Menschen machen Fotos in einer Ruine am Meer in Calpe.
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Calpes Instagram-Ruine: Die Stadt möchte den „Club Social“ endlich renovieren lassen.

Foto-Spots Costa Blanca

Calpes Instagram-Ruine wird renoviert, Opposition wittert Betrug

  • vonStella Kirchner
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Calpe lässt seine Luxus-Ruine Club Social in der Bucht Manzanera renovieren. Der Ort ist auch auf Instagram sehr beliebt, oft gerade wegen seines baufälligen Zustandes. 

Calpe- Viele Prachtbauten hat Star-Architekt Ricardo Bofill Calpes Manzanera-Bucht an der Costa Blanca in Spanien geschenkt und mit ihnen auch viele Instagram- und Foto-Plätze geschaffen. Das berühmte rosafarbene Bauwerk Muralla Roja gehört zu den am meisten fotografierten Bauwerken in ganz Spanien und das, obwohl es sich dabei um ein Privathaus handelt und die Bewohner regelmäßig darauf hinweisen, dass ihr Haus nicht zu besichtigen ist.

CalpeKleinstadt in Spanien
Höhe59 m
Fläche23,51 km²
Bevölkerung22.725 hab. (2019) Instituto Nacional de Estadística

Instagram-Ruine in Calpe: Touristen lieben verfallenes Bauwerk in Manzanera-Bucht

Ein anderes Bauwerk des bekannten katalanischen Architekten und ebenfalls Instagram-Hotspot ist dagegen nicht in privaten Händen und ist seit Jahren ein Dorn im Auge des Rathauses von Calpe, der sogenannte „Club Social“. Dabei handelte es sich ursprünglich um ein Freizeitareal mit einem Restaurant und Schwimmbad. Mittlerweile ist davon nur noch eine Ruine übrig, in der sich auch oftmals Müll ansammelt von den benachbarten Wohnhäusern oder Touristen, die sich im Gebäude fotografisch verewigen.

Deswegen hat das Rathaus von Calpe nun einen Auftrag ausgeschrieben, den Instagram-Hotspot „Sozial-Club“ auch wieder „sozialverträglich“ zu gestalten. 1,3 Millionen Euro werden dafür aufgewendet. Die Arbeiten sollen innerhalb von 14 Monaten abgeschlossen sein. Demnach können Touristen voraussichtlich schon im Jahr 2022 das neue alte Architekten-Meisterwerk wieder genießen. Einige scheinen aber im Gegensatz zu anderen verfallenen Gebäuden an der Alicantiner Küste genau den Reiz dieses verfallenen Zustands zu mögen.

Instagram-Ruine in Calpe: Opposition wirft Architekten Unregelmäßigkeiten vor

Derweil wittert die Opposition ein wenig zu viel Soziales im Club Social. „David Blas, der Architekt, der vor einigen Jahren eigentlich den Zuschlag bekommen hatte, genau das Projekt zu vollenden, was jetzt ausgeschrieben ist, ist heute Stadtarchitekt von Calpe“, zeigt Paco Quiles, Sprecher der Bürgerpartei Defendamos Calpe, auf. Er bezweifelt, dass ein Verantwortlicher, der selbst die Arbeiten nicht vollenden konnte, der Richtige ist, um nun die Renovierung zu koordinieren. Zudem kritisiert die Bürgerpartei den relativ kurzen Zeitraum der Ausschreibung der Renovierung der Instagram-Fotolocation von nur einem Monat. Darüber hinaus verweist sie auf die im wahrsten Sinne des Wortes andere Baustellen in Calpes Baupolitik. Ähnlich äußern sich auch PSOE und Compromís.

Hintergrund der Eile des Rathauses von Calpe sind Fördergelder vom spanischen Küstenamt, deren Frist bald ausläuft. Das Amt hatte der Gemeinde 600.000 Euro für die Restaurierung und noch einmal 700.000 Euro für einen neuen Steg zugebilligt. Doch für die Vollendung musste die Gemeinde auch noch eigenes Geld zuschießen, Geld, das meistens nicht im Stadthaushalt zu finden war. Anders sieht es dieses Jahr aus, macht die Verwaltung deutlich und gibt an, schnellstmöglich eine Lösung für das ehemals mondäne Küstenparadies finden zu wollen. Zusätzliche Kritik löst aber auch der Bau des Stegs aus. Umweltschützer befürchten, dass ein weiterer Ausbau sensible Ökosysteme auf dem Meeresgrund der Manzanera-Bucht schädigen könnte.

Instagram-Ruine in Calpe: Touristen bringen Müll mit.

Hinzu käme eine weitere Zunahme des Tourismus zu dem, was schon die Bekanntheit auf Instagram verursacht hätte. Die ökologische Seite überprüft aber auch das spanische Küstenamt, versichert das Rathaus von Calpe. Eigentlich fällt eine Bucht und deren Ausbau nämlich in die Verantwortung von Madrid. Das Amt hat der Gemeinde aber für einen Zeitraum von 30 Jahren erlaubt, selbstständig über die Umgestaltung des Club Social zu entscheiden. Gerüchte, dass das Areal danach in einen privaten Wassersportclub umgewandelt würde, seien falsch.

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