Musikerin spielt Posaune auf einem Balkon in Calpes Altstadt.
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Künstler und Musiker in Calpe treten auf Balkonen der Altstadt auf, nachdem durch Corona viele Konzerte abgesagt wurden.

Bühne über der Altstadt

Calpe: Künstler in großen Schwierigkeiten wegen Corona

  • vonStella Kirchner
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Calpes Künstler haben die Folgen der Corona-Krise zu spüren bekommen. Abgesagte Konzerte und Feiern hinterlassen ein großes finanzielles Loch.

  • Calpes Künstler und Musiker hatten wegen des Coronavirus nur einen Bruchteil so viele Auftritte wie normalerweise.
  • Daraufhin entwickelte Calpe die Musik-, Theater- und Kunstreihe Art al Balcó (Kunst auf dem Balkon), wo Kreative über den Straßen der Altstadt ihr Können zeigen.

Calpe - Oft sind sie nur wenige Quadratmeter groß, doch dafür können sie die Lebensqualität entscheidend verbessern: Die Rede ist von Balkonen. Calpe hat ihnen kurzerhand noch eine neue Funktion dazugegeben: die einer Bühne. Den ganzen August über haben Musiker, Schauspieler und Tänzer im Zuge der Reihe „Art al Balcó“ ein großes Repertoire auf kleinem Raum gezeigt. Denn wegen des Coronavirus wurden an der Costa Blanca viele reguläre Konzerte abgesagt.

Calpe: Kultur leidet unter Konzertausfällen und denkt sich Balkon-Konzerte aus

„Es ist absolut faszinierend, wie viel man aus so ein paar Quadratmetern machen kann“, freut sich Nuria Ruíz, die für das Kulturzentrum Casa de Andalucía aus Calpe teilgenommen hat. Gemeinsam mit den anderen Tänzerinnen des Vereins hat sie die ursprünglich für den Sommer geplanten Flamenco-Shows über Bord geworfen und stattdessen eine Vorlesestunde vorbereitet. „Ich betreibe eine Buchhandlung und habe eine Geschichte über das Reisen herausgesucht, zu der wir dann passende Musik eingespielt haben und zwei Tänzerinnen haben zu jedem Land, das vorkam, eine Performance einstudiert“, berichtet Ruíz begeistert. Beim Publikum sei die Show sehr gut angekommen.

Doch die Balkonaufführung war nur ein Tropfen auf dem heißen Corona-Stein für das andalusische Kulturzentrum. „Nachdem wir sechs Monate lang so gut wie gar keine Auftritte hatten, konnten wir die Miete nicht mehr zahlen und müssen momentan auf die Casa de Cultura von Calpe beziehungsweise die Häuser der Mitglieder zurückgreifen“, erzählt sie betroffen. Flamenco- und Bauchtanzkurse seien aber schon bald wieder geplant, wenn nicht in einem eigenen Gebäude, dann doch zumindest im Kulturzentrum. „Es muss irgendwie weiter gehen“, gibt sie sich trotz allem kämpferisch.

Coronavirus Calpe: Weniger Geld für Kreative

Auch Subventionen für Kulturveranstaltungen seien in Calpe deutlich zurückgegangen. „Künstler und Kulturschaffende sind seit der Coronavirus-Pandemie komplett in Vergessenheit geraten“, bedauert die Calpina, „dabei haben Streams von Konzerten, Theaterstücken, Opern und vieles mehr einen großen Beitrag geleistet, damit die Menschen die Quarantäne ertragen konnten“, ist sie sich sicher. Deswegen hoffen sie und ihre Künstler-Kollegen auf eine Fortsetzung der Balkon-Events. „Ich habe mich mit vielen Teilnehmern unterhalten und wir alle sind mehr als bereit, nochmal aufzutreten. Eigentlich wäre es ja auch schade, wenn die Mühe, uns ein neues Programm auszudenken, komplett umsonst gewesen wäre.

Besonders gefiel dem Andalusien-Fan das Publikum. „Es sahen ganz andere Menschen zu als wenn wir in einem Konzertsaal spielen, auch viele Passanten, die durch Zufall auf unsere Darbietung gestoßen sind“, freut sie sich. Auch viele Touristen, die in Calpe unterwegs waren, seien beim abendlichen Spaziergang durch die Altstadt unter den Balkonen stehen geblieben. „Es war ein tolles Gefühl, so viele Menschen zu unterhalten.“ Sie hofft, dass das Coronavirus die Kultur nicht kleinkriegen kann. Die letzten Konzerte finden am Freitagabend (28. August) statt: In der Altstadt treten auf: der Coral Ifach (20.30 Uhr), die Sängerin Ágatha Martínez Soria (21 Uhr) und Xirimiters del Carellot (21.30 Uhr).

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