Vorbereitet auf Touristen

Coronavirus Benidorm: Wie die Bettenburg ganz langsam in die Normalität zurückkehrt

  • vonJudith Finsterbusch
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Das Coronavirus hat Benidorm von einem Tag auf den anderen gelähmt, seit Verhängung des Notstands herrscht gespenstische Stille in den sonst so belebten Straßen der Touristenstadt. Mit der Phase 1 kehrt immerhin ein bisschen Normalität zurück in die Bettenburg.

  • Benidorms Bars öffnen ihre Terrassen wieder.
  • Gastronomen und Stadt vereinbaren Sperrstunde um 23 Uhr.
  • Das Rathaus sucht nach immer neuen Möglichkeiten zur Wiederankurbelung der Wirtschaft.
In Phase 1 sind Bar-Besuche auf der Terrasse wieder erlaubt.

Benidorm – Wo sich sonst Engländer ab 10 Uhr morgens beim ersten Pint des Tages von der Sonne rot brutzeln lassen, herrschte in den vergangenen zwei Monaten gähnende Leere und gespenstische Stille. Benidorm war seit Verhängung des Notstandes wie ausgestorben, die Touristen flüchteten Mitte März in Scharen vor dem Coronavirus, reisten zurück in ihre Heimatländer. Seit Montag, 11. Mai, ist die größte Bettenburg der Costa Blanca so wie die gesamte Marina Baja in der Phase 1 - und mit ihr kehrt allmählich das Leben zurück in die Straßen der Hochhausschluchten. 

Dabei kehrt die Touristenstadt entgegen ihrem sonstigen Puls ganz langsam zurück in die vielgepriesene neue Normalität nach der Coronavirus-Krise. Bars und Restaurants dürfen auf den Terrassen wieder Gäste bedienen. Das Rathaus hat sich zusammen mit den Gaststättenverbänden Abreca und Ociobal darauf geeinigt, dass vorerst um 23 Uhr Sperrstunde ist. Denn: „Wir müssen weiterhin vorsichtig sein, sowohl seitens der Unternehmer als auch der Kunden, um den Sprung in die nächste Phase nicht zu gefährden“, mahnte Bürgermeister Toni Pérez. 

Coronavirus: Benidorms Gastronomen passen sich an

Mehr als 1.100 Bars, Restaurants und Cafés zählt Benidorm, diejenigen, die gleich am ersten Tag der Phase 1 öffneten, haben sich angepasst. Statt gedruckter Speisekarten gibt es das Menü in Zeiten des Coronavirus ganz modern elektronisch oder ganz klassisch auf die Tafel geschrieben. An den desfinfizierten Tischen sitzen maximal zehn Personen, die Toiletten sind sechs Mal täglich zu reinigen. 

Das Rathaus bemüht sich, das Voranschreiten im Deeskalationsplan zu vereinfachen, zu den städtischen Maßnahmen zählen auch neue Fußgängerzonen. Teile der Straßen Armada Española, Sant Pere und El Greco sind jetzt autofrei, einerseits, um Joggern, Spaziergängern und Radfahrern mehr Platz zu bieten. Andererseits, damit Gastronomen mehr Platz haben, um im Freien Tische aufstellen zu können. 

Hotels bereiten sich vor

Die Hotels sind wegen der Coronavirus-Krise noch geschlossen.

Auch die Hotels bereiten sich im Hintergrund auf ihre Wiedereröffnung vor. Seit Montag dürfen sie zwar wieder öffnen, getan haben das aber die wenigsten. In Benidorm sind noch sämtliche Hotels geschlossen, das La Estación am Busbahnhof kündigte an, ab kommenden Montag, 18. Mai, wieder Gäste zu empfangen. Toni Mayor, Vorsitzender der Hoteliervereinigung Hosbec, setzt unterdessen bei der Wiederbelebung der Branche auch auf Brüssel. „Das gemeinsame europäische Projekt hat noch einen weiten Weg vor sich. Die einzelnen Mitgliedsstaaten sollten ihren Protektionismus überdenken. Der bringt nämlich niemandem was, nicht einmal den eigenen Bürgern“, meinte Mayor bei einer Videokonferenz mit Valencias Landesministerpräsident Ximo Puig.  Auf Twitter erläuterte der Verband, welche Hotels öffnen dürfen - je nachdem, in welchem Gesundheitsbezirk und somit in welcher Phase sie sich befinden.

Die meisten Häuser, die Hosbec angeschlossen sind, werden laut Mayor wohl erst im Juli wieder öffnen, wenn die dritte Phase des Deeskalationsplans überwunden ist und sich die Spanier wieder außerhalb ihrer Provinz bewegen dürfen. „Dann brauchen wir klare und sichere Anweisungen, damit die Touristen in ihrem Urlaub positive Erfahrungen sammeln“, meinte Mayor. Er setzt für die Wiedereröffnung nicht zuletzt auf Innovation und Neue Technologien

Rubriklistenbild: © Ángel García

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