Die Inhaberin des Hotels Noguera, Anna Betlem Noguera, steht in Dénia auf der Terrasse des Komplexes
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Anna Betlem Noguera leitet das gleichnamige Familienhotel in Dénia.

Touristen an Costa Blanca

Coronavirus und seine Folgen: Strenge Auflagen für Dénias Hotelbetreiber

  • vonAndrea Beckmann
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In Dénia öffnen immer mehr Hotels, die wochenlang wegen des Coronavirus geschlossen blieben. Jetzt müssen die Hoteliers strenge Hygiene-Richtlinien beachten. 

  • In der Phase 3 des Deeskalationsplans öffnen In Dénia immer mehr Hotelbetreiber ihre Häuser.
  • Bewegungsbeschränkungen innerhalb einer autonomen Region sind hinfällig.
  • Die Hoteliers müssen mit der Wiedereröffnung zahlreiche Sicherheitsvorkehrungen beachten.

Dénia – Anna Betlem Noguera steht vor einer großen Herausforderung. Wie alle Hotelbetreiber in Dénia an der Costa Blanca, die sich dieser Tage auf die Wiedereröffnung ihrer Häuser vorbereiten, hat auch die Inhaberin des Hotels und Restaurants Noguera in erster Linie von Dénias Las Marinas-Strand unzählige Maßnahmen zu treffen. Schließlich möchte die Unternehmerin bei der Wiedereröffnung ihres Hotels am 19. Juni gut gerüstet sein.

StadtDénia
ProvinzAlicante
RegionMarina Alta
Einwohner42.166 (Stand 2019)

„Die Vorgaben des Gesundheitsministeriums in der  Coronavirus-Pandemie für Hotels und Lokale sind streng“, erzählt die Spanierin. Wie viele andere Hotelbetreiber in Dénia zog auch sie es vor, nicht schon in der Phase 2 des Deeskalationsplans zu öffnen. „Der Aufwand mit all den Sicherheitsmaßnahmen wäre zu groß gewesen. Bislang sind ja weder Gäste aus dem Ausland noch aus anderen Regionen unseres Landes zu erwarten“, sagt sie. „Ich wollte warten, bis zumindest wieder Gäste aus ganz Spanien anreisen können.“ 80 Prozent ihrer Kunden seien spanische Urlauber, viele davon aus Madrid und Valencia, während vor allem im Frühjahr und Herbst unter anderem Radsportler aus dem Ausland bei ihr absteigen.

Deutsche Radsportler weilten im Hotel Noguera, als das Coronavirus die Schließung notwendig machte

Ein deutscher Radsportverein weilte auch in ihrem Hotel, als Noguera Mitte März wegen des Coronavirus schließen musste. „Die Gruppe flog planmäßig einen Tag vor Inkrafttreten des Notstands nach Deutschland zurück“, berichtet die Spanierin. „Das war ein Riesenglück.“ Sie habe den Lockdown kommen sehen und sich rechtzeitig daran gemacht, Gästen, die nach dem 15. März reserviert hatten, abzusagen.

Jetzt, so kurz vor der Wiedereröffnung, seien unzählige Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. „Ich habe eine lange Liste mit Vorgaben, die ich nach und nach abarbeite“, sagt Noguera, die sich ihren Optimismus trotz allem bewahrt hat. „Wir haben in den Zimmern die ganze Deko entfernt und Spezial-Matratzenschoner gekauft, die keine Feuchtigkeit durchlassen.“ Kissen, Decken und Handtücher überlasse man den Hotelgästen nach der Reinigung in Plastik verpackt. „Die Gäste, die diesen Sommer zu uns kommen, müssen sich bei Ankunft selbst die Betten beziehen“, sagt Noguera.

Frühstückbuffets können wegen Covid-19 vorerst nicht angeboten werden

„Nach jedem Auszug werden neben der Komplettreinigung auch die Gardinen und Wände desinfiziert. Es muss alles so steril wie möglich gehalten werden.“ Deshalb könne es auch vorerst kein Frühstückbuffet geben. „Das gibt es à la carte.“ Zwei Zimmer sollen in dem Hotel freigehalten werden. So will man gewappnet sein, sollten bei einem Hotelgast Covid-19-Symptome auftreten und er in Quarantäne gehen müssen.

Den Mehraufwand will die Unternehmerin vorerst nicht auf die Zimmerpreise aufschlagen. Damit hofft sie, dass sich das verbleibende Jahr noch halbwegs retten lässt - zumal Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez am Sonntag ankündigte, die Grenzen zumindest für EU-Bürger bereits am 21. Juni zu öffnen. Denn dass sich die Saison so hervorragend gestalten wird, wie es noch vor der Coronavirus-Pandemie zu erwarten war, sei unwahrscheinlich. „Im Februar sah es noch so aus, als wenn 2020 von der Auslastung her das beste Jahr seit langem werden würde“, meint Noguera. „Mit dem Coronavirus hat einfach niemand gerechnet.“

Im Hotel Rosa hofft man auf Spontanbuchungen, um die diesjährige Hauptsaison noch einigermaßen zu retten

Auch im Hotel Rosa in Dénia laufen die Vorbereitungen für die Wiedereröffnung am 23. Juni auf Hochtouren. Geschäftsführer Patricio Kessous geht davon aus, dass viele Urlauber aus Unsicherheit erst kurzfristig Entscheidungen treffen und Zimmer reservieren werden. „Wir haben sonst von Mai bis Juli eine Auslastung von etwa 85 Prozent“, berichtet der Spanier. „Bislang liegen uns für die kommenden Monate noch nicht viele Reservierungen vor, aber ich denke, da tut sich noch was.“

Dass es viele Sicherheitsvorkehrungen zu bedenken gibt, sieht Kessous nicht als problematisch an. „Es ist zwar alles etwas unbequem, aber wir werden uns daran gewöhnen müssen und schaffen das schon“, meint er optimistisch. Man müsse jetzt in die Zukunft sehen: „In einem bis eineinhalb Jahren wird alles überstanden sein.“

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