Kleine Vulkan-Bucht in Altea
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Alteas Cala del Soio ist jetzt Naturschutzgebiet.

Umweltschützer siegen

Alteas schönste Strände: Cap Negret und Cala Soio sind jetzt Naturschutzgebiete

  • vonStella Kirchner
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Altea hat zwei neue Naturschutzgebiete: den Fossilienstrand von Cap Negret und die idyllische Vulkangestein-Bucht Cala del Soio. Umweltschützer hatten jahrelang protestiert und gegen einen kleinen Sportclub gekämpft, der in der Bucht Umbauten vornehmen wollte.

Altea - Spaniens Naturschützer haben sich durchgesetzt. Die zwei beeindruckenden Naturdenkmäler in Cap Negret in Altea, der Fossilienstrand und die malerische Vulkan-Bucht Cala del Soio sind nach Jahren des Protestes nun endlich Naturschutzgebiete. Das hat die Region Valencia am Freitag per Twitter bekanntgegeben. Insgesamt umfasst das neue Meeres-Naturschutzgebiet ein Gebiet von 10,76 Hektar, die von geologischem und klimawissenschaftlichen Interesse sind und weiter erforscht werden sollen.

Alteas älteste Strände: Über 225 Millionen Jahre Geschichte

An Forschungsgegenständen mangelt es in der frisch getauften Meeresschutzzone an der Costa Blanca nicht: Die charakteristischen schwarzen Steine der kleinen Soio-Bucht sind in Wahrheit ein 225 Millionen Jahre alter Vulkan, dessen Aktivität unter Wasser noch immer nachgewiesen werden kann. Leicht oberhalb der Bucht befindet sich der Fossilienstrand von Cap Negret, der zeigt, welche Lebewesen vor vielen Hunderttausend Jahren in der Bucht von Altea lebten. Neben der Geschichte kann sich aber auch die Flora und Fauna sehen lassen: Über 1.000 verschiedene Tier- und Pflanzenarten sind in dem kleinen Areal heimisch.

Wenn es nach Alteas Naturschützern und auch Umweltstadtrat José Orozco ginge, würde hier schon bald ein Museum entstehen, das die Geschichte und Beschaffenheit des Cap Negret erklärt und anhand von Beispielen vor Ort über den Klimawandel informiert. Doch bis 2023 beherbergt die Cala del Soio noch einen kleinen Sporthafen, denn so lange geht seine Konzession. Dieser hat bereits mehrfach den Versuch gestartet, die Bucht mit Baggern auszuheben, um die Einfahrt umzulenken - allerdings mit dem Versprechen, kein Vulkangestein zu zerstören. Anwohner beobachteten, dass die Firma ihren Versprechungen mitnichten nachkam und informierten das Rathaus und die Ortspolizei.

Alteas Naturschützer siegen: Geplante Bauarbeiten in La Olla bleiben blockiert

„Ich musste im Zusammenhang mit der Cala del Soio leider lernen, dass viele Dinge, die logisch erscheinen, trotzdem nicht umgesetzt werden“, sagt Alteas Umweltstadtrat den Costa Nachrichten auf die Frage hin, was mit den Bauarbeiten passieren wird. Er unterstütze die Forderung der Naturschützer, den Hafenbetrieb in der Bucht zu schließen und an einen ökologisch weniger sensiblen Ort zu verlagern, nun, da sie als Naturschutzgebiet klassifiziert ist. Bürgermeister Jaume Llinares hält sich ebenfalls bedeckt: „Der Protest der Alteanerinnen und Alteaner hat dafür gesorgt, dass die zerstörerischen Arbeiten an der Cala del Soio gestoppt wurden und sie werden es auch bleiben“, sagt Alteas Stadtoberhaupt kryptisch.

Per Urteil des Obersten Gerichtshofs hatte die Firma Vincelen 2006 SL. , die die Konzession für den kleinen Portet de l‘Olla innehat, sich seine Bauarbeiten genehmigen lassen, weshalb das Rathaus von Altea diese nicht verbieten kann. Die Stadt kann aber sehr wohl Verstöße gegen den Umweltschutz ahnden und damit die Durchführung künstlich in die Länge ziehen. Nicht einmal die Vergabe einer neuen Konzession kann die Stadt selbstständig verbieten, da diese vom Land Valencia ausgegeben werden. Doch nun haben Naturschützer und Rathaus mit dem Status als Landesnaturdenkmal, monumento natural, einen Trumpf in der Hand. Damit können diese Schmuckstücke, die sicher zu den ältesten geologischen Formationen der Costa Blanca zählen, endlich geschützt werden.

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