Testen, testen, testen - und darauf basierend handeln. Foto: EFE|Chef des technischen Krisenstabes und das Gesicht der Krise, Fernando Simón. Foto: EFE

Coronavirus Spanien: Quarantäne wirkt - aber langsam

- Aktuelle Zahlen Coronavirus Spanien: 85.200 Infizierte, 7.340 Tote - Fragile, aber spürbare Verlan...

- Aktuelle Zahlen Coronavirus Spanien: 85.200 Infizierte, 7.340 Tote - Fragile, aber spürbare Verlangsamung der Zuwächse - Folge der Quarantäne - 50 Milliarden Euro monatlicher Schaden durch Produktionsstopp - Chef des Krisenstabs erkrankt an Coronavirus Montag, 12 Uhr, die aktuellen Zahlen zum Coronavirus in Spanien aus dem Gesundheitsministerium: - Infizierte: 85.195 (+8,11%) - Tote: 7.340 (812 mehr +12,4%) - Auf Intensivstationen: 5.231 - Gesund geschrieben: 14.780 Zu den Infizierten gehören rund 10.000 Angestellte des Gesundheitswesens, sechs Ärzte und eine Krankenschwester verstarben bereits. Madrid - mar. Die Pressekonferenz des technischen Krisenstabs der Regierung wird am heutigen Montag erstmals nicht von Fernando Simón, Direktor des Notfallzentrums und das Gesicht dieser Krise geleitet. Dieser sei positiv auf Coronavirus getestet worden und zeige "einige Symptome". Ein zweiter Test solle Klarheit verschaffen. [caption id="attachment_74234" align="aligncenter" width="1280"] Chef des technischen Krisenstabes und das Gesicht der Krise, Fernando Simón. Foto: EFE[/caption] Leichte, fragile Abflachung Die Kurve neigt sich, langsam, aber spürbar. Der Zuwachs an Infizierten sinkt seit Mittwoch der Vorwoche ab. Am Montag, 30. März, registrierte man 8 Prozent mehr Infizierte als am Tag zuvor, vor einer Woche waren es noch 20 Prozent. Und das trotz deutlich mehr Tests. Sichtbar ist das leichte Einbremsen des Virus auch daran, dass sich Zahl der Toten bisher im Rhythmus von zwei bis drei Tagen verdoppelt hat, seit Ende letzer Woche tut sie das binnen drei bis vier Tagen. Das schließt nicht aus, dass an einigen Tagen neue Rekorde aufgestellt werden, doch die Verdopplungsrate entschleunigt sich. In Italien ist man bereits bei einer Woche angekommen, in der sich die Zahl der Toten verdoppelt, in Südkorea liegt sie bei 10 bis 15 Tagen. Doch auch wenn die exponentielle Rate sinkt, bedeutet das weiter viele Tote, denn es ist noch immer ein Anstieg berechnet auf einer stetig höheren absoluten Zahl von Toten. Dass es bei der Zählweise viele Unschärfen und natürlich eine enorme Dunkelziffer gibt, ist allen klar, auch wenn durch die Erhöhung der Testdichte und die Vereinheitlichung der Erfassungsmethoden allmählich Ordnung reinkommt. Worum es aber geht, ist der Trend und der ist klar. Zeit sparen, Leben retten Die leichte und noch als fragil zu bewertende Abflachung ist in erster Linie eine Folge der Ausgangssperre, da sind sich die Experten einig. Das war auch ihr erklärtes Ziel. Und genau hier setzt die Verschärfung des Lockdowns, die seit heute gilt, an. Das Kalkül: Man will in Spanien 10-12 Tage früher an den Höhepunkt bei Toten wie bei Infizierten und vor allem bei in die Intenisivstationen Eingelieferten kommen als man das ohne die Verschärfung würde und in rund vier Wochen langsam Richtung Normalität zurückkehren können. Die Verschärfung, so rechnen Statsitiker vor, rettet mindestens 5.000 Menschenleben. Die Stillegung der nicht essentiellen Produktion fährt die Wirtschaftsleistung auf rund 40% des Normalzustandes zurück und kostet das Land pro Woche ungefähr zwei Prozent Wertschöpfung für das Bruttosozialprodukt, also rund 50 Milliarden Euro. Statistisch rutscht Spanien, wie alle Länder Europas, in eine große Rezession. Welche Opfer die bringen wird, ist noch unklar, die nationalen Hilfspakete und das, was bis jetzt die EU angedacht hat, werden für eine schnelle und nachhaltige Erholung jedoch nicht ausreichen.  

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