Ein dunkelhaariger Junge mit blauem Hemd und chirurgischer Maske sitzt in einem Krankenhausbett und schaut in die Kamera.
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José María Cubillán aus Calp braucht Hilfe: Spendenaktion im Internet

Deutsche startet Kampagne

Spendenaktion in Calp: Junge braucht Hilfe, um laufen zu können

  • Anne Thesing
    vonAnne Thesing
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Ein gehbehinderter Junge aus Calp hat einen Traum: Er möchte endlich laufen können. Die Therapie, die der Zehnjährige dafür bräuchte, kann sich seine Mutter nicht leisten. Eine Spendenaktion soll helfen.

Calp - José María ist zehn Jahre alt. Als er geboren wurde, war nicht klar, ob er überhaupt überleben würde und wenn ja, für wie lange. Zehn Jahre später ist sein großer Traum zum Greifen nah. „Ich werde laufen können“, sagt er seiner Mutter immer wieder überzeugt. Laufen, so wie sein Zwillingsbruder Ángel. Und so wie die anderen Kinder in der Schule Azorín in Calp, in der er in die vierte Klasse geht und wo für ihn eine Betreuungsklasse eingerichtet wurde, wie seine Mutter Arianne Carolina Cubillán dankbar erzählt. Um seinen Traum zu verwirklichen und dem Jungen zu helfen, wurde jetzt an der Costa Blanca eine Spendenaktion ins Leben gerufen

Spendenaktion in Calp: Hilfe für Jungen mit offenem Rücken

Im Oktober 2010 kamen José María und Ángel auf die Welt. Einen Monat zu früh, aber das war nicht das Schlimmste. In der 19. Schwangerschaftswoche erhielt die damals 26-jährige Arianne die Nachricht, die jeder werdenden Mutter den Boden unter den Füßen wegzieht: Eins ihrer beiden Kinder werde nicht gesund geboren werden, sondern mit einem offenen Rücken, Spina bifida – und all den Leiden, die das nach sich zieht.

Eins dieser Leiden ist seine Gehbehinderung, die der Junge aus Calp heute so gerne überwinden möchte, wobei ihm eine Spendenaktion helfen soll. Dazu kommen neurologische Störungen, Chiari-Malformationen, in manchen Dingen habe der Zehnjährige die Reife eines Vierjährigen, in anderen, so betont die stolze Mutter, „ist er so schlau“. Doch das Wichtigste: „Er ist ein glücklicher Junge“, sagt sie – und klingt dabei ebenso glücklich.

Spendenaktion in Calp: Mutter gibt alles für ihre beiden Jungen

Als sie schwanger wurde, lebte die aus Venezuela nach Spanien immigrierte junge Frau ohne Papiere in Calp. Mit ihrem Job in einem Strandlädchen verdiente sie 800 Euro im Monat. Der Vater der Zwillinge hatte sich aus ihrem Leben verabschiedet, als er von der Schwangerschaft erfuhr. Trotz aller widrigen Umstände war sie entschlossen, ihre Kinder auf die Welt zu bringen.

Die Entscheidung hat sie nie bereut. Auch wenn sie immer wieder praktisch Menschenunmögliches von ihr verlangte: als alleinerziehende Mutter von zwei Jungen, einer davon mit Behinderungen, hatte sie ein Gehalt, das gerade mal für eine Person reicht, war teilweise ganz ohne Arbeit und, da ohne Papiere, auch ohne Arbeitslosengeld. Arzttermin reihte sich an Arzttermin und über allem stand die Sorge, ihre kleine Familie über Wasser halten zu können. „Zum Glück hatte ich Hilfe“, sagt sie. Von ihrer Mutter, von Freunden, vom Roten Kreuz.

Die OP hilft nur dann wirklich, wenn eine Therapie folgt. Dafür braucht es Spenden.

Bevor sie weitererzählt, muss sie eine kurze Pause machen, um ihrem zehnjährigen Sohn die Windeln zu wechseln. „Das ist gerade etwas kompliziert“, sagt sie. Wegen des Geräts, das der Junge seit seiner letzten OP am 8. März am Bein trägt und das seinen rechten Fuß in Form bringen soll. Denn der ist es, der ihm das Laufen verwehrt, knickt er doch immer wieder seitwärts ab. Die jüngste OP könnte ein erster Schritt sein, um das zu ändern. Jedoch nur unter einer Voraussetzung: Nach einer weiteren OP in ein oder zwei Monaten muss die Physiotherapie folgen. Mindestens zwei Jahre lang mehrmals in der Woche, nur dann besteht die Chance, dass sich José María aus Calp vom Rollstuhl verabschieden kann. Doch um diese Therapie finanzieren zu können, braucht Arianne Cubillán Hilfe.

Spenden in Calp: Deutsche stellt Hilfsaktion auf die Beine

Die Seguridad Social, der Arianne dankbar ist für alle Hilfen, die sie bisher für ihren Jungen bekommen hat, würde die Kosten für ein oder zwei Monate übernehmen. Doch das reicht nicht. Und alleine kann die junge Mutter diesen großen Traum, der zum Greifen nah ist, nicht finanzieren.

Doch eine Lösung könnte kommen. Auch dank der deutschen Neuropsychologin Sabrina Sykora, bei der der Junge in kostenloser Behandlung ist. „Als ich José María als Siebenjährigen kennenlernte, habe ich gleich gedacht, dass man ihm helfen muss“, sagt sie. „Es ist eine so tolle Familie, sie würden nie sagen, dass es ihnen schlecht geht.“ Aus ihrem ersten Impuls zu helfen ist jetzt ein konkretes Projekt geworden. Zusammen mit ihrem Mann, Anwalt der Kanzlei Barbeito in Calp, und Freunden stellte sie auf der Fundraising-Plattform „Gofundme“ eine Spendenaktion auf die Beine, um die Physiotherapie für María José zu finanzieren. 26.000 Euro sind dafür notwendig, jeder Euro zählt.

Spendenaktion könnte helfen, dass der Junge wieder laufen kann - auch am Strand in Calp.

Spendenaktion in Calp: Junge möchte laufen wie die anderen

„Helft mir, damit ich mit den anderen laufen kann“, bittet José María in dem Spendenaufruf. „Ich habe Lust, mit meinem Bruder hinter einem Ball herzurennen oder einfach einige Schritte bis zur Spielzeugkiste zu machen.“ Ein Traum, der sich bald erfüllen könnte. Gerade in Coronavirus-Zeiten hat sich bewiesen, wie viele Menschen bereit sind, anderen mit Spenden zu helfen. Wer für den zehnjährigen José María spenden möchte, kann das auf der Internetseite „Gofundme“ tun (Aktion „Ayúdame a caminar junto a los demás“) oder sich direkt an die Anwaltskanzlei Barbeito in Calp wenden: Tel. 966 497 296, E-Mail info@barbeitoabogados.com (auch Deutsch). Diese informiert auch auf ihrer Facebook-Seite über die Entwicklung des Jungen und die Spendenaktion.

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