Costa Blanca erlebt rosa Wunder

Ausgangssperre nützt Flamingos: In Corona-Krise füllt Regen alte Lagune bei Alicante mit Leben

+
Der Regen füllte trockene Becken der Costa mit Wasser und Vögeln.
  • schließen

Das nasse Wetter im bisherigen Frühling füllt die Costa Blanca mit Wasser und Vögeln. Während für Menschen wegen des Coronavirus weiter Ausgangssperre herrscht, freuen sich Enten und Flamingos über die neue Freiheit.

  • Seit Beginn der Covid-19-Krise regnet es an der Costa Blanca.
  • Das nasse Wetter füllt Feuchtgebiete der Costa Blanca mit viel Wasser.
  • Im Hinterland von Alicante lassen Vögel alte Zeiten aufleben.

Villena - An der Mittelmeerküste von Spanien gibt es gefiederte Nutznießer des Regens und der Coronavirus-Krise. Seit der Erklärung des Alarmzustands im März regnet es an der Costa Blanca regelmäßig. Und da seit Wochen kaum noch Menschen draußen unterwegs sind, nutzen wilde Tiere die nun zur Verfügung stehenden Räume. Für beeindruckende Bilder sorgen vor allem Wasservögel. Für die wurden die Lebensräume an der spanischen Küste in den vergangenen Jahrzehnten stets kleiner. Viele Feuchtgebiete trockneten völlig aus, etwa jenes zwischen der Siedlung Urbanova und dem Flughafen von Alicante.

Doch nach einigen Wochen mit regelmäßigen Regenfällen sieht die Sache ganz anders aus. Das sonst karge Gelände weist nun Teiche auf, in denen Vögel genüsslich baden - ein sehr seltener Anblick. Nebenan, in der Naturlandschaft Clot de Galvany bei Santa Pola, berichten Ökologen ebenfalls über paradiesische Zustände für Wasservögel. Keine menschlichen Besucher in dem Areal - das gab es seit Jahrzehnten nicht mehr. Die einmalige Situation nutzten die Naturschützer kürzlich, um 30 Marmelenten in die Freiheit zu entlassen. Es handelt sich um eine Art, die durch die Bebauung der Küste besonders vom Aussterben gefährdet ist.

Feuchtes Hinterland bezaubert die Küste

Für besonderes Erstaunen sorgt die neue Freiheit der Vögel jedoch im Hinterland der Küste von Alicante. In Villena etwa entstand durch den Regen eine längst vergessene Salzwasserlagune wieder. Dort tummeln sich nun im April lauter gefiederte und farbenfrohe Wasserfreunde. „Herrliche Vögel, Flamingos genannt“, hatte in der Zone einst der Chronist Don Juan Manuel im 14. Jahrhundert beschrieben. „Sie sind leicht zu jagen, doch schwer zu bergen, weil sie immer in der großen Salzlagune sind“, schrieb er damals. Das Zitat ist unter Bewohnern der Costa Blanca derzeit ein Hit - genauso wie im Internet die Fotos der rosafarbenen Besucher des wieder feucht gewordenen Gebiets in Villena. Geteilt hat sie unter anderem das Klimalabor der Uni Alicante:

Nun rufen Ökologen Bürger, Politiker und Unternehmer dazu auf, die Coronavirus-Krise dazu zu nutzen, den Umgang mit Naturgebieten der Costa Blanca zu überdenken. Oftmals fielen solche Zonen in der Vergangenheit dem Bau von Urbanisationen zum Opfer. Sicherlich werden einige Naturschützer nicht ohne Freude vernehmen, dass sich an der Küste und in ganz Spanien ein ruhiger Sommer anbahnt, was den Tourismus angeht.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare