"Weiter so, gemeinsam werden wir siegen!" - Transparent an einer Grundstücksmauer in Torrevieja/Alicante. Foto: Ángel García.

Coronavirus: Menschen sterben - Politiker streiten

- Aktuelle Zahlen, Stand 15. April - "Auf ganzer Linie versagt": Schlagabtausch im...

- Aktuelle Zahlen, Stand 15. April - "Auf ganzer Linie versagt": Schlagabtausch im Parlament - Ex-Regierungschef Rajoy beim "Walking" erwischt - "Ziehen Sie um!" - Nachbarn vertreiben Krisenhelfer - IWF sagt 8%-Regression der spanischen Wirtschaft voraus - Vorschau auf die kommende Ausgabe der CBN Registrierte Infizierte: 177.633 (Vortag: 172.541) Tote: 18.579 + 523 (Vortag: 18.056 +567) Gesundgeschrieben: 70.850 (Vortag: 67.504) Quelle: Ministerio de Sanidad Madrid - mar. Genau einen Monat nach Inkraftreten des Alarmzustandes muss sich die Regierung einer "Kontrollsitzung" im Kongress, dem spanischen Parlament, stellen. Es ist das erste Plenum dieser Art seit 26. Februar, die anderen Zusammenkünfte dienten lediglich den Beschlüssen zum Alarmzustand. "Auf ganzer Linie versagt": Generalabrechnung im Parlament Wie erwartet nutzt die Opposition die Gelegenheit für eine Generalabrechnung, wo vor allem PP und Vox in teils dramatischer Wortwahl ein Versagen der Regierung von Pedro Sánchez behaupten und den Regierungschef teils persönlich für "tausendfachen Tod von Spaniern" verantwortlich machen und dafür, dass "Spanien heute die höchste Sterberate pro Millionen Einwohner weltweit habe". Er hätte viel zu spät gehandelt, zu wenige Tests organisiert, Reisebeschränkungen zu spät eingeführt. PP-Chef Pablo Casado sprach von einer "schändlichen, unfähigen Politik", Sánchez würde "nur an die Macht denken, während wir nur an die Spanier denken". Sánchez fordert hingegen "Einigkeit", sie sei das einzige, "das das Virus besiegen kann". Seine Maßnahmen basierten auf den Erkenntnissen der Wissenschaft und Fachleute und Spanien liege mit seinen Maßnahmen an der Spitze im internationalen Kampf gegen das Virus. Seine Minister versuchten die schweren Vorwürfe durch rationale Erklärungen zu entkräften, wobei auch Fehler eingräumt wurden. Dabei wurden auch zahlreiche offensichtliche Lügen von Oppositionspolitikern entlarvt. Deren Vorwürfe weisen einen Grundwiderspruch auf: Sie kritisieren auf der einen Seite die Paralysierung des Landes durch den Alarmzustand, werfen aber Sánchez gleichzeitig zu inkonsequentes Handel vor. Er mache alles falsch, die Gegenvorschläge sind indes rein politischer Natur. Sánchez besteht indes auf einem breiten gesellschaftlichen Pakt zwischen Sozialpartnern, Regierung, Opposition und anderen Interessensvertretern, für sein "Wiederaufbauprogramm". Nach Ablauf des Alarmzustandes - der nächste Woche vermutlich zunächst bis 10. Mai verlängert wird, wobei erste Erleichterungen bei der Ausgangssperre eingebaut werden könnten, z.B. für kleine Kinder - kann Sánchez nicht mehr mit Dekreten regieren, sondern muss für Gesetze Mehrheiten finden. Die rechte Opposition bindet ihre Zustimmung an Zugeständnisse und will mehr Macht für die von ihnen kontrollierten Regionen. Ex-Regierungschef macht Frühsport Der frühere Regierungschef, Sánchez` Vorgänger, Mariano Rajoy, PP, wurde dabei gefilmt, wie er die Ausgangssperre missachtete. Aufnahmen zeigen ihn beim "Walking" in der Nähe seiner Residenz in Madrid, wo er rund eine halbe Stunde Runden dreht. Nachbarn berichteten dem TV-Sender La Sexta, dass er das täglich mache. Aktive PP-Politiker wollten sich dazu nicht äußern, die Polizei leitet ein Verfahren ein. Rajoy hat nun mit einer Geldbuße, wegen des Wiederholungsfalles womöglich auch mit einem Strafverfahren zu rechnen. Nachbarn wollen Mediziner vertreiben Für Aufregung in Medien und Sozialen Netzwerken sorgen Aufforderungen von Nachbarn an Mitarbeiter des Gesundheitswesens und von Supermärkten sich für die Dauer der Epidemie eine andere Wohnung zu suchen. Es wurden mehrere an Wohnungs- und Haustüren angebrachte Schreiben öffentlich, die ausdrückten, dass man "nicht noch mehr Risiken eingehen wolle" und die in erster Linie Arbeitenden "sich so lange eine andere Bleibe" suchen sollten. Einer Ärztin in Barcelona wurde an ihr Auto "Ansteckende Ratte" gesprüht. Die Polizei ermittelt wegen Aufruf zum Hass und versuchter Nötigung. Vorhersagen zu schwerer Wirtschaftskrise Der Internationale Währungsfonds (IMF) schätzt einen Rückgang der Weltwirtschaft für 2021 um drei Prozent. Das wäre der größte weltweite Einbruch seit der Großen Depression in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts. Dabei gibt es von Land zu Land jedoch teils gewaltige Unterschiede. So wird die "Exportnation" Deutschland 7,2% des BIP verlieren, im Jahr 2022 aber wieder um 5,2% zulegen. Spanien, das vor allem vom Tourismus lebt, bricht nach IWF-Angaben gegenüber 2019 um 8 Prozentpunkte ein und soll im Jahr darauf 4,3 Prozent zulegen, also etwas mehr als die Hälfte des Ausfalls wieder gutmachen. Am stärksten betroffen werden unter den größeren Ländern Venezuela mit -15% und Griechenland mit -10% sowie Italien und Kroatien mit je -9% sein. Vorschau aktuelle CBN Neben dem Überblick über den Stand der Coronavirus-Krise, die aktuelle politische Lage, neue Maßnahmen der Regierung, die Rolle Europas und vielen bewegenden persönlichen wie informativen Geschichten aus den Gemeinden entlang der Küsten, bietet die kommende CBN (ab Freitag, 17. April) unter anderem auch Tipps zum Kauf, Herstellen und Umgang mit Schutzmasken, zum Einkaufen in der Krise, zum Skypen mit den Enkeln, zu Symptomen der Corona-Infektion und wir werfen einen Blick in das Leben leergefegter Dörfer sowie auf die Hintergründe von Fake-News und mögliche Zukunftsszenarien für Spanien und die Welt nach dem Alarmzustand. Eine Liste der aktuell die CBN führenden Kioske/Supermärkte etc. sowie Möglichkeiten der Online-Bestellung (print/E-paper) finden Sie hier.

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