Krankenhauspersonal auf dem Gang der Covid-19-Station des Kreiskrankenhauses Dénia.
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Wie geht es weiter mit der Coronaviurs-Epidemie an der Costa Blanca? Die Krankenhäuser bereiten sich auf den Kollaps vor, Dénia soll wieder Hotspot werden.

Vorhersage für zwei Wochen

Coronavirus an der Costa Blanca: Krankenhäuser vor dem Kollaps – Dénia erneut Corona-Hotspot

  • vonJudith Finsterbusch
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Wie wird sich die Coronavirus-Kurve in den kommenden zwei Wochen an der Costa Blanca entwickeln? Krankenhäuser bereiten sich auf Kollaps vor, Dénia wird wieder zum Hotspot.

Alicante – Die Lage in den Krankenhäusern der Costa Blanca spitzt sich zu, das Coronavirus wird erneut zur Bedrohung für das Gesundheitswesen in der Provinz Alicante. Wie in ganz Spanien steigt die Zahl der Covid-19-Patienten, die in Krankenhäuser eingewiesen werden müssen und die Intensivstationen (UCI) geraten in besonders betroffenen Gebieten an die Grenzen ihrer Kapazität. In der Provinz Alicante ist die Zahl der Patienten, die wegen einer Sars-CoV-2-Infektion in Krankenhäuser eingewiesen werden müssen, binnen einem Monat um 214 Prozent gestiegen – Tendenz weiter steigend.

Coronavirus an der Costa Blanca: Krankenhäuser werden wieder Covid-Kliniken

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in der ganzen Region Valencia liegt derzeit bei rund 1.500 täglich, etwa ein Drittel der Fälle sind der Costa Blanca zuzuordnen. Die Krankenhäuser bereiten sich erneut auf den Ausnahmezustand vor, einige besonders überlastete Kliniken wie das Hospital Vega Baja in Orihuela oder das Hospital General in Elche schicken bereits Patienten in weniger überlastete Krankenhäuser wie die Uniklinik in Sant Joan d‘Alacant. Spätestens in zwei Wochen, schreibt die Zeitung “Información”, werden die Krankenhäuser der Provinz Alicante wohl wieder reine Covid-Kliniken sein. Dann müssten nicht lebensnotwendige OP-Termine warten, um Betten freizuhalten und andere Krankenhausabteilungen würden zu Intensivstationen umfunktioniert. Das Hospital General in Alicante hat bereits einen bislang ungenutzten Bereich für die Aufnahme von schweren Covid-Fällen ausgestattet.

Unterdessen haben Forscher der Universität Miguel Hernández, die den Namen des bedeutenden Poeten aus Orihuela trägt, ausgerechnet, wie sich die Corona-Pandemie an der Costa Blanca weiter entwickeln wird. Dazu haben sie den Simulator Ciovid.es entwickelt, worüber sich die Entwicklung auf Provinz-Ebene und sogar für einige Städte voraussagen lässt. Laut dem Simulator dürfte die Zahl der Sars-CoV-2-Infektionen in den nächsten zwei Wochen in der Provinz Alicante um knapp 78 Prozent ansteigen – sofern es den Behörden nicht gelingt, mit den neuen Notstands-Regeln die Kurve abzuflachen.

Coronavirus an der Costa Blanca: Dénia am schlimmsten betroffen

Laut den Vorhersagen der Uni-Forscher dürfte Dénia die Stadt mit den am steilsten ansteigenden Coronavirus-Zahlen der gesamten Costa Blanca sein. Der Simulator sagt eine Inzidenz von 90 Covid-Fällen pro 100.000 Einwohnern in Dénia voraus. In den vergangenen zwei Wochen ist die Zahl der Neuinfizierten in Dénia um 81 Prozent gestiegen, in den nächsten 14 Tagen rechnen die Experten mit einem Anstieg von 276 Prozent. Ibi, Petrer und Bigastro würden ebenfalls einen Anstieg von über 200 Prozent verzeichnen, Novelda 188.

Derzeit verzeichnet die südliche Costa Blanca die höchsten Corona-Zahlen und die meisten Ausbrüche der Provinz Alicante. Elda, Elche und Orihuela sind die Gemeinden mit den höchsten Corona-Zahlen, die Entwicklung soll laut den Forschern aber in den nächsten zwei Wochen in etwa stabil bleiben. Wissenschaftler sprechen unterdessen bereits von einer dritten Coronavirus-Welle: Die erste erfasste die Provinz Alicante und ganz Spanien ab Februar/März, nach dem ersten Notstand im Frühling und dem Deeskalationsplan gingen die Werte dann rapide herunter. Eine zweite – nicht so drastische – Welle entwickelte sich an der Costa Blanca ab dem Sommer, mit der Spitze der Kurve Anfang September und einem deutlichen Absinken danach. Und jetzt, seit wenigen Wochen, befindet sich die Region Valencia mitten in der – wieder deutlich stärkeren – dritten Welle.

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