Dénias Bürgermeister Vicent Grimalt hofft auf deutsche Urlauber

Tourismus in Corona-Zeiten: Dénia will mit Ausländern Saison retten

  • vonAndrea Beckmann
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Das spanische Festland öffnet zum 1. Juli die Grenzen für ausländische Urlauber, die Balearen und Kanaren können schon ab 22. Juni Urlauber empfangen. Dénias Bürgermeister Vicent Grimalt macht sich trotzdem wenig Hoffnungen auf eine gute Tourismussaison.

  • Spaniens Regierung öffnet ab 22. Juni Balearen und Kanaren für Urlauber, das Festland ab 1. Juli.
  • Kommunalpolitiker begrüßen Maßnahme, erwarten jedoch keine Spitzensaison.
  • Dénias Bürgermeister hofft auf ein Wiederbelebung des Sektors ab 2021.

Dénia - Der an der nördlichen Costa Blanca gelegene Küstenort Dénia ist gleichermaßen beliebt bei nationalen sowie ausländischen Urlaubern. Bürgermeister Vicent Grimalt (PSOE) zufolge setzt sich der Tourismus in dem seit Jahren boomenden Ferienort jeweils zur Hälfte aus spanischen und internationalen Touristen zusammen, wobei der Anteil deutscher Urlauber 2019 bei etwa zehn Prozent lag. Mit der CN sprach der Sozialist über die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie und die angekündigte Öffnung der Grenzen auf die Tourismusbranche.

Der Bürgermeister von Denia, Vicent Grimalt, hofft auf ausländische Touristen.
Herr Grimalt, rechnen sie diesen Sommer mit Tourismus aus dem Ausland?
Ja, das tue ich. Vorausgesetzt natürlich, die Zahl der Coronavirus-Infektionen ist weiterhin rückläufig. Sofern nichts Unvorhergesehenes passiert, werden ab 1. Juli wieder ausländische Touristen nach Spanien einreisen können. Diese Möglichkeit werden vor allem diejenigen wahrnehmen, die hier einen Zweitwohnsitz haben.
Welche Erwartungen stellen Sie als Bürgermeister an den Sommer?
In diesem Jahr ist nichts, wie es einmal war und es müsste jedem klar sein, dass wir diesen Sommer nicht annähernd das Tourismusaufkommen haben werden, das wir von den Vorjahren gewohnt sind. Dies macht es sehr schwierig. Verglichen mit anderen Küstenorten sind wir jedoch im Vorteil. Wir sind nicht auf Pauschal-Tourismus angewiesen wie etwa Benidorm. Dénia zeichnet sich durch Residenzialtourismus aus.
Wie schätzen Sie die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise auf die Tourismusindustrie vor Ort ein?
Die finanziellen Verluste werden erheblich sein. Das hat sich bereits Mitte März durch die Annullierung der Fallas gezeigt, zu denen traditionsgemäß sehr viele Urlauber nach Dénia kommen. Es muss befürchtet werden, dass einige der kleinen Familienunternehmen der Gastronomiebranche den Sommer nicht überleben werden.
Welche Rolle spielen für Dénias Tourismusindustrie Residenten und Urlauber aus dem Ausland?
Die Hälfte des Tourismus in Dénia wird von ausländischen Besuchern getragen. Feriengäste aus dem Ausland spielen also für unseren Ort eine bedeutende Rolle. In dieser schwierigen Zeit setzen wir mehr denn je auf nationale Urlauber, aber es ist illusorisch zu hoffen, dass der Rückgang ausländischer Besucher, der für den Sommer erwartet werden muss, durch nationale Urlauber aufgefangen werden kann. Es mag sein, dass im Juli und August mehr spanische Urlaubsgäste an die Costa Blanca kommen werden als sonst, schon deshalb, weil es einfacher sein wird, mit dem Auto als mit dem Flugzeug zu verreisen. Dennoch glaube ich nicht, dass das zu erwartende Mehr an nationalen Urlauben groß genug sein wird, um die Hauptsaison zu retten.
Ab wann rechnen Sie damit, dass sich Dénias Tourismusbranche von dieser Krise erholt haben und das Urlauberaufkommen wieder so wie früher sein wird?
Ich setze mein Vertrauen in das kommende Jahr. Möglicherweise wird es bis dahin eine Schutzimpfung gegen das Coronavirus geben oder zumindest wirksame Medikamente. Ich hoffe, dass sich die Lage 2021 normalisiert haben wird.
Es wurde schon lange davor gewarnt, dass Dénia zu sehr vom Tourismus abhängig ist.
Das ist zum Beispiel der Grund, warum wir so intensiv daran arbeiten, Dénia als eine der kreativen Städte der Gastronomie der Unesco weltweit in den Fokus zu rücken. Dabei geht es bei weitem nicht nur um die Gastronomie als solche, sondern vor allem auch darum, den regionalen Landwirtschafts- und Tierzuchtsektor zu fördern und zu stärken.

Rubriklistenbild: © Ángel García

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