Aufschlüsselung der Coronavirus Fallzahlen in Spanien nach Regionen. Abb.: Ministerio de Sanidad

Coronavirus Spanien: Offiziell über 18.000 Tote

- Aktuelle Zahlen: Verlangsamung langsamer als erhofft - Wer denkt an die Kinder: Kinderärzte forder...

- Aktuelle Zahlen: Verlangsamung langsamer als erhofft - Wer denkt an die Kinder: Kinderärzte fordern baldigen Ausgang - 3,5 Millionen Anträge: Erte-Zahlungen verzögern sich Mardrid - mar. Binnen 24 Stunden starben in Spanien weitere 567 Menschen an und mit dem Coronavirus, ein Zuwachs von 3%. Am Vortag waren es 517. Damit steht die offizielle Todesbilanz bei 18.056 Opfern, wobei selbst die Regierungsstellen zwischen den Zeilen einräumen, dass das Virus womöglich bereits doppelt so viele Opfer gekostet haben dürfte, weil Todesfälle an nicht getesteten Patienten oder tot aufgefundenen Heimbewohnern zu selten durch Obduktionen untersucht werden konnten. Die Zahl der registrierten Infizierten wird per 14. April, 12 Uhr, mit 172.541 angegeben, 3.045 mehr in 24 Stunden. Hier wird von führenden Virologen geschätzt, dass damit ungefähr 10-15% der tatsächlich Infizierten erfasst sind. Mehr Tests sollen hier - allmählich - größere Klarheit schaffen. Diese werden sowohl von der Zentralregierung in Feldversuchen forciert, als auch an die Autonomen Regionen abkommandiert. Diese sollen vor allem Privatkliniken zu Testzentren machen, wofür sie extra die Kommandogewalt von Madrid erhalten haben. Was die offiziellen Zahlen bei aller Unsicherheit dennoch belegen, ist die Tendenz: 2% nahm die Zahl der Infizierten binnen 24 Stunden zu, vor vier Wochen lag diese Rate noch bei 24%. Mittlerweile sind fast 40% der registrierten Infizierten genesen. Das sind gute Nachrichten. Der Chef des sanitären Krisenstabes, Fernando Simón, selbst wegen Infektion in Quarantäne, sagte: "Wir haben weiter Todesfälle, mit einer Abwärtstendenz, doch tatsächlich immernoch in Größenordnungen, die wir so schnell wie möglich absenken müssen." 2.777 mehr Gesundgeschriebene zum Vortag, "hier hat sich noch nicht eingestellt, was wir Experten gerne sehen würden, nämlich, dass die Zahl der Geheilten höher liegt als jene der Neuinfizierten", so Simón. Die Einlieferungen in Krankenhäuser und auf Intensivstationen wuchsen binnen 24 Stunden je um 2%. "Leider gibt es hier wegen der langen Aufenthaltsdauer der Patienten immer noch einen Akkumulations-Effekt, welche die UCIs und Krankenhäuser sehr belasten". Der Druck, so Simón, ist aber nicht mehr so hoch wie in den Vorwochen und regional unterschiedlich stark. Das Familienministerium hat eine Studie gestartet mit dem Ziel, den Kindern als erste eine Erleichterung der Ausgangssperre zu ermöglichen. Die Initiative dazu kommt von der Nationalen Vereinigung der Kinderärzte, die Stress, Angst und Übergewichtigkeit als Quarantäne-Folgen bei Kindern erkennen und dringend "Ausgang" für die Jüngsten fordern. Konkrete Maßnahmen dazu werden aber nicht vor nächster Woche bekannt gegeben werden. Auf der anderen Seite fordern Lehrer- und auch Elternorganisationen, den Schulbetrieb im Sommer wieder aufzunehmen - wenn eigentlich Ferien sind - um den Unterrichtsausfall irgendwie ausgleichen zu können. Probleme gibt es momentan bei der Bewilligung der ERTE, also der zeitweisen Freistellung von Arbeitnehmern. 3,5 Millionen Anträge landesweit haben das System kollabieren lassen, die Sachbearbeiter kommen nicht hinterher. So werden viele, die im März von den Betrieben "ausgestellt" wurden, erst im Mai Geld erhalten. Dafür sollen die ERTE wegen "höherer Gewalt" wohl auch im Mai für Unternehmen möglich werden, was Gewerkschaften kritisieren. Einige Regionen zahlen etwas auf das Arbeitslosengeld auf, in Valencia z.B. 150 Euro pro Monat.

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