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Das Coronavirus ist im Abwasser nachweisbar.

Coronavirus Calpe

Calpe: Coronavirus im Abwasser festgestellt - Methode ist umstritten

  • vonStella Kirchner
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Calpes Wasserversorger hat eine erhöhte Konzentration am Sars-CoV-2 im Abwasser der Gemeinde festgestellt. Nun schrillen die Alarmglocken im Rathaus und Gesundheitsamt, denn eine erhöhte Coronavirus-Konzentration im Wasser kann nur durch mehr Erkrankte verursacht werden. Unter Wissenschaftlern ist die Methode umstritten.

  • Calpe hat eine erhöhte Konzentration des Coronavirus im Abwasser festgestellt.
  • Calpes Rathaus mahnt die Bewohner zu erhöhter Vorsicht und strikter Einhaltung der Sicherheitsregeln.
  • Die Aussagekraft von Abwasserstudien über die Covid-19-Lage ist umstritten.

Calpe- Calpes Wasserversorger Aguas de Calpe hat bei Analysen eine deutliche höhere Konzentration des Coronavirus im Abwasser festgestellt als noch vor ein paar Wochen. Daraufhin hat das Rathaus über die Sozialen Netzwerke die Bevölkerung in Calpe, aber auch an der gesamten Costa Blanca zur Vorsicht aufgerufen, der Erreger scheine sich wieder stärker zu verbreiten. Dafür spricht auch Calpes leicht steigende Anzahl an Covid-19-Neuinfektionen. Nach Angaben des valencianischen Gesundheitsministeriums kamen in den vergangenen 14 Tagen vier bestätigte Corona-Fälle hinzu, während nur drei Menschen gesundgeschrieben wurden. Bekannt wurde auch die Erkrankung eines 20-Jährigen ohne bekannte Vorerkrankungen, der auf die Intensivstation verlegt werden musste. Anlass zur Sorge geben diese verhältnismäßig geringen Zahlen jedoch nicht, wohl aber die steigende Konzentration der Viren im Abwasser. Denn dafür müssen mehr Menschen das Coronavirus ausscheiden, also demnach mehr Menschen infiziert sein.

Daher sei es jetzt höchst entscheidend, dass „jeder die Hygienemaßnahmen befolgt“, so das Rathaus von Calpe. Diese Corona-Regeln hat die Valencianische Landesregierung zuletzt deutlich verschärft. Das ruft Entrüstung auf Twitter hervor: „Ihr seid einfach nur peinlich. Die Restaurants an der Fossa respektieren keine Abstandsregeln, die Racó-Bucht ist ständig überfüllt und das alles mit Wissen der Polizei“, schreibt so zum Beispiel Martín Javier Herrero Benavides. Andere wiederum wünschen sich trotz spanienweit steigender Infektionsraten eine Lockerung der Coronavirus-Vorgaben.

Calpe: Coronavirus im Abwasser - Bewohner sehen Schuld für neue Infektionen bei Restaurants

Andere sorgen sich auch um eine direkte Infektion über das mit Coronavirus infizierte Trinkwasser. Doch diese Sorge ist unbegründet. Wissenschaftler halten es für äußerst unwahrscheinlich bis unmöglich, dass Menschen sich über verunreinigtes Wasser mit Covid-19 infizieren können, da die Krankheit erwiesenermaßen über Tröpfchen verbreitet wird. Die Abwasseruntersuchungen, wie sie neben Calpe auch viele andere Gemeinden an der gesamten Costa Blanca durchführen, dienen vielmehr zur Früherkennung.

Etwas in Verruf geraten ist die Methode, nachdem eine solche Studie mit alten Wasserproben aus Barcelona (englischsprachig) konstatiert hatte, dass bereits im März 2019 kleine Vorkommen des Sars-CoV-2 im Wasser zirkulierten. Virologen können sich nicht erklären, weshalb der große Ausbruch dann erst gut ein Jahr nach den ersten Vorkommen in Spanien kommen sollte. Trotzdem zeigt die Erfahrung der letzten Monate, dass solche Untersuchungen eine Korrektur der Infektionszahlen geben können, wenn viele Menschen ohne Symptome bleiben. Auch wenn diese Infizierten nicht direkt unter dem Virus leiden, können sie andere Menschen mit Covid-19 anstecken, die eventuell unter wesentlich stärkeren Folgen leiden werden.

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