Zum Arzt dürfen Patienten unter Umständen noch begleitet werden. Foto: dpa

Coronavirus-Dekret wird verschärft: Nur noch allein in die Öffentlichkeit und keine Priorität für Friseure

Die Ausrufung des Notstandes am Samstagabend hat Spanien verändert: Cafés geschlossen, leere Straßen...

Die Ausrufung des Notstandes am Samstagabend hat Spanien verändert: Cafés geschlossen, leere Straßen und leere Strände. Die Regierung hat das Dokument konkretisiert und eine aktualisierte Fassung des Dekrets online gestellt. Autofahrten oder Einkäufe müssen zwangsläufig allein stattfinden. Ausnahme ist die Pflege von Kindern, Älteren und Pflegebedürftigen. Friseure sind nicht mehr von der Ausgangssperre ausgenommen. Coronavirus: Neues Dekret, neue Unklarheiten Madrid - ste. Die Regierung hat Passagen im am Samstagabend veröffentlichten Dekret zur Bewältigung der Coronakrise in Spanien abgeändert und konkretisiert. In mehr Passagen als vorher steht mittlerweile das Wort "individual" (alleine). Damit regiert der Gesetzgeber auf die Erfahrung der Polizisten in den letzten Tagen, dass viele Menschen noch immer in Gruppen von mehreren Personen im Auto umhergefahren sind. Zum Beispiel hieß es noch bis Mittwoch im Text: "Während des Alarmzustandes können Menschen nur die öffentlichen Straßen benutzen, um bestimmte Aktivitäten auszuführen". Jetzt heißt es: "Während des Alarmzustandes können Menschen die öffentlichen Straßen nur allein benutzen, um bestimmte Aktivitäten auszuführen." Zu den wichtigsten Ausnahmen zählen: Der Einkauf ist noch gestattet. Ein Arztbesuch ist möglich. Die Rückkehr in die Heimat wird erlaubt. Die Pflege von Bedürftigen darf weiterhin durchgeführt werden. Eine genaue Auflistung der Ausnahmen gibt es in diesem Artikel über den Notstand. Nachdem die Entscheidung, Friseurläden weiterhin geöffnet zu lassen, scharf kritisiert wurde, sind die nun im Dekret nicht mehr als Ausnahme erhalten. Begleitung von Kindern, Senioren und Hilfsbedürftigen erlaubt? Auf diese klare Formulierung folgt die schwammige Ausnahme: "Salvo que se acompañe a personas con discapacidad, menores, mayores, o por otra causa justificada" (außer man begleitet Menschen mit Behinderung, Minderjährige, Ältere oder es liegt ein anderer nachvollziehbarer Grund vor). Einzelne spanische Zeitungen titelten bereits mit der Aussage, man könne von nun an als Familie oder mit einem älteren Menschen zusammen einkaufen gehen. Dies ist allerdings ein Fehlschluss aus dem zitierten Satz. Schaut man sich das Dekret nämlich im Ganzen an, steht explizit, dass sich Risikogruppen, zu denen die vorher Genannten zählen, nicht ohne Grund draußen aufhalten dürfen, wenn es nicht dringend notwendig ist. Auch Einkäufe sollten sie nicht erledigen, sondern Hilfe von Familienmitgliedern oder Freunden in Anspruch nehmen, die keiner Risikogruppe zuzuordnen sind. Es gibt allerdings Aktivitäten, die dringend notwendig sind, aber nicht von zu Hause aus erledigt werden können. Demzufolge ist also eine Fahrt zu einem Arzt zu zweit erlaubt, wenn die kranke Person sich nicht allein fortbewegen kann. Ein Einkauf im Supermarkt mit derselben Person ist hingegen nicht erlaubt, weil im Supermarkt die Anwesenheit der Person nicht vonnöten ist und er auch von anderen übernommen werden kann.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare