Regierungspräsident Pedro Sanchez (hinten) führt den Vorsitz des außerordentlichen Ministerrats, der einen Tag, nachdem der Kongress der Abgeordneten die Verlängerung des aufgrund des Coronavirus verhängten Ausnahmezustands bis zum 26. April genehmigt hatte, in Moncloa abgehalten wurde. Foto: dpa

Corona stabilisiert sich: Montag erwacht Spanien aus Winterschlaf

- Zahl der an Covid-19 gestorbenen Menschen in den vergangenen 24 Stunden in Spanien sinkt auf 510, ...

- Zahl der an Covid-19 gestorbenen Menschen in den vergangenen 24 Stunden in Spanien sinkt auf 510, die Gesamtzahl steigt auf 16.353. - Zahl der positiv auf Corona getesteten Infizierten steigt auf 161.852 - Die Zahl der aus der Behandlung entlassenen Patienten liegt bei 59.109 Madrid – sk. Die Pandemie stabilisiert sich weiter. Spanien hat in vergangenen 24 Stunden 510 Menschen verloren, die an Covid-19 gestorben sind. Das mutet immer noch furchtbar hoch an, aber seit dem 25 März lag diese Zahl nicht mehr unter 600. Die Zahl der Angesteckten stieg binnen 24 Stunden um 4.830 auf 161.852, womit der Anstieg inzwischen unter drei Prozent täglich liegt, vor knapp einem Monat lag die Rate bei 42 Prozent. Die Intensivstationen behandeln derzeit 7.535 Personen, womit diese Stationen zwar am Limit sind, aber die Zahl der täglichen Neuzugänge nachlässt. Am Montag teilweise Rückkehr zur Arbeit Montag erwacht ein Teil von Spaniens Wirtschaft aus dem zweiwöchigen Winterschlaf, in den die Regierung am 29. März alle Betriebe schickte, die keiner systemrelevanten Aktivität nachgehen. Angestellte und Arbeiter vorwiegend aus der Industrie und Bauwirtschaft können wieder ihre Arbeit aufnehmen, Steuerberaterbüros und Anwaltskanzleien wieder öffnen. Die meisten Geschäfte und das Gastgewerbe bleiben weiterhin geschlossen – im Prinzip ist es eine Rückkehr in den Notstand wie er vor zwei Wochen war. Die Regierung appelliert eindringlich, wenn möglich von zu Hause aus zu arbeiten. Wer dennoch das Haus verlassen soll, dem rät das Gesundheitsministerium bei seiner Rückkehr die Schuhe auszuziehen und alle Gegenstände, die mit der Person außer Haus waren, wie Brille, Schlüssel oder Handy, zu desinfizieren. Oberstes Gebot bleibt das Händewaschen und Abstand zu Mitmenschen. Man sollte so wenig wie Möglich Nase, Mund und Augen berühren und auch sonst so weit möglich vermeiden, Gegenstände anzufassen. Auch das Auto sollte regelmäßig gereinigt und Türgriffe. Lenkrad, Schaltung, Gurtschnalle und alle anderen Stellen, die häufig berührt werden, sollten regelmäßig desinfiziert werden. Vorsichtsmaßnahmen bei Arbeit Die Regierung nimmt auch die Betriebe in die Pflicht. Wo viele Angestellten in einem Raum arbeiten, müssen Reinigungsmittel, Atemschutzmasken und Handschuhe bereit stehen. Man sollte in Arbeitskleidung mit langen Ärmeln und in in gebührendem Abstand von mindestens zwei Metern voneinander arbeiten. Wenn möglich, sollte man nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln, sondern mit dem eigenen Fahrzeug zur Arbeit fahren. Die Regierung verteilt Atemschutzmasken an Bahnhöfen und U-Bahnstationen. Gesundheitsminister Salvador Illa betonte, dass Angestellte mit Covid-19 Symptomen oder solche, die in Kontakt mit Erkrankten sind, nicht zur Arbeit kommen sollen. Des weiteren bat er große Betriebe um Flexibilität bei den Arbeitszeiten, vor allem was Start und Ende betrifft. Die Regierung möchte Menschenansammlungen vermeiden, damit sich das nun wieder erhöhte Bewegungsaufkommen nicht in den Ansteckungszahlen niederschlägt. Keine Zunahme der Ansteckungen befürchtet “Wir glauben nicht, dass die Ansteckungen steigen. Wenn aber eine Person Symptome aufweist, ist es wichtig, dass sie zu Hause bleibt oder sich bei der Arbeit isoliert und Kontakt zum Gesundheitswesen aufnimmt”, sagt María José Sierra, Leiterin des Koordinationszentrums für sanitäre Notfälle. Dennoch hat die Regierung das Ende des Winterschlafs beschlossen, ohne dabei den Rat des Expertenkomitees zu berücksichtigen, das einen weiteren Stillstand der Wirtschaft befürwortet.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare