Ein lila gefärbtes Gemälde zeigt eine Frau im Sitzen mit Fernrohr und Globus.
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Alicante sucht Geografinnen - Uni will Gleichstellung in Wissenschaft.

Frauen in Spanien

Alicante sucht Geografinnen: Uni-Treffen für Anerkennung - Deutsche Forscherin als Vorbild

  • Stefan Wieczorek
    vonStefan Wieczorek
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Zum internationalen Tag der Frau in der Wissenschaft (11. Februar) stellt die Uni Alicante Geografinnen von heute und einst vor. Um Anerkennung kämpfte etwa die Deutsche Martha Krug-Genthe vor 100 Jahren. Doch nicht einmal ihr Geburstag ist bekannt.

Alicante - Dass Wissenschaften im Wesen weiblich sind, darauf lässt die Grammatik schließen - ob es um die Informatik oder die Epidemiologie geht. Doch in der Praxis drängte sich die Männerwelt nicht nur in der Geschichte in die erste Reihe. Noch heute leiden Fachbereiche auch in Spanien am Mangel von Frauen. Doch das soll anders werden, meint die Geografie der Uni Alicante - und wirbt besonders Studentinnen an. Zur Anerkennung von Forscherinnen verhelfen soll ein „Encuentro científico de jóvenes geógrafas“ – Wissenschaftliches Treffen junger Geografinnen zum internationalen Tag der Frau in der Wissenschaft, 11. Februar.

Uni AlicanteUniversität in Spanien
Adresse:Adresse: Carr. de San Vicente del Raspeig, s/n, 03690 San Vicente del Raspeig, Alicante
Telefon: 965 90 34 00
Rektorin: Amparo Navarro

Alicante sucht Geografinnen: Uni-Treffen für Anerkennung - Online am 9. Februar

Laut obigem Video scheint die Gleichstellung von Frauen und Männern noch weit weg zu sein. Doch weder von solchen Prognosen noch von Rückschlägen wollen sich die Veranstalterinnen des Geografinnen-Treffens aufhalten lassen. Ursprünglich zum internatinalen Tag der Frau am 8. März 2020 vorgesehen, wurde die Geografie-Veranstaltung in Alicante wegen der Coronavirus-Krise lange verlegt. Nun findet sie am 9. Februar in einer kritischen Phase der Pandemie statt, nur online und nicht an der Uni. Dafür ist das Treffen aber so digital aufbereitet, dass es womöglich mehr Interessierte an der Wissenschaft erreicht.

Das ist gut so, denn die Geografie - die Wissenschaft, die Alexander von Humboldt mitbegründete - hat in letzter Zeit in Spanien und an der Costa Blanca an Anerkennung zugelegt. Ob extreme Wetterphänomene oder nun die Corona-Krise, sorgte der geografische Zugang an der Schnittstelle zwischen Umwelt, Klima und Gesellschaft immer wieder für wertvolle Impulse. Was alles in der Geografie steckt, zeigen auch die Spezialisierungen der Veranstalterinnen: Ob Biogeografin Ascención Padilla, Humangeografin Ana Espinosa, Geografie-Pädagogin Rocío Díez oder Expertin für feministische Geographie Lydia Delicado.

Alicante sucht Geografinnen: Deutsche Forscherin - Wer weiß mehr über Martha Krug-Genthe?

Obgleich der Titel „Wissenschaftliches Treffen junger Geografinnen lautet, sind natürlich Interessierte aller Alter und Geschlechts zum Treffen der Uni Alicante eingeladen. Zur Sprache kommen Chancen von Akademikerinnen der Geografie in der Arbeitswelt oder Anwendungsgebiete in teils überraschenden Bereichen von Architektur bis Wasserwirtschaft. Der Start erfolgt am 9. Februar um 16 Uhr unter diesem Link auf der Uni-Seite. Abgerundet wird die Veranstaltung mit der Ausstellung „Geógrafas y Ciencia“ zu Geografinnen in der Geschichte der Wissenschaft, zu finden im Erdgeschoss des Gebäudes der Geografie auf dem Campus.

Alicante: Geografinnen von heute zeigen Geografinnen der Geschichte.

Alles andere als einfach war die Zusammenstellung der historischen Persönlichkeiten, erklärt Geografin Ascención Padilla. Mangels Daten über Forscherinnen der Geschichte, sind einige Poster der Ausstellung an der Uni Alicante mit Lücken versehen. Vielleicht kann ja eine costanachrichten.com-Leserin oder ein -Leser Wissen zu Martha Krug-Genthe beisteuern. Von dieser Wissenschaftlerin ist nur bekannt, dass sie 1901 in Deutschland zu den ersten Geografinnen mit Doktortitel zählte, sie 1904 an einem Kongress in Washington teilnahm und zu Geografie an Schulen in den USA forschte - aber nicht einmal ein Geburtstdatum.

Alicante: Geografinnen wollen Anerkennung - In Führungspositionen keine Gleichstellung

Doch etwa Fanny Bullock Workman aus den USA wartet mit jeder Menge Informationen über sich auf. Zudem gibt es in der Ausstellung der Uni Alicante wegweisende Geografinnen aus Belgien, England, Irland oder Polen zu bewundern. Auch stellt eine Wand Zahlen zur Gleichstellung von Frauen in der Wissenschaft vor. Insbesondere in Führungspositionen ergeben sich weiter starke Kontraste zwischen Wisschenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Doch sollten Forscherinnen sich nicht entmutigen lassen, forderte 2020 etwa Emmanuelle Charpentier, die mit dem Nobelpreis 2020 den Alicantiner Francis Mojica hinter sich ließ.

Das Plakat zum Treffen der Uni Alicante bildet übrigens die „Allegorie der Geografie“ ab, gemalt vom Alicantiner Peyret Alcañiz (1785-1847). Und in einem Video der Uni Alicante von 2020 haben es die Geografinnen schon einmal geschafft, mit gleicher Anerkennung wie Männer repräsentiert zu sein. Einen Rundgang über den herrlichen Campus der Uni empfehlen wir übrigens gerade in Corona-Zeiten. Am Ententeich in der Nähe der Geografie gibt es Picknicktische zum Essen im Freien. Auch sind die Kantinen - anders als Restaurants und Bars im Land Valencia- weiter geöffnet.

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