Prüflinge absolvieren ein Examen in einem Hörsaal.
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Die PAU-Prüfungen können diesmal nicht an den Universitäten stattfinden.

Fieber messen vor Aufnahmeprüfung

Valencias Schüler und Covid-19: Aufnahmeprüfung für Unis findet unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt

  • vonAnne Götzinger
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Wegen der Corona-Krise finden die Aufnahmeprüfungen für die Universitäten im Land Valencia in noch nie dagewesener Form statt. Bei den Prüflingen wird Fieber gemessen und der Zutritt zum Saal reguliert.

  • Aufnahmeprüfung für Hochschulen findet wegen Covid-19-Risiko erstmals nicht an Universitäten statt.
  • Prüflinge müssen vor dem Examen Fieber messen und erhalten Atemschutzmasken und Desinfektionsgel.
  • Bildungsministerium erwägt, ab September maximal 15 Schüler pro Klasse zu unterrichten.

Valencia - In den Schulen statt an der Uni und mit Fieberthermometer: So finden in diesem Jahr wegen der Covid-19-Krise die Aufnahmeprüfungen für die Universitäten (PAU) im Land Valencia statt. Darauf hat sich die PAU-Kommission jetzt geeinigt, um „die medizinische Sicherheit aller teilnehmenden Personen und den Ablauf der Prüfung unter den besten Voraussetzungen zu garantieren“, erklärt Landesministerpräsident Ximo Puig (Sozialisten, PSOE). „Viele Personen arbeiten daran, damit diese Examen mit allen Garantien absolviert werden können“, fügte er hinzu. Als Prüfungstage wurden der 7., 8. und 9. Juli festgelegt. PAU-Prüflinge über 25 beziehungsweise über 45 Jahre legen ihr Examen an den Samstagen 4. und 11. Juli ab.

Die Entscheidung, die Prüfungen in die öffentlichen und privaten Schulen der Abiturienten zu verlegen, sei nach medizinischen Kriterien getroffen worden, um zu verhindern, dass an den Universitäten Massen von Prüflingen zusammenkommen. Der Zutritt zu den Prüfungssälen werde „geordnet und gestaffelt“ erfolgen, außerdem wird bei allen Teilnehmern als Präventivmaßnahme Fieber gemessen.

Mindestabstand: Abschreiben wird schwierig

Auch Toilettengänge, Pausen und das Verlassen der Säle sollen kontrolliert stattfinden, um zu vermeiden, dass sich viele Personen auf engem Raum aufhalten und dafür zu sorgen, dass sie den vorgeschriebenen Mindestabstand einhalten können. Zusätzlich erhalten Prüflinge und Prüfer Atemschutzmasken und Desinfektionsgel. Vor und nach den Examen werden die Säle gründlich desinfiziert. „Es ist die sicherste Option und sie minimalisiert das Ansteckungsrisiko“, beteuerte die Landesministerin für Universitäten, Carolina Pascual.

Abschreiben und spicken dürfte in diesem Jahr also schwieriger sein denn je. Doch dürfen sich die Prüflinge auch über ein paar Zugeständnisse freuen. So hat das spanische Bildungsministerium angesichts des turbulenten Verlaufs des Schuljahres angekündigt, dass die Teilnehmer mehr Wahlmöglichkeiten bei den Prüfungsfragen als gewöhnlich bekommen, und ihnen auch mehr Flexibilität eingeräumt wird, wenn es darum geht, sie auszuwählen.

Nach Homeschooling: Kein Schüler soll zurückbleiben

Auch für diejenigen, die noch weiter die Schulbank drücken, gibt es Neuigkeiten. So hat Valencias Bildungsminister Vicent Marzà bekanntgegeben, dass das kommende Schuljahr 2020/21 für alle Schulzweige - also Vor- und Grundschulen, Sekundarstufe, Abiturjahrgänge sowie Berufsschulen - am 7. September beginnen und am 23. Juni enden soll. „Das Ende dieses Schuljahres erfordert unverzüglich viele Lösungen“, sagte Marzà unter anderem auf seinem Twitter-Konto, „doch wir arbeiten parallel auch daran, der Erziehungsgemeinschaft für das kommende Schuljahr Sicherheiten zu geben.“

Mit diesem Zeitplan würden ein paar Schultage hinzugewonnen, um die Lehrinhalte des kommenden Schuljahres aufnehmen zu können, und gleichzeitig einen Verstärkungsplan durchführen zu können, der sich an die Realität der Schüler anpasse. „So wird das Schuljahr 20/21 damit beginnen, den Unterrichtsstoff nachzuholen, der im letzten Quartal dieses Schuljahres nicht durchgenommen werden konnte“, kündigt der Landesbildungsminister an. Diese Anpassung des Lehrplans wolle sein Ministerium in den kommenden Tagen ausarbeiten, „damit kein Schüler in seinem Lernprozess zurückbleibt“.

Aktualisierung: Zum neuen Schuljahr hat sich auch Bildungsministerin Isabel Celaá am Montag geäußert. Sie schockte Eltern mit der Ankündigung, die Schüler ab September in Gruppen von bis zu 15 Kindern in den Unterricht zu schicken – wenn die Wissenschaft bis dahin noch keinen effizienten Schutz gegen das Coronavirus entwickelt hat. Das hieße, die Schüler wären nur jeden zweiten Tag im Klassenzimmer und hätten am anderen Tag zu Hause online Unterricht. Eine Alternative könnte sein, eine Gruppe vor- und die andere nachmittags in der Schule zu unterrichten.

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