Panoramablick von der Burg Alicante auf den Hafen.
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Blick von der oberen Burgmauer des Castillo de Santa Bárbara von Alicante. Das Türmchen ist das beliebteste Fotomotiv.

Burg Alicante

Burg Alicante: Bus fährt endlich zum Castillo Santa Bárbara -Tipp für Stadttour

  • Marco Schicker
    VonMarco Schicker
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Alicantes Burg Santa Bárbara, wichtigste Sehenswürdigkeit der Stadt, war bisher nur aus der Luft oder - wie anno dazumal - per pedes erreichbar, die Aufzüge kaputt, Parkplatz und Zufahrt gesperrt. Jetzt gibt es eine Buslinie. Die Anreise bleibt ein bisschen umständlich, verleitet aber zu einer besonderen Stadttour.

Alicante - Das Castillo de Santa Bárbara ist nun endlich wieder mit einem öffentlichen Verkehrsmittel erreichbar. Seit Dezember fährt alle 20 Minuten ein Kleinbus zur Burg hinauf, an Feiertagen oder wenn Kreuzfahrtschiffe in der Stadt sind, soll die Taktung auch erhöht werden. Mit der Buslinie macht die Stadt Alicante die Burg endlich wieder für all jene zugänglich, denen der steile Fußweg hinauf zu beschwerlich - oder im Falle von Alter und/oder Mobilitätseinschränkungen - unmöglich geworden war. Zunächst schloss die Stadt die Aufzüge, die von der Strandseite bequem auf die Burg führten, wegen Corona. Danach waren sie praktisch ständig wegen Havarien außer Betrieb.

Bus zur Burg von Alicante: Von 10 bis 20 Uhr, alle 20 Minuten - Fahrkarten des Stadtverkehrs

Aus Gründen des Denkmalschutzes wurde zudem der Parkplatz vor dem Burg-Eingang gesperrt, das Areal wird in die Anlage integriert. Am Beginn der Auffahrt auf der Rückseite des Burgberges verziert seitdem ein "Einfahrt verboten"-Schild die Straße, handschriftlich vermerkt ist, dass die Anfahrt "bis Ereta", also zum Park mit dem Restaurant erlaubt bleibt.

Nicht sehr einladend ist die Auffahrt auf die Burg Alicante für Autofahrer gestaltet. Bus als Alternative.

Für die Opposition und die Touristenführer Alicantes war es "eine Schande", dass das Rathaus die wichtigste Sehenswürdigkeit Alicantes "fast unzugänglich" hielt. Die Buslinie wurde schon 2020 versprochen, kam aber erst jetzt, im Dezember 2021 in Gang, wie Kritiker der Stadtregierung meinen, "nur, weil die Kreuzfahrt-Veranstalter Druck gemacht" hätten.

Start der Linie "CSB" zur Burg ist die Plaza del Doctor Gómez Ulla, das ist der Platz direkt vor dem Archäologischen Museum MARQ. Der Bus fährt zwischen Oktober bis Ende März von 10 bis 20 Uhr und von April bis Ende September von 10 bis 22 Uhr, alle 20 Minuten, was auch den Öffnungszeiten der Burg selbst entspricht.

Hier geht‘s los. Bushaltestelle zur Burg am MARQ Alicante.

Der Bus gehört zum Nahverkehrsnetz Transporte Alicante Metropolitano (TAM), das heißt, es gelten die normalen Fahrscheine, eine Einzelfahrt kostet demnach 1,50 Euro (per Kredit- oder Bankkarte kontaklos im Bus zu erwerben) oder rund 90 Cent mit der Bonus-Karte des Alicantiner Verkehrsverbundes. Knapp 170.000 Euro lässt sich die Stadt den Service pro Jahr kosten, dieses Geld geht an das Busunternehmen Masatusa, das die Linie bestücken wird.

Bushaltestelle zur Burg in Alicante: Am MARQ

Einer der vielen kunstvoll gestalteten Urnen-Deckel der Etrusker. Zentraler Teil der Ausstellung im MARQ Alicante.

Die Stadt mochte nicht erklären, warum der Bus nicht im Zentrum abfahren könne, sondern die Fahrgäste erst mit der Tram (Station: Marq Castillo) oder dem Bus (Linie 02) bis zum MARQ anreisen müssten, um den Burgbus zu besteigen. Immerhin bietet diese Erschwernis die Möglichkeit, das sehenswerte archäologische Museum mit in die Burg-Besichtigung zu integrieren. Neben einer Zeitreise durch die Stadt- und Provinzgeschichte von den Vorzeiten, über Iberer, Römer, Mauren bis zu den Bourbonen, bietet das MARQ auch international beachtete Sonderausstellungen. Noch bis März 2020 präsentiert das Marq 150 Fundstücke aus der Welt der Etrusker, sozusagen den Brüdern im Geiste der Iberer. Die Leihgaben kommen aus den renommiertesten Museen der Toskana.

Rund um die Burg: Unser Tour-Tipp durch Alicante

Unser Tipp für eine stadtgeschichtliche Tour durch Alicante: Schlendern Sie von der Explanada, der Flaniermeile von Alicante über die Rambla, vorbei an der hundertjährigen Markthalle von Alicante bis hin zur Plaza de Toros, der Stierkampfarena von Alicante. Direkt dahinter werfen Sie einen Blick auf das Palais der alten, für die Stadtgeschichte bedeutsamen Königlichen Tabakfabrik, von der ein Teil heute das Kulturzentrum Las Cigarreras bildet. Von dort sind es noch rund 500 Meter durch das Viertel Carolinas und das Barrio San Antón mit seinen Wandmalereien und proletarischer Patina und man ist am MARQ.

Die Gewölbe im Palacio Gravina, dem Sitz des Museums der Schönen Künste, Mubag, in Alicante.

Nach dem Museumsbesuch lassen Sie sich bequem zur Burg mit dem neuen Bus hochfahren, genießen Aussicht (oben gibt es zwei Cafeterias) die Geschichte der Burg von Alicante und Ritterburg-Romantik, laufen dann im Zick-Zack die Vorderseite der Burgseite hinunter, vorbei an maurisch inspirierten Parkanlagen mit Blick auf Altstadt und der Kathedrale und geschätzt 325 Selfie-Stationen. Am Fuß des Berges gibt es noch das Wassermuseum mit historischen hydraulischen Anlagen zu bewundern und eine Straße weiter steht der Palacio de Gravina mit dem Museum der Schönen Künste von Alicante. Die meisten schaffen es aber nur noch zur Santa María, der ältesten Kirche Alicantes und dann in eine der vielen Tapas-Bars im "Barrio", die in Spanien aber auch als kulturelle Einrichtungen gewertet werden.

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