Mehr Neuinfizierte in Marina Alta

Trotz Coronavirus-Rückschlag: Dénia fühlt sich fit für Phase 1

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Die Corona-Epidemie klingt in der Region Valencia ab. Das Land will sich dem Tourismus öffnen.
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In der Marina Alta von Dénia bis Calp glaubte man, das Schlimmste der Coronavirus-Krise schon überwunden zu haben. Doch am Donnerstag musste der Kreis einen Rückschlag einstecken.

  • Coronavirus schlägt zu: 13 Neuinfizierte in Marina Alta.
  • Wegen geringer Corona-Zahlen: Valencias Ministerpräsident tritt für Grenzöffnung ein.
  • Entspannung an Corona-Front in Spanien: Zahlen geben Anlass zur Hoffnung.

Valencia/Madrid - Einen Rückschlag bei der Bekämpfung der Coronavirus-Krise musste der Kreis Marina Alta einstecken. Tagelang verzeichnete das Gebiet von Dénia bis Calp kaum noch einen oder wenige Corona-Infizierte, doch von Mittwoch auf Donnerstag ist die Zahl der Infizierten um 13 Personen und damit ungewöhnlich stark angestiegen. Seit dem 12. April hat es keinen so starken Anstieg mehr gegeben, als sich die Zahl der Corona-Infizierten auf einen Schlag um 75 erhöht hatte. Trotzdem ist die Region gerüstet für die erste Phase des Deeskalationsplans, der Spanien aus der Gesundheitskrise führen soll.

221 Corona-Infizierte: Höchster Covid-19- Anstieg seit 12. April in Marina Alta

Am Donnerstag litten 221 Einwohner im Marina-Alta-Kreis an Covid-19, am Mittwoch waren es noch 208, die das Coronavirus in sich trugen.  Trotz des Rückschlags schlägt sich die Marina Alta innerhalb der Region Valencia noch wirklich gut, nur in den Gesundheitsbezirken von Vinaròs in der Provinz Castellón, Elche-Crevillente und Orihuela an der südlichen Costa Blanca werden weniger Covid-19-Patienten versorgt. Ferner war am Donnerstag der achte Tag in Folge, an dem kein Covid-19 Opfer aus der Marina-Alta mehr beklagt werden muss.   

Die Intensivstationen der Region Valencia versorgten am Donnerstag 102 Corona-Patienten, was einem Rückgang von fast 75 Prozent im Vergleich zu den höchsten Auslastungszahlen der UCIs entspricht. Die Belastung der Krankenhäuser wegen der Corona-Pandemie nahm spürbar ab, es wurden 572 Covid-19-Patienten behandelt, vor einem Monat lag die Zahl bei 2.189. Um die 15 Coronavirus-Infizierte werden pro Tag zur stationären Behandlung eingewiesen, was kein Vergleich zu den 368 zu Spitzenzeiten der Pandemie ist. Ferner konnten insgesamt bereits über 7.750 Patienten entlassen werden, sechs von zehn haben Covid-19 also überwunden.

Corona geht, Tourismus muss kommen: Valencia will offene Grenzen

Diese guten Zahlen bei der Eindämmung der Corona-Pandiemie kann Valencias Ministerpräsident Ximo Puig nun gut gebrauchen. Nicht nur, weil seine Provinzen am Montag, 11. März, in die erste Phase des Deeskalationsplans eintreten sollen, sondern weil er sich zusammen mit seiner Kollegin von den Balearen, Francina Armengol,  gegenüber der spanischen Regierung und der EU für die Gewährleistung der Reisesicherheit im EU-Binnenraum und die Wiederbelebung des Tourismus einsetzen will.

Beide fordern die EU auf, ein Protokoll auszuarbeiten, mit dem Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Mobilität der Personen und die Ankunft von Touristen aus dem Ausland so gering wie möglich gehalten werden. Puig wie Armengol werten es als eine Priorität, dass Reisefreiheit wie Schengen-Abkommen wieder in Kraft treten sobald die Gesundheitsbehörden dies für möglich und das Ende der Pandemie für absehbar halten. Ferner soll die spanische Regierung einen „Plan für die Reaktivierung des Tourismus“ ausarbeiten.

Auch spanienweit betrachtet nimmt die Corona-Pandemie eine Entwicklung, die Anlass zu Hoffnung gibt. Am Donnerstag hat das spanische Gesundheitsministerium 754 Corona-Neuinfizierte verzeichnet, ein leichter Anstieg gegenüber den 685 vom Vortag auf insgesamt 221.447. Prozentual gesehen wuchs die Zahl der Corona-Infizierten um 0,34 Prozent. Kritisch sieht die spanische Regierung die Entwicklung in Regionen, wo pro 100.000 Einwohner noch mehr als zwei Covid-19-Erkrankte verzeichnet werden, das sind neben Madrid und Katalonien noch Aragón, Kastilien-León und Navarra.

Corona in Spanien: Lage entspannt sich, Madrid und Katalonien Ausnahmen

Von Mittwoch auf Donnerstag hat Spanien 213 Bürger an das Coronavirus verloren, 244 waren es am Tag zuvor gewesen. Damit raffte die Corona-Pandemie bereits 26.070 Menschen im Land dahin. Prozentual gesehen entspricht der tägliche Anstieg der Todesfälle 0,8 Prozent. Ferner mussten 548 Corona-Infizierte in stationäre Behandlung eingewiesen werden, was einem  Anstieg von 0,45 Prozent entspricht, bei den Intensivstationen beläuft er sich auf 0,53 Prozent. „Die Zahlen entsprechen glücklicherweise weiterhin der Entwicklung, die wir uns erwarten“, sagt Fernando Simón, Chefepedemiologe und Leiter des Koordinationszentrums für Notfälle.

Der Corona-Pandemie hat sich inzwischen regional sehr unterschiedlich ausgebreitet. Madrid und Katalonien vereinen 30 Prozent der spanischen Bevölkerung, aber 69 Prozent aller Covid-19-Patienten wurden in den vergangenen 24 Stunden in Intensivstationen dieser beiden Regionen eingewiesen.

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