Naturschutz in Altea

Alteas idyllische Soio-Bucht: Umweltschützer siegen

  • vonStella Kirchner
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Altea hat es geschafft! Die idyllische Bucht Cala del Soio bei Cap Negret aus Vulkangestein ist Naturerbe. Umweltschützer protestierten lange gegen Bauarbeiten. 

Altea – Es ist vollbracht! Selten war sich Altea so einig wie im Fall der kleinen Vulkanbucht Cala del Soio bei Cap Negret, die der Konzessionär des dort ansässigen Sporthafens Portet am liebsten mit dem Bagger hätte umlegen lassen. Tausende Alteaner, Umweltschützer aus der Gegend sowie alle im Stadtrat vertretenen Parteien demonstrierten gegen das Vorhaben.

AlteaStadt in Spanien
Höhe61 m
Fläche34,43 km²
Provinz Provinz Alicante

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Den Plänen ein Ende setzte nun aber das valencianische Umweltministerium, indem es die schwarze Steinbucht mit dem danebenliegenden Fossilien-Strand am Donnerstag dieser Woche zum Naturerbe ernannte. Dieser Status verbietet weitere Bauarbeiten, die das wertvolle, Millionen Jahre alte Gestein (spanischsprachiger Link) beschädigen könnten. Die Umweltschützer hatten bereits angekündigt, Wache an der Bucht zu halten und die Firma Vincelon 2006 SL sofort bei der Polizei anzuzeigen, sollten die Arbeiten das über 225 Millionen Jahre alte Vulkangestein anrühren.  

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Das sofortige Ende der kommerziellen Nutzung der Soio-Bucht leitet der Beschluss der Landesregierung in Valencia aber trotzdem nicht ein. Denn bis einschließlich 2023 darf die Firma ihre Geschäfte in der kleinen Bucht in Altea machen, für dieses Recht hat sich die Firma sogar bis zu Spaniens Oberstem Gerichtshof (TS) geklagt. Dieser entschied auf Grundlage eines Papiers der valencianischen Landesregierung aus dem Jahr 2010, das dem Betreiber die „freie Nutzung über die Cala del Soio in Altea“ übertrug. 

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Mit Auslaufen der Konzession in drei Jahren wird der Sporthafen dann aber wohl doch Geschichte sein. Alteas Umweltstadtrat José Orozco schließt gegenüber den Costa Nachrichten eine zukünftige Nutzung der geschützten Bucht als Freizeit- oder Sporthafen kategorisch aus, sofern sein Rathaus nicht doch wider Erwarten Gegenwind aus Valencia bekäme „Für Altea ist die Aufnahme der Cala de Soio in das valencianische Naturerbe ein wichtiger Meilenstein“, erklärt er begeistert. „Diesen haben wir gemeinsam mit allen Alteanern und der valencianischen Landesregierung errungen. Hoffentlich ist diese auch in drei Jahren noch an unserer Seite, wenn es darum geht, die Konzession zu begraben.“ Denn darüber habe das Rathaus keine Macht, nur Valencia kann über die Nutzung der Küstenabschnitte entscheiden. „Hoffentlich gibt Valencia nie wieder einer Firma die Erlaubnis, in diesem Naturparadies Geschäfte zu machen“, so Orozco deutlich. Stattdessen solle Altea lieber seine Naturschätze bewahren und diesen mit den Touristen teilen. Bewohner in anderen Gemeinden wie Calp wünschen sich geradezu einen solch kritischen Umgang ihrer Rathäuser mit Bauprojekten an Stränden und Natur.

Rubriklistenbild: © Ángel García

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