Ein Beamter der Guardia Civil steht auf dem Boot und schaut aufs Meer, in dem ein totes Tier treibt.
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Vor Guardamar fischte die Polizei den toten Stier aus dem Meer.

Polizeieinsatz an Costa Blanca

Vor Alicante toter Stier im Meer - Polizei in Guardamar rätselt

  • vonStefan Wieczorek
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In der Nähe von Alicante fischt die Guardia Civil toten Stier aus dem Meer. Wurde er von einem Viehtransporter geworfen, wie in ähnlichen Fällen vor den Kanaren?

  • Ein toter Stier trieb vor Guardamar bei Alicante im Meer - Der Fund erinnert an ähnliche Fälle auf den Kanaren.
  • 2019 machten tote Rinder im Süden von Spanien Schlagzeilen - sie stammten wohl von Viehtransportern.
  • Das Entsorgen toter Tiere von Transportschiffen ist verboten - wird auf dem Mittelmeer aber oft praktiziert.

Guardamar - Im Süden von Alicante hat die Guardia Civil am 13. August im Meer einen schaurigen Fund gemacht. Zwei Meilen vor der Touristenstadt Guardamar trieb der Kadaver eines Stieres im Meer. Gegen 17 Uhr fischte das Boot der Polizeieinheit das tote Tier aus dem Wasser und lud es im Hafen von Guardamar ab, wo das Rathaus die Beseitigung des Kadavers übernahm. Laut den Beamten war der Stier stark verwest, trieb also lange tot auf dem Mittelmeer. Die Hintergründe des Fundes sind bisher ein Rätsel - aber die Costa Blanca erinnerte sich an ähnliche Fälle weiter im Süden von Spanien.

Toter Stier bei Alicante: Rätselhafter Fund im Meer erinnert an Kadaver vor Kanaren 2019

Tote Rinder im Meer tauchten auf den Kanarischen Inseln in den letzten Jahren öfters auf. Wie nun vor Guardamar, im Süden von Alicante, trieben etwa im März 2019 ein toter Stier vor Granadilla auf Teneriffa, und später noch weitere Rinder vor der Küste der Kanaren. Danach erklärte dort damals die Regionalregierung, dass die Rinder wahrscheinlich von einem Schiff für internationale Viehtransporte aus Südamerika stammten. Die Fälle zeigten eine durch internationale Gesetze verbotene, aber offenbar weit verbreitete Praxis: Stirbt ein Tier auf einem Massentiertransporter, wird es über Bord entsorgt.

Stammt das tote Stier im Meer vor Alicante also von einem der Schiffe, die in Massen Vieh aus Südamerika nach Europa oder Afrika transportieren? Das bleibt angesichts des stark verwesten Kadavers in Guardamar ein Rätsel. Die Kanaren sind 2.000 Kilometer weg. Allerdings macht der an die dortigen Fälle erinnernde Fund die Costa Blanca durchaus auf die harte Realität des Massentiertransports für die Fleischindustrie aufmerksam. Tausende Rinder werden auf riesige Transporter gedrängt, die man in spanischen Häfen, wo sie anlegen, nur "barcos apestosos" - "stinkende Schiffe" nennt.

Tote Rinder im Meer gibt es in Spanien öfters - Viehtransporter halten nicht in Alicante

Alicante liegt nicht auf der Route der Viehtransporter aus Südamerika. In Cartagena jedoch werden Rinder zum Export verschifft. Tierschützer klagen seit langem die Zustände auf solchen Transportschiffen an. Übrigens werden tote Tiere, die von solchen Schiffen stammen, in Spanien wohl öfter gefunden, als man meint. Hätten etwa im März 2018 die Windsurf-Stars Daida und Iballa Ruano - siehe „Cadena Ser“ - nicht das Foto einer toten Kuh am Meer in Gran Canaria auf Sozialen Netzwerken geteilt, wäre die Öffentlichkeit nicht auf sie aufmerksam geworden. In Guardamar machte die Guardia Civil den noch ungeklärten Fund bekannt.

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