Naturpark La Mata von Torrevieja.
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Natur erklärt: Im botanischen Garten im Naturpark der Lagune von La Mata in Torrevieja.

Lagunen von Torrevieja

Zwischen Kräutern und Kröten: Botanischer Garten an Lagune von Torrevieja eröffnet

  • Marco Schicker
    VonMarco Schicker
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An der blauen Lagune Torreviejas hat ein kleiner botanischer Garten eröffnet. Der will vor allem über den Wert der einheimischen Pflanzen- und Tierwelt rund um Torrevieja informieren und sensibilisieren.

Torrevieja – Im Verhältnis zu seiner Größe und der schieren Masse an Zement und Beton verfügt Torrevieja über relativ wenige Parks und öffentliche Grünanlagen, deren Pflegezustand zudem zum Teil kontrovers diskutiert wird. Da wäre der Jardín de las naciones, direkt an der N332/CV905-Durchfahrt gelegen, aus dem regelmäßig die Hühner gackernd und krähend in die umliegenden Wohngebiete ausbüchsen, weil ihre Stallungen zusammenfallen, dann der Doña Sinforosa Park am Acequión, der wohl bald wegen des Baus von Hochhäusern in Torrevieja zu einem braven Vorgarten zusammengestutzt werden wird.

Lagune von Torrevieja: Botanischer Garten als Bonus

In Richtung La Mata findet sich noch der Dünenpark mit der Wassermühle Parque del Molino de Agua und ganz im Süden der Stadt die Palmen-Oase Cala Lo Ferrís, mehr ein Strand als ein Park. Immerhin, mit den gigantischen blauen und rosa Lagunen, den Salzseen von Torrevieja, macht die Stadt viel wett, denn der Naturpark ist größer als das Stadtgebiet selbst.

Am südlichen Rand der blauen Lagune, ganz nah am Friedhof von La Mata und an dem Holzsteg, der zur Picknick-Ecke führt, hat die Landesregierung Valencia - nach einem Jahr Ankündigungen und Arbeit - jetzt ein weiteres Kleinod geschaffen, einen kleinen botanischen Garten als eine Art Lehrpfad über die einheimische Flora und auch Fauna. Die ist schon wegen der Salzigkeit des Wassers etwas Besonderes. Auf einem kleinen Teich, umwachsen von Schilf und Kräutern der Gegend, schwimmen kleine Pontons, die als Vehikel für Kröten und Frösche dienen, an Aufstellern können sich Besucher über deren Bedürfnisse auf Spanisch, Valencianisch und Englisch informieren.

Platz für Menschen und Amphibien, im neuen botanischen Garten an der blauen Lagune von Torrevieja.

Der neue botanische Garten ist ein Extra, denn die blaue Lagune, ein geschützter Naturpark, berühmt für seine Flamingos, die in Torrevieja hunderte Küken ausbrüteten, seine alten Weinfelder und die vielen Bodenbrüter, ist an sich schon ein großer botanischer und auch zoologischer Garten. Führungen und Veranstaltungen finden regelmäßig statt, startend immer am Interpretationszentrum von La Mata, direkt neben der Nationalstraße. Die blaue Lagune bleibt ein Refugium der Natur, während die rosa Lagune immer mehr ausgebeutet wird, jetzt auch als Wellness-Ressort.

Einwanderer fliegen raus: Eukalyptusbäume müssen weichen, Kiefern, Büsche, Kräuter kehren zurück

Kleine Pfade führen die Gäste weiter durch den neuen Garten, erklären die Baumarten und warum manche hier riesig werden, andere winzig bleiben, warum die Pinien der einen Kiefer essbar sind, die Pinos aus Aleppo dafür besser als Sonnenschirm dienen und gut gegen Dürren gewappnet sind. Die meisten großen Eukalyptus-Bäume sehen zwar beeindruckend aus, gehören aber nicht hierher, ein Umforstungsprogramm wird die meisten davon bald entsorgen und durch heimische Arten ersetzen.

Ein regelrechter Kräutergarten bildet den Abschluss des kleinen jardín botánico von Torrevieja, versehen mit dem Hinweis, dass die Wildkräuter des Parks in diesem zu verbleiben haben. Ökologisch, botanisch, zoologisch interessierte und informierte Menschen schützen die Natur am besten, weiß die Parkverwaltung. Dazu gehört auch, im sonstigen Naturpark die Wege nicht zu verlassen und die Hunde daheim zu lassen.

Zum Thema: Wie das Salz in die Tränen kam, ein nachdenklicher Ausflug zur rosa Lagune von Torrevieja.

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