Zwei Menschen mit Schutzmaske überqueren eine Straße in Villajoyosa.
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Die Corona-Auflagen an der Costa Blanca werden weiter verschärft, das öffentliche Leben eingeschränkt.

Covid-19 in Valencia

Coronavirus an der Costa Blanca mit Rekordzahlen: Krankenhäuser befinden sich am Limit, Bars geschlossen

  • Anne Thesing
    VonAnne Thesing
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  • Judith Finsterbusch
    Judith Finsterbusch
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Die Corona-Situation an der Costa Blanca ist besorgniserregend, die Zahlen steigen weiterhin unaufhörlich. Es gelten neue Auflagen, Treffen zwischen verschiedenen Haushalten werden auf das Minimum reduziert, Restaurants und Bars sind geschlossen, Krankenhäuser sind am Limit.

Update, 28. Januar: Die Comunidad Valenciana ist mittlerweile die Region in Spanien mit der höchsten Inzidenz. Der Inzidenzwert lag gestern, auf die vergangenen zwei Wochen berechnet, bei 1.459 Coronavirus-Fällen pro 100.000 Einwohner, während der spanische Durchschnitt bei 899 lag. Die Folge: Auch die Krankenhäuser der Region sind der spanienweit höchsten Belastung ausgesetzt. Laut Daten des spanischen Gesundheitsministeriums sind vier von zehn Krankenhausbetten, also 42 Prozent, mit Covid-19-Patienten belegt, die Kapazitäten der Intensivstationen müssen zum Teil verdoppelt oder verdreifacht werden.

Update, 25. Januar: Nach der Schließung von Restaurants und Bars versucht die valencianische Landesregierung unter Ximo Puig die dramatische Entwicklung der Corona-Infektionen mit weiteren Auflagen in den Griff zu bekommen. Das Land Valencia ist derzeit die spanische Region mit der dritthöchsten Inzidenz in ganz Spanien. In den vergangenen zwei Wochen wurden 1.245 Fälle por 100.000 Einwohner gezählt. Darüber liegen nur die Regionen Extremadura und Murcia.

Mit den neuen Auflagen sollen vor allem die Zusammenkünfte unter Freunden und Familienangehörigen, bei denen sich das Coronavirus zurzeit am meisten verbreitet, aufs Minimum reduziert werden. Die neuen Regelungen gelten an der Costa Blanca ab Montag, 25. Januar, bis zunächst 15. Februar und beinhalten folgende Punkte:

  • Zuhause dürfen sich nur noch die Menschen treffen, die ohnehin im selben Haushalt leben. Sprich: Es können keine Angehörigen, Freunde oder Bekannte mehr besucht werden und es kann kein Besuch empfangen werden. Ausgenommen davon sind, wie bei allen Regelungen, der Arbeits- und Bildungsbereich sowie die Pflege von Alten, Minderjährigen und anderen Pflegebedürftigen.
  • Im öffentlichen Bereich, sowohl draußen auf der Straße, als auch in geschlossenen Räumen, dürfen nur noch Personen eines Haushalts beziehungsweise maximal zwei Personen verschiedener Haushalte zusammenkommen.
  • Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern werden ab sofort an den Wochenenden von Freitag, 15 Uhr, bis Montag, 6 Uhr, abgeriegelt, die Abriegelung erfolgt auch an Feiertagen. In dieser Zeit darf, außer wegen den oben genannten Ausnahmen, niemand rein oder raus. Das betrifft folgende 15 Städte: Valencia, Alicante, Elche, Castellón, Torrevieja, Torrent, Orihuela, Gandía, Paterna, Benidorm, Sagunt, Alcoy, Sant Vicent del Raspeig, Elda-Petrer und Villarreal.
  • Die Abriegelung der Region Valencia wird bis 15. Februar verlängert.

Viele werden sich fragen, wie gerade die Treffen im eigenen Haus kontrolliert werden sollen. „Die Region Valencia wird sich nicht von heute auf morgen in einen Polizeistaat verwandeln“, versicherte der valencianische Ministerpräsident Ximo Puig. Das sei auch gar nicht erwünscht. „Es ist nicht möglich, in den Häusern zu bewachen und zu wissen, wer sich dort mit wem versammelt, aber es ist auch nicht möglich, alle anderen Regelverstöße zu kontrollieren. Das heißt, nicht, dass sie nicht verboten sind und nicht jeder von uns weiß, was er zu tun hat.“ Aus dieser Pandemie werde man nur herauskommen, wenn jeder verantwortlich handele. Was man im Moment vor allem brauche, seien „Häuser ohne familiäre oder soziale Treffen“. So seien 69 Prozent der zwischen dem 13. und 20. Januar festgestellten Neuansteckungen sozialen Ursprungs, davon stammten 98,7 Prozent von Zusammenkünften mit Familie und Freunden.

Update, 22. Januar: Das Land Valencia hat in den vergangenen 24 Stunden 8.453 neue Covid-19-Fälle registriert, die mit PCR- oder Antigen-Test bestätigt wurden. Die neuen Fälle verteilen sich folgendermaßen auf die drei Provinzen: Castellón 953, Valencia 3.697 und Alicante 3.806 (41 Fälle ohne Angabe). Damit liegt die 14-Tage-Inzidenz in der Region bei 1166,18 (Stand 21. Januar). Erneut sind 98 Covid-19-Patienten in 24 Stunden gestorben. In der Comunidad Valencia wurden bis zum 21. Januar 103.826 Impfdosen gegen das Coronavirus verabreicht. 101.251 vom Hersteller Pfizer-Biontech und 2.580 von Moderna

Update, 21. Januar: 9.810 Corona-Neuinfizierte hat das Landesgesundheitsministerium am Abend des 20. Januar gemeldet, 96 Covid-19-Patienten starben seit der letzten Aktualisierung am Vortag. Auch wenn die Zahlen dienstags, mittwochs und donnerstags wegen Nachmeldungen immer höher sind als an anderen Wochentagen, brechen die aktuellen Werte sämtliche Rekorde. Bei der 14-Tages-Inzidenz erreicht die Region Valencia ebenfalls mit 1.076 Fällen pro 100.000 Einwohnern einen neuen Höchstwert, die Comunidad Valenciana überschreitet erstmals die 1.000-Marke. An der Costa Blanca beziehungsweise in der Provinz Alicante gibt es 3.159 neue Corona-Infizierte. Ab dem heutigen Donnerstag gelten die neuen Corona-Auflagen, während andere Einschränkungen aufgehoben werden: So sind die 29 abgeriegelten Gemeinden in Valencia nicht mehr unter Quarantäne, dazu zählen auch Alcoy, Polop und Oliva.

Corona an der Costa Blanca: Pfleger im Ruhestand rekrutieren

Update, 20. Januar: 7.955 Corona-Neuinfizierte hat das valencianische Gesundheitsministerium am Abend des 19. Januar gemeldet. 2.567 neue Covid-Patienten wurden an der Costa Blanca beziehungsweise in der Provinz Alicante registriert. 98 Menschen sind an Covid-19 gestorben. Knapp 4.000 Covid-Patienten liegen derzeit in valencianischen Krankenhäusern. Angesichts des Personalmangels hat das Landesgesundheitsministerium eine Jobbörse für pensioniertes Gesundheitspersonal eröffnet. Diese sollen unter anderem in der Impfkampagne eingesetzt werden. Freiwillig melden können sich Rentner, die im öffentlichen Gesundheitssystem gearbeitet haben und jünger sind als 70 Jahre.

Coronavirus an der Costa Blanca: Auflagen verschärft

Erstmeldung, 19. Januar: Valencia - Bei einer durchschnittlichen 14-Tages-Inzidenz in der Region Valencia von 896, die in etlichen Gemeinden wesentlich höher liegt, hat Valencias Landesministerpräsident Ximo Puig erneut eine Verschärfung der Auflagen für die Region Valencia verkündet. Ab Donnerstag, 21. Januar, und mindestens 14 Tage lang, gelten an der Costa Blanca folgende Einschränkungen:

  • Gastronomiebetriebe in der Region Valencia dürfen nur noch Essen zum Mitnehmen anbieten.
  • Geschäfte müssen um spätestens 18 Uhr schließen, auch Einkaufszentren. Ausgenommen sind Supermärkte, Apotheken und ähnliches.
  • Sportzentren dürfen nur für Profisportler öffnen. Auch Fitnessstudios sind davon betroffen.
  • Bingo-Säle, Spielhallen und Casinos schließen.
  • Freizeitzentren, Treffpunkte für Rentner und Senioren, Jugendeinrichtungen und ähnliches schließen.

Corona an der Costa Blanca: Sperrstunde auf 20 Uhr vorziehen

Abgesehen von den verabschiedeten Corona-Einschränkungen will die valencianische Landesregierung sich anderen spanischen Regionen anschließen und die Zentralregierung bitten, die Sperrstunde auf 20 Uhr vorzuziehen. Derzeit gilt die nächtliche Ausgangssperre an der Costa Blanca von 22 bis 6 Uhr.

Ministerpräsident Ximo Puig sprach von „schrecklichen Wochen“, die auf die Region Valencia und die Costa Blanca zukommen. Erst vor zwei Wochen hatte die Landesregierung die Corona-Auflagen verschärft. Zu den Auflagen gehörte, dass Bars und Restaurants spätestens um 17 Uhr schließen mussten - laut Puig war diese Maßnahme zwar erfolgreich, aber nicht ausreichend. „Wir haben damit erreicht, dass abends wesentlich weniger Menschen auf den Straßen waren und zusammenkamen“, so Puig.

Coronavirus an der Costa Blanca: Krankenhäuser vor dem Kollaps

Doch die Corona-Zahlen sind nach wie vor wie in ganz Spanien viel zu hoch, die meisten Krankenhäuser an der Costa Blanca sind überlastet wie nie zuvor. Laut Landesgesundheitsministerin Ana Barceló liegen derzeit 3.829 Covid-19-Patienten in valencianischen Krankenhäusern. Am 3. April, mitten in der ersten Corona-Welle waren es 2.189. 36 Prozent der Patienten, die aktuell in valencianischen Krankenhäusern liegen, sind Covid-Patienten. Auf den Intensivstationen (UCI) in valencianischen Krankenhäusern liegen derzeit 505 Covid-Patienten, am 3. April waren es 386. 73 Prozent der Intensivpatienten sind wegen Covid-19 in der UCI. Die aktuelle Situation bezeichnete Barceló als „schlimm, ohne dass es irgendetwas zu beschönigen gibt“.

An der Costa Blanca sind die aktuellen Corona-Zahlen zwar von Ort zu Ort unterschiedlich, aber derzeit haben 35 Gemeinden eine 14-Tages-Inzidenz von mehr als 1.000 Infizierten auf 100.000 Einwohnern, 92 der 141 Gemeinden in der Provinz Alicante übertreffen die 250-Marke, ab der das Gesundheitsministerium von einer „extrem hohen Corona-Ansteckungsgefahr“ spricht. Die Abriegelung von 29 Gemeinden - darunter Alcoy, Polop oder Oliva - in der Region Valencia hat unterdessen nicht die erwünschte Wirkung erzielt. „Nur in vier der 29 Gemeinden ist die Inzidenz gesunken“, so Gesundheitsministerin Ana Barceló. Die Abriegelung endet am Mittwoch, 20. Januar, und wird nicht verlängert.

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