Polizeichef José Francisco Mayans (rechts) erhält in Benitachell eine Medaille für seine 30 Dienstjahre.
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Polizeichef José Francisco Mayans (rechts) erhielt eine Medaille für seine 30 Dienstjahre.

30 Jahre Ortspolizei

Benitachells Polizeichef im Interview: Corona senkt Kriminalität

  • vonSusanne Eckert
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Benitachells Polizeichef Mayans hat vor 30 Jahren die Ortspolizei mit aufgebaut. Nun spricht er über seine Erfahrungen und die aktuelle Lage im Ort.

Benitachell – Benitachells Ortspolizei besteht seit 30 Jahren und er war von Anfang an dabei: Polizeichef José Francisco Mayans hat in den 90ern das Team mit aufgebaut. Der CBN berichtet er, was sich seither in dem Touristenort an der Costa Blanca und in seinem Team geändert hat.

CN: Wie hat sich die Ortspolizei in 30 Jahren entwickelt?

José Francisco Mayans: Unser Vorgänger war ein Gemeindeangestellter, der einige Polizeifunktionen übernahm. Dafür gab es aber einen Guardia-Civil-Stützpunkt im Ort, der heute nicht mehr existiert. Ich war von Anfang an Polizeichef, wir haben mit den Jahren ein Team von inzwischen 14 Beamten aufgebaut, das immer mehr Aufgaben übernahm.

OrtBenitachell
ProvinzAlicante
Fläche12,65 Quadratkilometer
Einwohner 4.130 (2018)
Höhenmeter 142
Welche Aufgaben?

Zunächst waren das eher betreuende Aufgaben, zum Beispiel in Zusammenhang mit Kindern oder Senioren. Inzwischen übernehmen wir auch auf dem Gebiet der Bürgersicherheit und der Verkehrsüberwachung viele Aufgaben. Wir nehmen an allen Kampagnen des Verkehrsamtes teil, haben ein bewegliches Radar in der Gemeinde und sind immer die ersten, die bei einem schweren Notfall vor Ort sind. Wir leisten Erste Hilfe – falls nötig auch mit einem Defibrillator – und rufen die Rettungsdienste oder auch die Guardia Civil in Jávea, die für Benitachell zuständig ist.

Gibt es genug Ortspolizisten in Benitachell?

Wir erfüllen die staatlichen Vorgaben. Unsere Dienststelle im Ortszentrum ist immer besetzt und es ist ständig mindestens eine Patrouille mit zwei Beamten im Ortsgebiet unterwegs, die täglich die ländlichen Gebiete und Urbanisationen abdeckt. Die sind wegen ihrer Ausdehnung und Unübersichtlichkeit schwer zu überwachen. Cumbre del Sol ist zum Beispiel eine der größten Urbanisationen in der Provinz Alicante. Und so unübersichtlich, dass wir Ambulanzen oft begleiten, wenn sie dort hinmüssen.

Benitachell an der Costa Blanca: Niedrige Deliktzahlen

Wie sicher ist Benitachell?

Die Zahlen sind gut, es gibt nur ab und zu Einbrüche und aufgebrochene Fahrzeuge. Während der Coronakrise sind die Deliktzahlen in Spanien wegen der stärkeren Überwachung und der Bewegungseinschränkungen gesunken. Und schließlich gibt es zum Beispiel in Cumbre del Sol die Nachbarschaftswache. Das sind Anwohner, die uns benachrichtigen, wenn sie etwas Verdächtiges sehen, sodass wir der Sache gleich nachgehen können.

Welche Rolle spielt für die Ortspolizei der Zivilschutz?

Benitachells Zivilschutz – der übrigens dieses Jahr zehnjähriges Bestehen feiert – ist inzwischen eine große Gruppe freiwilliger Helfer, die oft eng mit der Ortspolizei zusammenarbeiten. Sie übernehmen Feuerwachen und Löschen, helfen bei Rettungen und Unwettern und fungieren als Ordner bei den Fiestas und großen Sportveranstaltungen wie zum Beispiel dem Radrennen Vuelta a España.

Auf was sind Sie stolz?

Auf mein Team, das ständig fortgebildet wird. Und auf unsere Arbeit auf dem Gebiet der häuslichen Gewalt.

Was ist Ihnen von diesen 30 Jahren in Erinnerung geblieben?

Die Großbrände, Unwetter und Schneefälle. Raubüberfälle, Gewalt gegen Frauen und Selbstmorde. Aber auch die zwei Radrennen Vuelta a España, bei denen auf dem Puig Campana die Ziellinie war. Benitachell hat sich verändert, wir waren ein Dorf mit 1.000 Seelen. Heute sind 60 Prozent der Einwohner Nichtspanier aus über 40 Nationen. Aber das Zusammenleben klappt sehr gut.

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