Pedro Sánchez, Ministerpräsident von Spanien, trägt eine Mundschutzmaske und Latexhandschuhe, als er im Rahmen der Corona-Pandemie das Gelände der Fabrik Hersill besucht. Hersill stellt medizinische Produkte her. Foto: dpa

Coronavirus: Sánchez erwägt Verlängerung des Notstands

Ministerpräsident Sánchez erwägt Notstandsverlängerung bis 26. April Zahl der Angesteckten: 124...

Ministerpräsident Sánchez erwägt Notstandsverlängerung bis 26. April Zahl der Angesteckten: 124.736, Zahl der Toten: 11.744, Zahl der Entlassenen: 34.219 Über Nacht sind 809 Menschen gestorben - weniger als in den Tagen zuvor Madrid – sk. Die Covid-19-Pandemie scheint in Spanien noch keine Lockerung des Notstandsdekrets zuzulassen. Ministerpräsident Pedro Sánchez hat sich mit Experten und der Opposition kurzgeschlossen und alles deutet daraufhin, dass die Regierung in Kürze die Verlängerung des Notstands, der am 13. April ausläuft, um weitere zwei Wochen bis 26. April bekannt geben wird. Das Gesundheitsministerium vermeldet am Samstagmorgen 124.736 Infizierte und damit 7.026 mehr als am Vortag. Damit liegt Spanien weiterhin über dem Stand von Italien. Das Land beklagt insgesamt 11.744 Tote und damit 809 mehr als vor 24 Stunden. So wenig Todesopfer vermeldete das Ministerium von Salvador Illa zuletzt am 27. März. Von da an nahm die Zahl der Toten stets um 810 pro Tag zu - bis heute. Eine positive Tendenz ist, dass der prozentuale Anstieg der Ansteckungen weiter sinkt und der Graph sich immer mehr der Marke von fünf Prozent nähert. Sánchez will sich dafür um die Unterstützung des Oppositionsführers Pablo Casado (PP) bemühen – zumal das Parlament dem zustimmen muss. Ihre Beziehung wird allerdings von einer zwölf Tage andauernden Funkstille und schweren Vorwürfen der PP an das Krisenmanagement der Regierung überschattet Die Opposition und auch Partner wie PNV halten Sánchez immer noch vor, dass er vergangene Woche einem großen Teil der Wirtschaft den Stillstand verordnete, ohne das vorher besprochen zu haben. Die vergangene Woche verlief für Spanien erwartungsgemäß schlecht. Auch die kommende Woche wird sicherlich hart werden. Todeszahlen von weit mehr als 800 und sogar an zwei Tagen über 900 pro Tag erschütterten das Volk. Derzeit scheint es nicht wahrscheinlich, den Notstand aufzuheben. Wohl erklingen auch aus der Bevölkerung die ersten Forderungen nach einer Lockerung der Auflagen. Die Zahlen stützen diese Forderungen noch nicht. Politiker wie etwa Gesundheitsminister Salvador Illa lancierte allerdings bereits Ankündigungen über eine progressive Aufhebungen der Verordnungen, die die Bewegungsfreiheiten der Bürger doch massiv einschränken. Einen konkreten Zeitrahmen nannte er nicht. Seuchenexperten wie der ebenfalls erkrankte Epidemiologe Fernando Simón sprach sich auch dafür aus, dass Spanier in der Öffentlichkeit – etwa auf dem Weg zur Arbeit oder bei den Einkäufen im Supermarkt – eine Atemschutzmaske tragen sollten. Man kann darüber spekulieren, ob der Richtungswechsel einer baldigen schrittweisen Lockerung der Vorschriften wie etwa das Ausgangsverbot, einem Zugeständnis an die Empfehlungen asiatischer Experten, neuen Erkenntnissen über die Verbreitung des Virus oder einfach einer Aufstockung des Bestands der Masken geschuldet ist. Allerdings empfiehlt nun auch das deutsche Robert-Koch-Institut das Tragen der Atemschutzmasken.

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