Atemmasken gegen Coronavirus

Coronavirus-Masken: Hersteller aus l‘Alfàs del Pi erklärt Unterschiede zwischen Modellen

  • vonStella Kirchner
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Spanien hat eine weitreichende Maskenpflicht eingeführt. Doch welche Modelle gibt es und wofür sind welche Arten geeignet. Ein Hersteller gibt Auskunft. 

  • Coronavirus: In Spanien muss eine Maske in öffentlichen Innenräumen und draußen getragen werden, wenn der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann.
  • Maskenpflicht Spanien: Die Regierung empfiehlt Bürgern, die nicht im Gesundheitswesen arbeiten, OP-Masken aus Papier.
  • Apotheken bieten die Masken zu einem geregelten Maximalpreis von 96 Cent pro Stück an.
Apotheken bieten zertifizierte Produkte für maximal 96 Cent.

Valencia- Auf dem Weg in die neue Normalität nach dem Coronavirus will Spanien seine Maskenpflicht noch stärker durchsetzen als bisher. Immer, wenn ein Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann oder in öffentlich zugänglichen Innenräumen sowie in Öffentlichen Verkehrsmitteln muss eine Maske getragen werden. Doch welche ist für wen die richtige? Ein Unternehmen aus l‘Alfàs del Pi, das ganz Spanien mit seinen Masken, Trennscheiben und Visieren beliefert, gibt Auskunft darüber, welche Schutzausrüstung für welche Personengruppe geeignet ist.

Coronavirus Maskenpflicht: Welche Maske für welche Menschen?

Für ganz Spanien produziert die Vereinigung Encuentros Empresariales, die ursprünglich ein Zusammenschluss von Handwerksbetrieben, Kooperativen und Vereinen in Altea war. „Unsere Ausrüstung ist sehr professionell, wir haben einen 3D-Drucker, industrielle Näh- und Schweißmaschinen, womit wir Schutzausrüstung industriell herstellen können“, erklärt Unternehmer und Gruppenleiter Silvio Monroy aus l‘Alfàs del Pi, der die Arbeit in der Marina Baja und Alta koordiniert. Insgesamt arbeiten für den Verein über 130 Freiwillige in sieben Produktionsstätten: l‘Alfàs del Pi, Altea, Calpe, Benidorm, Almoradí, Elda (alle Provinz Alicante) und Alcantarilla (Murcia). Diese Artikel und viele mehr bilden die Grundlagen, um die allgemein geltende Maskenpflicht zu erfüllen. Diese Pflicht wird neben anderen Vorsichtsmaßnahmen gegen das Coronavirus über das Ende der Notstandsgesetze hinaus gelten.

Eine chirurgische Maske schützt vor allem das Umfeld des Trägers.

„Unsere Schutzmasken aus Stoff werden in Altea und Elda in Serie hergestellt“, erzählt Monroy. Dabei handelt es sich um sogenannte OP-Masken, die Mund und Nase abdecken und aus mehreren Lagen Stoff oder Papier bestehen. Die Papier-Masken sollten aus Hygienegründen nur einmal verwendet werden und die Stoffmodelle sollten regelmäßig gewaschen werden, sodass sie vor Keimen geschützt sind. Das deutsche Bundesgesundheitsministerium gibt Tipps zur Pflege von selbst hergestellten Masken aus Stoff. Die OP-Masken schützen einen gesunden Träger kaum vor dem Coronavirus, bilden aber eine Barriere, sollte der Träger selbst infiziert sein.

Coronavirus: Masken für Gesundheitspersonal und Risikogruppen

Wirkungsvoller gegen eine Infizierung mit Sars-CoV-2 sind sogenannte Filtering Facepiece- (FFP-) Masken. Diese Masken sind aus festem Material hergestellt und besitzen ein Atemventil. Durch dieses kann allerdings der Erreger an die Umwelt abgegeben werden. Und Vorsicht: Diese Mundschutze sind schwieriger herzustellen als die einfachen OP-Masken aus Papier oder Stoll. Das Robert-Koch-Institut rät dazu, sie nur dem Pflegepersonal oder Risikogruppen zur Verfügung zu stellen, um diejenigen zu schützen, die besonders gefährdet für Covid-19 sind.

Eine FFP-Maske bewahrt den Träger vor einer Ansteckung.

Zusätzlich zu den Masken mindern auch Gesichtsschutzscheiben aus Plexiglas die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus. „Die Schutzscheiben stellen wir hier in l‘Alfàs del Pi mit einem 3D-Drucker her. Dabei konnten wir die Geschwindigkeit stark verbessern. Anfangs haben wir fünf Minuten für einen Artikel gebraucht. Mittlerweile dauert es nur noch gut anderthalb Minuten“, so Monroy stolz. An Rekordtagen habe die Gruppe 1.500 Stück produziert und an ganz Spanien weitergegeben.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betont, dass jeglicher Gesichtsschutz nur gegen Sars-CoV-2 wirksam ist, wenn er richtig angewandt wird: Beim Anziehen sollten die Hände die Schutzgegenstände so wenig wie möglich berühren, Masken sollten nach spätestens sechs bis acht Stunden Tragen ausgetauscht und Scheiben desinfiziert werden. Visiere sollten auch nur in Kombination mit einer Maske getragen werden, da sie hinten offen sind und somit immer noch Viren über die Atemwege eindringen können.

Maskenpflicht Costa Blanca: richtige Priorisierung der Modelle

Unternehmer in Alfaz del Pi fertigen Schutzausrüstung.

Seit Ausbruch des Coronavirus sind alle Schutzgegenstände, vor allem aber FFP-Masken chronisch ausverkauft und fehlen Seniorenheimen, Krankenhäusern und der Polizei. „Die Menschen sollten nicht nur an sich selbst denken“, ärgert sich Silvio Monroy. „Je vorsichtiger sie sich verhalten, desto weniger erkranken und desto besser ergeht es dem Gesundheitspersonal und der Polizei“. Die Gegenstände von Encuentros Empresariales werden vom Gesundheitspersonal und Polizeieinheiten in ganz Spanien genutzt. „Immer wieder beschweren sich Anwohner in l‘Alfàs del Pi, dass wir zum Beispiel Madrid versorgen. Aber wir sind uns ganz sicher, dass Schutzausrüstung in die Krankenhäuser, Seniorenheime und Polizeistreifen gehören, egal, ob sich diese in Granada, Alicante oder auch Madrid befinden“, stellt der soziale Unternehmer klar.

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