Camper verboten Schild Torrevieja
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Eilig aufgestellte Verbotsschilder an der Küste von Torrevieja.

Urlaubsland Spanien

Camper unerwünscht: Torrevieja bereitet sich mit Verbotsschildern auf eine unbestimmbare Touristensaison vor

  • vonMarco Schicker
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An den felsigen Buchten zwischen den engen Innenstadtstränden Torreviejas und den weiten Sandflächen von La Mata machen seit dieser Woche Verkehrsschilder klar, dass hier motorisierte Camper unerwünscht sind. 

  • Wohnmobile sollen nicht mehr am Strand parken.
  • Torrevieja sorgt für einen Sommer ohne Hotels vor.
  • Es fehlt an alternativen Stellplätzen für Camper.

Torrevieja - Zwar ist noch völlig offen, wann und wie wieder Touristenmassen nach Torrevieja gelassen werden, doch dass sie kommen, damit rechnet die Stadt ganz fest. Muss sie auch, denn die Residenten, ob lang- oder kurzfristige sowie die Sommerurlauber sind - neben etwas Salz - der einzig wirkliche Wirtschaftszweig der Stadt im Süden der Provinz Alicante.

An den felsigen Buchten zwischen den engen Innenstadtstränden Torreviejas und den weiten Sandflächen von La Mata machen seit dieser Woche Verkehrsschilder klar, dass hier motorisierte Camper unerwünscht sind. Sowohl die Durchfahrt als auch das Parken in erster Küstenlinie sind ab sofort untersagt, Zuwiderhandlungen kosten 200 Euro.

Es fehlen legale Alternativen für Camper

Dahinter steht offensichtlich die Angst, dass im Sommer, bei möglicherweise noch geschlossenen Hotels - von denen Torrevieja ohnehin nur wenige hat-, viele Nordeuropäer auf Wohnmobile umsteigen könnten. Denn die Calas, aber auch Straßen in Urbanisationen, waren noch zu Beginn der Quarantäne mit Caravans vollgestellt, teilweise parkten sie in ökologisch sensiblen Zonen und verärgerten die Anwohner. Nicht alle benahmen sich zivilisiert und so landeten der Müll am Straßenrand und in den Buchten, wurden chemische Toiletten unkonventionell entsorgt. Vor allem aber verstellten die Camper in erster Strandlinie den Blick aufs Meer und belegten Plätze der angestammten Strandbesucher.

Torrevieja: Tourismus vor der Coronavirus-Krise

Eine legale Alternative bietet die Stadt allerdings derzeit nicht an, in Online-Foren machen Camper ihrem Unmut über wachsende Feindseligkeiten von Gemeinden und Nachbarschaftsgruppen Luft. Sie fühlen sich missverstanden, die meisten würden sich doch an die Regeln halten, zumal sie oft auch geduldet wurden. Das Lamento gibt es nicht nur in Torrevieja, es zieht sich jedes Jahr aufs Neue die gesamte Costa Blanca entlang, sei es in El Campello, Altea, Benidorm oder Calp.

Doch während viele Gemeinden Kompromisse, also akzeptable Standplätze schaffen, verweist Torrevieja lediglich auf weiter entfernte private Camper-Plätze. Das Rathaus spricht davon, dass ihre strikte Verbotsmaßnahme einen breiten Konsens zwischen den Stadträten findet. Von neuen Stellplätzen hört man aber nichts. Hingegen wurde kürzlich ein illegaler Camper-Parkplatz im Innenhof einer Wohnanlage im Süden der Stadt, auch mit Meerblick, gerichtlich geschlossen, der Betreiber hatte keine Lizenz, man ließ ihn aber über ein halbes Jahr gewähren, bis die Nachbarn mobil gegen die Mobile machten.

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