Zwei ältere Personen blicken vom offenen Fenster eines Hauses nach draußen.
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Eine große Mehrheit der Bevölkerung unterstützt die Ausgangssperre.

Maßnahmen Coronavirus-Krise

Noch keine Revolte: Mehrheit der Valencianer unterstützt strenge Auflagen gegen die Pandemie

  • vonAnne Götzinger
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Seit sechs Wochen gelten strenge Maßnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie. Umfragen unter Valencianern haben ergeben, dass die große Mehrheit die Auflagen unterstützt.

  • Umfrage zu Ausgangssperre: Nur 3,6 Prozent der Bevölkerung halten die Corona-Maßnahmen für überzogen.
  • Fast die Hälfte der Befragten gibt eine exzessive Nutzung neuer Technologien während der Ausgangssperre zu.
  • Gut 13 Prozent können sich vorstellen, die Ausgangssperre weitere sechs Monate durchzuhalten.

Valencia - Noch muss die spanische Regierung keine Revolte des Volkes fürchten. Nur 3,6 Prozent der Bevölkerung halten die Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie für überzogen. Das ist das Ergebnis der dritten Umfragerunde, die die valencianische Arbeitsgruppe Data Science for Covid-19 nach fünf Wochen Ausgangssperre durchgeführt hat.

43,5 Prozent der Befragten ist sogar dafür, dass noch mehr Maßnahmen ergriffen werden sollten, um die Pandemie unter Kontrolle zu bekommen. 14,8 Prozent erklären, sie könnten die Ausgangssperre zwei weitere Wochen durchhalten, 42,4 Prozent würden einen zusätzlichen Monat in Kauf nehmen, fast ein Viertel der Befragten macht noch drei Monate mit und 13,2 Prozent würden sogar sechs weitere Monate zu Hause bleiben. Nur 2,5 Prozent gaben an, das Eingesperrtsein nicht länger ertragen zu können. Damit sei der Prozentsatz im Vergleich zu den ersten beiden Umfragerunden praktisch gleichgeblieben.

Wie die Leiterin der Umfrage, die renommierte Informatikingenieurin Nuria Oliver, bekanntgibt, wurden die Teilnehmer im Rahmen der dritten Runde auch über ihre Gewohnheiten während der Ausgangssperre befragt. Fakt ist, die Isolierung hat zu einem bedeutenden Anstieg bei der Nutzung neuer Technologien geführt. Fast die Hälfte der Befragten hat eine „exzessive Nutzung von digitalen Geräten“ zugegeben, während der Prozentsatz bei Kindern bei 19,11 Prozent liegt.

Stress, Traurigkeit und Angstzustände

Auch der Gemütszustand der Bürger während der Ausgangssperre interessierte die Gruppe Data Science for Covid-19. Dabei stellte sich heraus, dass 21,95 Prozent unter Angstgefühlen leiden, 16,13 Prozent unter Stress und 14,66 Prozent unter Traurigkeit. Allerdings hätten sich - bezogen auf die letzten zwei Wochen vor der Umfrage - nur 3,5 Prozent „die meiste Zeit“ entmutigt und deprimiert gefühlt. Weniger als ein Prozent (0,8) habe sich „die ganze Zeit“ deprimiert gefühlt, bei sieben Prozent war dies „weniger als die Hälfte der Zeit“ der Fall, bei 44,2 Prozent „manchmal“ und bei gut 40 Prozent „nie“. Dass über 40 Prozent der Befragten sagen, dass sie sich nie entmutigt gefühlt haben, „sei ein weiterer Hinweis auf die außergewöhnliche Resilienz, den die valencianische Bevölkerung in diesen schwierigen Momenten zeigt", meint die Direktorin der Abteilung für Öffentliche Analyse und Politiken, Ana Berenguer.

Weitere Ergebnisse der Umfrage waren, dass 77,4 Prozent der Befragten für den Gang zum Supermarkt das Haus verlassen hätten, 47,4 Prozent waren mindestens einmal in der Apotheke, 28,4 Prozent beim Bäcker und 19,1 Prozent hat das Haus verlassen, um zur Arbeit zu gehen. 11,5 Prozent haben die eigenen vier Wände in den ersten fünf Wochen der Ausgangssperre überhaupt nicht verlassen.

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