein gesammeltes Geld. Wir fragen ihn disket. Nach einigen Versuchen gibt Berti Antwort.

„Das Geld muss ich abgeben. Sonst gibt´s Schläge“. Bertis Sprache wird plötzlich klarer, Gefühle regen sich in seinem Gesicht. „Vor drei Jahren brachte mich eine Frau nach Spanien. Ich wollte Geld verdienen, es meinen Eltern schicken. Doch die Frau ist eine Prostituierte. Und geschickt habe ich in mein Land bis heute nicht ein Brot.“ Geschichten wie die kennt Pablo Domínguez zu gut. Im kirchlichen Hilfswerk Asti, für Migranten in irregulären Situationen an der Costa Blanca, leitet er den Bereich Trata de seres humanos – Menschenhandel. „Die Sklaverei des 21. Jahrhunderts ist hier in Alicante in vielen Formen präsent“, sagt er.

Menschenhandel in Alicante: Auch Bettler betroffen, Bürger schauen weg.

Land des Menschenhandels: Spanien in Europa Nummer eins in Nachfrage nach Prostitution

Die Opfer des Menschenhandels in Alicante seien ausgegrenzte oder geistig schwache Menschen aus ärmeren Ländern. „Ihre Verletzlichkeit wird ausgenutzt, es werden Versprechen gemacht. Beteiligt ist oft eine Kette aus Tätern, von denen einige zugleich Opfer sind“, so Domínguez. Betroffen seien Bettler, Aushilfen in Läden oder Häusern. „Meist sind es aber sexuell ausgebeutete Frauen. Vor allem hier: Spanien ist das Land Europas mit der höchsten Nachfrage nach Prostitution.“ Die Vorstellung, die Kunden seien nur „alte, eklige Männer“ sei falsch. „Der Konsum geht quer durch die Alters- und Gesellschaftsgruppen.“

Domínguez beunruhige die zunehmende Popularität der Prostitution unter Jugendlichen. „Es gibt den Trend, dass Freunde Geld sammeln, von dem jede Woche einer ins Bordell geht.“ Bei Schulkampagnen stellte er fest, „dass es schwer ist, Schülern klar zu machen, dass es sich bei einer puta, Hure, in erster Linie um eine Frau handelt – einen Menschen, der Respekt verdient.“ Doch die ganze Gesellschaft schaue weg. Der Grund sei die heutige Mentalität des Konsumierens und Wegwerfens. „Das Prinzip wenden wir auch auf Beziehungen an, konsumieren einander. Werden Menschen ausgebeutet, fällt uns das nicht groß auf.“

Ich, ein Opfer vom Menschenhandel? Drohungen und Schulden verbauen Auswege

„Unsichtbar“ würden Opfer vom Menschenhandel nicht nur für die Augen der Gesellschaft, sondern auch für ihre eigenen. „Opfer sehen sich oft nicht als solche“, benennt der Aktivist aus Alicante ein großes Problem bei der Bekämpfung des Menschenhandels. „Dafür gibt es Gründe: Sie bekommen von den Tätern Nahrung und Kleidung. Gesagt wird, ihnen werde Gutes getan. Gegen andere wird Misstrauen geschürt, auch gegen die Polizei.“ Hinzu kämen Drohungen und ein Finanzsystem, das die Opfer hörig mache. „Für den Transport nach Europa müssen sie Schulden begleichen. Wenn sie protestieren oder fliehen wollen, werden diese erhöht.“

Für Opfer des Menschenhandels: Pablo Domínguez und kirchliches Hilfswerk Asti aus Alicante.

Einige Betroffene vom Menschenhandel sähen aus Ehrgefühl nicht ein, Opfer zu sein. „Sie reden sich ein, sie hätten eine reguläre Arbeit. Anderen bleibt nichts anderes übrig. In ihrer Heimat ist ihr Schicksal bekannt. Man würde sie daher verstoßen.“ Was die Täter genau wüssten. „Es sind meist Landsleute, oft Familienangehörige.“ Mit Behutsamkeit tasten sich NGOs wie Asti an die Opfer heran. Druck üben sie auf Politik und Gesetzgebung aus. Die sich langsam bewegen. 2010 nahm Spanien den Menschenhandel ins Strafgesetzbuch auf. In den Staatspakt gegen häusliche Gewalt nahm das Parlament auch den Menschenhandel auf.

Menschenhandel: „Wo keine Nachfrage, kein Angebot“ - Aber soll man Bettlern Geld geben?

Wie soziales Engagement gegen den Menschanhandel aussehen kann, zeigte in jüngerer Vergangenheit die Zeitung „El País“, die erklärte, auf Annoncen mit Prostitution zu verzichten. „Vor allem gilt aber: Wo keine Nachfrage ist, ist auch kein Angebot. Angesprochen ist also jeder von uns“, betont Domínguez. Die CBN fragt, ob man somit auch Bettlern kein Geld geben sollte. „Diese Frage stellen sich ganz viele Menschen. Empfohlen wird, keines zu geben. Die Alternative ist aber nicht, gleichgültig vorbeizugehen. Man kann stattdessen versuchen, eine Beziehung zu den Bettlern herzustellen.“

Ein menschlicher Umgang könne Opfern die fehlende Würde zurückgeben – und Tätern ein psychisches Druckmittel entziehen. „Es sind aber immer sehr lange Prozesse, bis Opfer eine neue Existenz aufbauen können.“ Glückliche Ausgänge seien aber möglich. „Wir kennen frühere Betroffene, die in Madrid heute als Stewardessen arbeiten.“ Seinen Job in Alicante hätte Domínguez einst nicht für möglich gehalten. „Ich studierte Anthropologie, dachte, Menschenhandel gebe es nur in der Dritten Welt. In Nicaragua war ich zwei Jahre genau in dem Bereich tätig, half Opfern. Als mich Asti hier für das Thema verpflichtete, war ich überrascht.“

Menschenhandel in EU seit 2015 um 44 Prozent gestiegen, Opfer auch auf Flüchtlingsbooten

Seit einigen Jahren steige die „moderne Sklaverei“ in Spanien durch die neuen Migrationsströme aus Krisenregionen Asiens und Afrikas. „Auch auf Flüchtlingsbooten kommen Opfer. Viele Frauen aus Nigeria zum Beispiel. Oder denken Sie an die vielen Minderjährigen, die 2016 in Deutschland verschwanden. Wir befürchten, sie werden sexuell ausgebeutet.“ Dasselbe befürchtet auch der EU-Expertenrat zum Menschenhandel GRETA. Zwischen 2015 und 2018 habe der Menschenhandel in Europa um 44 Prozent zugenommen. 2018 habe es in 46 Staaten 15.310 Opfer gegeben. (Video: Migranten 2020 als Weinleser ausgebeutet)

Doch der Menschenhandel in Spanien hat historische Wurzeln. Darauf macht die Genderforscherin Lydia Delicado von der Uni Alicante (UA) aufmerksam. In ihrer Doktorarbeit studierte sie die Versklavung und Prostitution von Afrikanerinnen in Alicante ab dem 16. Jahrhundert. „Der Menschenhandel funktioniert bis heute mit ähnlichen Parametern. Selbst die Routen, vom Nigerdelta an der Westküste Afrikas, sind ähnlich“, erklärt Delicado. „Und fast alle Opfer der sexuellen Ausbeutung - von Prostitution über Zwangsehe, Striptease, Massagesalons, Produkte der Sexindustrie - sind Frauen.“

„Das Prinzip des Konsumierens und Wegwerfens wenden wir auch auf menschliche Beziehungen an, konsumieren einander geradezu. Werden also Menschen ausgebeutet, fällt uns das nicht groß auf.“

Pablo Domínguez (Hilfswerk Asti aus Alicante)

Menschenhandel in Alicante: Verletzende Männerprofile, Frauen als Werkzeug zur Befriedigung

Der heutige Menschenhandel basiere auf „geoplolitischen, ökonomischen, neokolonialen und kulturellen Faktoren, die Frauenarmut fördern und für Kriminelle zur Plattform werden, um mit Körpern Geld zu machen“, erklärt die Genderforscherin. Doch Schuld sei eben nicht nur ein abstraktes globales System. „Menschenhandel wäre nicht möglich, wenn es nicht eine Gesellschaft gäbe, die Ungleichheit bejaht, in der Männer den Menschenhandel durch Zuhälterei oder Konsum finanzieren.“ Für ihre Doktorarbeit war Delicado drei Monate lang freiwillige Helferin der mobilen Einheit des Roten Kreuzes für Prostituierte.

„Ich entwickelte eine Karte und stellte fest, wie unsichtbar Opfer des Menschenhandels in Alicante sind: Frauen, die offiziell nicht da sind, auf der Straße aber sehr wohl.“ Die Erfahrung habe Delicado „sehr hart“ getroffen. „Jede Nacht fragte ich mich, wie Männer Lust so durch Macht ausleben können. Ich traf auf sehr verletzende Männerprofile, die wir dringend angehen müssen. Es kann keine gerechte Gesellschaft geben, wenn Prostitution existiert: Eine Institution, die Unterdrückung und Armut fördert, und Männer dazu bringt, Körper von Frauen als Werkzeug zum Ejakulieren zu gebrauchen.“ (Grafik: Routen des Menschenhandels)

Genderforscherin: „Gerechte Gesellschaft würde Menschenhandel nicht akzeptieren“

Die Genderforscherin aus Alicante weiter: „Ich beobachtete Männer verschiedener Alter und Schichten. Auch sah ich die Härte der Zuhälterei. Wie Frauen Raub und Gewalt erleiden. Wie sie sieben Tage die Woche da stehen müssen und ihnen danach das Geld abgenommen wird.“ Delicado prangert eine „Kultur der Prostitution“ an, die sich seit Jahrhunderten fortenwickelt und normalisiert habe - „bis zur Legalisierung der Prostitution in westlichen Ländern.“ Das Konsumieren weiblicher Körper habe sich „banalisiert“. „Eine pädagogische Rolle spielt die Pornografie schon für Minderjährige“, beklagt Delicado.

Den Menschenhandel bestärke der globale Kapitalismus, „mit mächtigem Marketing und gewaltigen Summen in der sexuellen Industrie“. Nötig seien „Strukturen, die Zuhälterei verfolgen und das Konsumieren von Frauen verhindern - sowie neue Formen des Mannseins, die dies nicht als Freizeitaktivität ausleben“. Für Opfer müssten Hilfsangebote finanziert werden. Armut und Diskriminierung von Frauen zu stoppen sei „eine globale Verpflichtung auf allen Ebenen“. Delicado: „Eine gerechte Gesellschaft würde den Menschenhandel nicht akzeptieren. Weil er gegen die Rechte von Freiheit und Menschsein verstößt.“

Genderforscherin Lydia Delicado: Sexuelle Ausbeutung von Frauen an der Wurzel packen.

Menschenhandel: Nationalpolizei in Spanien mit Sondereinheit, Anzeige auch anonym möglich

Immerhin werde in Spanien die Schulung von Beamten für die Erkennung von Opfern des Menschenhandels mittlerweile sehr ernst genommen und europaweit durch Interpol koordiniert, erklärte der CBN die Nationalpolizei in Alicante. Deren Einheit gegen Netzwerke für illegale Immigration und Dokumentenfälschung (Ucrif) sei seit einigen Jahren mit einer Sondereinheit für Menschenhandel (Trata de Seres Humanos) ausgestattet. Zu deren Aufgaben gehöre, neben der Fahndung nach Tätern auch Opfer von der Notwendigkeit einer Anzeige zu überzeugen. Ohne die seien Festnahmen oft nicht möglich.

Lobend äußerte sich die Nationalpolizei in Alicante über Sensibilisierungskampagnen. Die hätten das Bewusstsein für das Leid der Opfer vom Menschenhandel erhöht. Zunehmend erstatteten auch Kunden von Prostituierten per Telefon oder E-Mail gegen Täter anonym Anzeigen (900 10 50 90, trata@policia.es), und machten damit Schläge gegen Banden möglich. Beispiel aus Santa Pola: Ucrif nahm zwei Frauen und zwei Männer aus Ungarn fest, die eine Landsfrau zur Prostitution gezwungen hatten. Die Bande stand kurz davor, weitere Frauen für die sexuelle Ausbeutung nach Spanien zu bringen – aus Deutschland.

Die Nationalpolizei in Spanien hat eine Sondereinheit gegen Menschenhandel.

Menschenhandel: Bande missbrauchte Opfer in Murcia und Alicante zum Betteln

In einem anderem Coup sprengte die Nationalpolizei eine Bande aus Bulgarien, die Menschenhandel betrieb. Fünf Verwandte, Männer und Frauen, hatten die prekäre Situation von Landsleuten ausgenutzt, schleppten sie nach Spanien, nahmen ihre Papiere weg und zwangen sie in Murcia und Orihuela zum Betteln. Doch nicht immer klappt die Hilfe. Seit 2017 informierten wir die Nationalpolizei und die NGO Asti wiederholt über Berti, der noch heute auf seiner Straße hockt. Als wir ihn treffen, steckt ihm ein Vorbeigehender ein Brot zu. Berti greift lustvoll danach, sagt aber: „Zu Essen habe ich genug. Was mir fehlt, ist ein Leben.“

* Bertis richtiger Name ist der CBN bekannt. Anzeige gegen Menschenhandel bei der Nationalpolizei unter 900 105 090 oder trata@policia.es. Kontakt Asti: 965 128 284 und www.astialicante.org

Rubriklistenbild: © Proyecto Esperanza

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