AstraZeneca an U-60 verabreicht

Corona-Impfung in Valencia: Quirón muss Lizenz zum Impfen abgeben

  • Anne Götzinger
    vonAnne Götzinger
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Quirón Salud in Valencia darf keine Corona-Impfungen mehr verabreichen. Die Klinik hatte sich über Vorgaben hinsichtlich AstraZeneca hinweggesetzt.

Valencia ‒ Die Klinik Quirón Salud in Valencia darf keine Corona-Impfungen mehr verabreichen. Das Landesgesundheitsministerium hat dem Privatkrankenhaus die Lizenz entzogen, weil sich die Klinikleitung bei der Impfung von Personal über Vorgaben hinsichtlich des AstraZeneca-Impfstoffs hinweggesetzt hatte. „Die Verantwortlichen haben eigenmächtig entschieden, die zweite Dosis von AstraZeneca an 114 Personen zu verabreichen, 113 davon jünger als 60 Jahre“, informiert die Landessekretärin für das öffentliche Gesundheitswesen, Isaura Navarro.

Damit habe die Klinikleitung die vom Gesundheitsrat der Landesministerpräsidenten festgelegten Kriterien der Impfkampagne missachtet. Als erste Konsequenz hat die Landesregierung dem Krankenhaus in Valencia nun die Berechtigung entzogen, „Impfpunkt für die Covid-19-Impfung zu sein“, wie aus einem amtlichen Schreiben hervorgeht, das die Generaldirektorin für öffentliche Gesundheit, Ofèlia Gimeno, der Klinik zugestellt hat. Wegen in seltenen Fällen aufgetretener Hirnvenen-Thrombosen in Zusammenhang mit der Corona-Impfung von AstraZeneca hatte Spanien im April beschlossen, den Impfstoff vorerst nur für Personen über 60 Jahre zuzulassen.

Corona-Impfung in Valencia: Quirón Salud impfte zweite AstraZeneca-Dosis an unter 60-Jährige

„Die Verantwortlichen des Impfzentrums Quirón Salud Valencia kannten diese Problematik, und dennoch haben sie unilateral entschieden, 114 Personen, 113 davon unter 60, die zweite Dosis des AstraZeneca-Impfstoffs zu verabreichen, obwohl dieses Vorgehen nicht der Impfstrategie in der Region Valencia entsprach“, sagte Isaura Navarro. Erst in dieser Woche hatte Spanien entschieden, was mit Personen unter 60 Jahren passieren soll, die noch vor der Altersbegrenzung ihre erste Impfdosis von AstraZeneca erhalten hatten.

Am 7. Mai habe die Generaldirektion für öffentliche Gesundheit bei Quirón Salud Valencia eine Liste der 70 Personen (medizinisches Personal) angefordert, die laut der Klinik noch keine Corona-Impfung erhalten hatten. Darauf habe die Landesregierung keine Antwort erhalten. Am 10. Mai erreichte das Landesgesundheitsministerium ein Fax von Quirón Salud, dass die Klinik noch am selben Tag sein Personal mit der zweiten Dosis von AstraZeneca impfen lassen würde, wenn sie keine gegensätzliche Anweisung erhalten würde. In seiner Antwort, ebenfalls am 10. Mai, habe das Ministerium die Klinik nochmals aufgefordert, die Liste mit den 70 Personen zu schicken. Eine Antwort blieb aus.

Corona-Impfung in Valencia: Landesregierung entzieht Quirón Salud Valencia Lizenz für Covid-Impfung

Am 12. Mai dann habe das Landesministerium für Gesundheit „über die Presse“ Kenntnis darüber erlangt, dass Personal des Privatkrankenhauses in Valencia unter 60 Jahren geimpft worden sei, „woraufhin die notwendigen Informationen eingeholt worden seien, die bestätigen, dass damit die nationale Impfstrategie Spaniens missachtet und die von der Behörde gesendeten E-Mails nicht beantwortet worden waren“. Inzwischen ist die Region Valencia bei der Impfkampagne der allgemeinen Bevölkerung bei der Altersgruppe der 50- bis 60-Jährigen angelangt.

Corona-Impfung: Quirón Salud in Valencia darf keine Covid-Impfung mehr verabreichen.

„Aufgrund all dieser Vorgänge stehen wir vor einer Verletzung der verpflichtenden Impfstrategie, ein Bruch des guten Glaubens und eine klare Nichteinhaltung der vom Landesgesundheitsministerium aufgestellten Richtlinien“, erklärte Navarro. Dies seien Gründe genug, um Quirón Salud Valencia das Vertrauen zu entziehen, „das die Verwaltung bei solch einer anspruchsvollen Aufgabe wie der Corona-Impfung in die Klinik gesetzt hatte“.

Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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