Jugendliche stehen an einer Bar im Freien, an der zwei Kellnerinnen Bier zapfen.
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Mit den neuen Auflagen will Valencia die aktuellen Corona-Infektionen unter Jugendlichen eindämmen.

Covid-19 in der Region Valencia

Coronavirus an der Costa Blanca: Inzidenz steigt extrem - Ausgangssperre genehmigt

  • Judith Finsterbusch
    VonJudith Finsterbusch
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Nach der extrem angestiegenen Inzidenz in der Region Valencia gelten wieder strenge Auflagen an der Costa Blanca. Private Treffen werden eingeschränkt und es gibt erneut eine Ausgangssperre in besonders betroffenen Gemeinden.

Update, 22. Juli: Die valencianische Landesregierung verhängt weitere nächtliche Ausgangssperren von 1 bis 6 Uhr. Zahlreiche Städte an der nördlichen Costa Blanca sind davon betroffen.

Update, 12. Juli, 15: 15: Das Oberlandesgericht genehmigt die Sperrstunde in Valencia. Die Landesregierung Valencia will mit der Sperrstunde die Ausbreitung des Coronavirus in den Gemeinden eindämmen, in denen SARS-CoV2 besonders grassiert. Damit kann in aktuell 32 Kommunen mit mehr als 5.000 Einwohnern und einer 14-Tagesinzidenz von über 250 ein „toque de queda“ von 1 bis 6 Uhr verhängt werden. An der Costa Blanca ist mit San Vicente del Raspeig nur eine Gemeinde betroffen. Auch in der Provinz Castellón ist mit Benicàssim nur eine Stadt betroffen. Die anderen 30 Gemeinden mit Ausgangssperre sind: Alaquàs, Alboraia, Aldaia, Almàssera, Benaguasil, Benetússer, Benifaió, Bunyol, Burjassot, Catarroja, El Puig, Gandía, L’Eliana, Meliana, Mislata, Moncada, Paterna, Picanya, Picassent, Puçol, Quart de Poblet, Requena, Riba-roja de Túria, Sedaví, Silla, Tavernes Blanques, Utiel, Valencia, Vilamarxant y Xirivella. Das Gericht genehmigt auch die Beschränkungen der Versammlungsfreiheit in der gesamten Region Valencia auf Treffen mit nicht mehr als zehn Personen. Sobald der Beschluss im Landesanzeiger veröffentlicht wurde, sollen die Einschränkungen zunächst 14 Tage gelten.

Update, 12. Juli, 13 Uhr: Die Staatsanwaltschaft hat bekannt gegeben, den Einschränkungen bei privaten Treffen und der Ausgangssperre in besonders betroffenen Gemeinden zuzustimmen. Wie berichtet, will die valencianische Landesregierung an der Costa Blanca wieder ein Kontaktverbot einführen, damit nur noch maximal zehn Personen sowohl im öffentlichen als auch im privaten Raum zusammen kommen dürfen. Die Ausgangssperre soll von 1 bis 6 Uhr gelten. Das endgültige Urteil des Oberlandesgerichts (TSJV) steht noch aus.

Corona an der Costa Blanca aktuell: Ganz Spanien wieder Risikogebiet

Update, 9. Juli: Das Robert Koch Institut hat nicht nur die Region Valencia, sondern ganz Spanien zum Corona-Risikogebiet erklärt. Unterdessen steigt die Inzidenz an der Costa Blanca weiter extrem an. Aktuell liegt der 14-Tages-Wert in der Region Valencia bei 263, die Sieben-Tages-Inzidenz bei 156. In der Altersgruppe 20 bis 29 Jahre liegt die 14-Tages-Inzidenz bei 851 Fällen auf 100.000 Einwohner.

Erstmeldung, 8. Juli: Valencia - Der Ministerpräsident der Region Valencia, Ximo Puig hat angesichts der brutal steigenden Corona-Zahlen auch an der Costa Blanca die Reißleine gezogen und neue Einschränkungen verkündet. Diese zielen genau auf die Probleme ab, die für die Neuinfektionen verantwortlich sind: Partys unter jungen Leuten und private Treffen ohne Abstand und Masken. „Wir sind gezwungen zu handeln“, sagte Puig bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. Denn: „Die Gesundheit hat oberste Priorität. Immer.“ Ab Samstag, 10. Juli, Mitternacht, bis voraussichtlich 25. Juli gelten deshalb folgende Regeln:

  • Das Nachtleben ist als solches wieder stillgelegt. Diskos und Nachtclubs dürfen nur noch als Bars fungieren und müssen spätestens um 0.30 Uhr schließen.
  • Restaurants und Bars dürfen nur bis 24 Uhr Gäste mit neuen Speisen und Getränken versorgen und müssen spätestens um 0.30 Uhr schließen.
  • In Bars und Restaurants dürfen maximal zehn Gäste im Freien an einem Tisch sitzen, sechs in Innenräumen.
  • Ab 20 Uhr darf kein Alkohol mehr in Geschäften verkauft werden.
  • Bei Großveranstaltungen wird die Teilnehmerzahl im Freien auf 3.000 beschränkt, in Innenräumen auf 2.000.

Corona an der Costa Blanca: Inzidenz liegt aktuell bei 240 in der Region Valencia

Die 14-Tages-Inzidenz liegt in der Region Valencia aktuell bei 240 Corona-Fällen pro 100.000 Einwohnern, der Sieben-Tages-Wert bei 147. Am stärksten betroffen ist an der Costa Blanca wie auch im Rest von Spanien die Altersgruppe 20 bis 29 Jahre bei einer 14-Tages-Inzidenz von 778, gefolgt von den Zwölf- bis 19-Jährigen mit einer Inzidenz von 577. Die Krankenhäuser kommen momentan zwar noch hinterher, aber die Erstversorgung in den Gesundheitszentren ächzt unter der Belastung. Und auch wenn junge Menschen in der Regel einen symptomfreien oder nur leichten Covid-Verlauf haben: „Asymptomatische Infizierte können andere Menschen anstecken. Die Party von heute Nacht könnte morgen in einem Kater enden, der das ganze Leben andauert“, meinte Puig ungewohnt dramatisch.

Die Landesregierung will die steigende Inzidenz deshalb auch gezielt nachts bekämpfen. Nicht nur, dass die Clubs und Diskos nicht mehr als solche öffnen dürfen, auch die Party danach, die Jugendliche gerne an den Strand oder auf die Straße verlegen, will Puig an der Costa Blanca unterbinden. Deshalb darf ab 20 Uhr außerhalb von Bars und Restaurants kein Alkohol mehr verkauft werden und die Teilnahme an „botellones“ ist nicht mehr nur ein leichtes, sondern ein schweres Vergehen. Auch will die Landesregierung verstärkt Polizisten für Kontrollen auf öffentlichen Plätzen, in Parks und an den Stränden abstellen und dafür auch noch Verstärkung anfordern. „Je mehr soziale Kontakte, desto höher ist die Corona-Ansteckungsgefahr“, sagte Valencias Landeschef. Unterdessen steigt die Inzidenz im ganzen Land weiter an. Es gilt deshalb als wahrscheinlich, dass Deutschland ganz Spanien wieder als Corona-Risikogebiet einstuft*, berichtet wa.de*.

Corona an der Costa Blanca aktuell: Treffen beschränken und punktuelle Ausgangssperren

Die valencianische Regierung will auch private Treffen in der ganzen Region Valencia wieder auf maximal zehn Personen beschränken. Nachts soll von 1 bis 6 Uhr wieder eine Ausgangssperre gelten, allerdings nur punktuell in Gemeinden, in denen die aktuelle Corona-Inzidenz und der Anteil positiver Tests besonders hoch ist. Seit dem Ende des Notstands in ganz Spanien kann eine Landesregierung allerdings nur noch Ausgangssperren und Einschränkungen bei privaten Treffen verhängen, wenn das Oberlandesgericht zustimmt. Einen entsprechenden Antrag will die Landesregierung am morgigen Freitag stellen. Derzeit, so Puig, wären 40 Gemeinden in der Region Valencia davon betroffen - welche, will die Landesregierung bekannt geben, sobald das Gericht seine Entscheidung gefällt hat. Derzeit dürften es aber vor allem Gemeinden in der Provinz Valencia und weniger an der Costa Blanca sein.

Neben den neuen Einschränkungen setzt Puig auf die Verstärkung des Gesundheitssystems. Beim Militär hat Valencias Regierung zusätzliche Virus-Fahnder angefordert, um die Ansteckungsketten besser nachverfolgen zu können. In der Erstversorgung stellt Valencia 7.000 zusätzliche Kräfte ein. Außerdem wird der Impfbeginn der Altersgruppe 20 bis 29 Jahre auf 2. August vorgezogen, ab September sollen die unter 19-Jährigen geimpft werden. Ende kommender Woche, so Ximo Puig, sollen alle 60- bis 65-Jährigen vollständig geimpft sein. Im September will die Landesregierung 70 Prozent der valencianischen Bevölkerung gegen Covid geimpft haben, zum valencianischen Regionalfeiertag am 9. Oktober sollen alle Bürger geimpft sein. *costanachrichten.com und wa.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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