Ampullen mit dem Coronavirus-Impfstoff von Pfizer-Biontech.
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Im Land Valencia wurden bis 17. Januar knapp 87.000 Dosen des Impfstoffs von Pfizer-Biontech verabreicht.

Knapp 87.000 Valencianer geimpft

Corona-Impfung in Valencia: Weg des Impfstoffs vom Flughafen in den Arm

  • vonAnne Götzinger
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Im Land Valencia wurden bislang 92,1 Prozent der zur Verfügung stehenden Corona-Impfungen verabreicht. Der Weg des Impfstoffs bis zur Person ist mit viel Logistik und Zeitmanagement verbunden.

Valencia – So langsam scheint sich die Corona-Impfung im Land Valencia einzuspielen. Laut Landesgesundheitsministerin Ana Barceló waren bis zum 17. Januar 86.927 Dosen des Impfstoffs von Pfizer-Biontech an medizinisches Personal sowie Bewohner und Pflegekräfte in Senioren-Heimen gespritzt worden. Das seien 92,1 Prozent des Kontingents, das dem Land Valencia bisher zur Verfügung gestellt wurde. In der Provinz Valencia wurden 42.802 Impfungen verabreicht, in Castellón 11.653 und in der Provinz Alicante haben bis zum 17. Januar 32.472 Personen die erste von zwei Impfdosen erhalten.

Comunidad ValencianaAutonome Region in Spanien
Fläche 23.255 km²
Einwohner4,975 Millionen (Stand 2019)
HauptstadtValencia

„Es ist keine Zahl, sondern eine Hoffnung“, sagte Barceló. „Tatsächlich sind es fünf Millionen Hoffnungen“, meinte sie im Hinblick auf die Einwohnerzahl der Region Valencia. Allerdings hatten allein bis 11. Januar auch 1.249 Menschen die Impfung gegen das Coronavirus explizit abgelehnt.

Seit Sonntag, 17. Januar, werden nun die Personen, die im Land Valencia Ende Dezember die erste Dosis erhalten hatten, zum zweiten Mal geimpft. Den Anfang machte das Senioren-Heim Verge del Miracle in Rafelbunyol. Der Ort war wie auch Els Poblets und El Verger an der Costa Blanca vergangene Woche in die Schlagzeilen geraten, weil sich die jeweiligen Bürgermeister außer der Reihe hatten impfen lassen.

Es ist keine Zahl, sondern eine Hoffnung.

Ana Barceló, Landesgesundheitsministerin von Valencia

Am 18. Januar hat das Land Valencia weitere 17.550 Dosen des Pfizer-Biontech-Impfstoffs erhalten, nur 58 Prozent des gewöhnlichen Kontingents wegen eines Engpasses beim Hersteller. Am 25. Januar sollen es wieder die 30.255 Impfungen sein, die fehlenden 12.705 sollen nachgeliefert werden. Der Zwischenfall hat das Landesgesundheitsministerium dazu gezwungen, den Impfplan leicht abzuändern, um zu garantieren, dass die bereits geimpften Personen rechtzeitig ihre zweite Dosis erhalten.

Corona-Impfung in Valencia: Ankunft bei minus 80 Grad

Die Landesgesundheitsministerin hat auch den Weg der Corona-Impfungen bis zu der Person, die ihn erhält, erklärt. Ein Vorgang, der nicht nur wegen der Logistik komplex sei, „sondern auch wegen der Einhaltung der Zeiten, die nahezu exakt sein müssen“. Jeden Montag zwischen 9 und 11 Uhr kommt die nächste Ladung Impfstoffe an den Flughäfen in Valencia, Alicante und Castellón mit einer Kühlung von minus 80 Grad an. Von dort werden sie in die drei Lagerzentren der drei Provinzen weitertransportiert, wo sie maximal sechs Monate bei dieser Temperatur gelagert werden können.

Von den Zentren werden die Impfstoffe nach der zuvor festgelegten Planung und kalkulierten Menge verteilt. Die Vakzine müssen drei Stunden lang aufgetaut werden und erreichen den jeweiligen Gesundheitsbezirk des Landes Valencia in Ampullen mit jeweils fünf Impfdosen und in einer Kühlbox mit einer Temperatur zwischen zwei und acht Grad. Unter diesen Bedingungen können die Impfungen von Pfizer-Biontech fünf Tage lang gelagert werden.

Corona-Impfung im Land Valencia mit riesigem logistischen Aufwand verbunden

Im Gesundheitsbezirk angekommen, muss sofort mit der programmierten Impfkampagne begonnen werden. Die Dosen werden an die Senioren-Heime, Krankenhäuser und Gesundheitszentren verteilt, wo sie verabreicht werden sollen. Dort werden sie zunächst mit isotonischer Kochsalzlösung verdünnt. Ab diesem Moment verfügt das medizinische Personal über einen Zeitraum von sechs Stunden, um die Impfung zu spritzen.

Seit 27. Dezember werden Corona-Impfungen im Land Valencia gespritzt.

Der ganze Prozess wird begleitet von den Krankenakten der Personen, die die Impfung erhalten, dem notwendigen Material wie Kanülen und Kochsalzlösung, der Eintragung aller Daten ins System der Arzneimittelüberwachung, um gegebenenfalls Nebenwirkungen zu melden, und der Mobilisierung einer beachtlichen Zahl von sanitärem Personal, „um den Vorgang der Impfung so schnell und effizient wie möglich durchzuführen“, fasst Ana Barceló zusammen.

Corona-Impfung im Land Valencia: Auch Moderna-Impfstoff jetzt eingetroffen

Covid-19-Ausbrüche haben den Impfprozess in einigen Altenheimen verzögert. Hinzu kamen Schwierigkeiten durch das Sturmtief Filomena. In den kommenden Wochen werden mit 29.000 Impfdosen zunächst weiter medizinisches Personal und Senioren in Altenheimen geimpft. In der laufenden Woche erhalten die ersten Residenten in Heimen ohne aktive Fälle ihre zweite Dosis der Corona-Impfung, danach Ärzte, Krankenpersonal und Behinderteneinrichtungen.

In der letzten Januarwoche will Barceló dann in den Senioren-Residenzen starten, in denen die Impfung wegen Covid-19-Infektionen noch nicht möglich war. Im Februar gesellen sich dann weitere Risikogruppen hinzu: schwere Pflegefälle und Nutzer von Tageszentren. Bislang ausgenommen aus dem Impfplan sind ausländische Residenten, die nicht in Spanien gemeldet sind.

Inzwischen ist auch die erste Lieferung des Moderna-Impfstoffs im Land Valencia angekommen. Bis Ende Februar soll die Region 50.000 Dosen des US-amerikanischen Impfstoffs erhalten.

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