Tourismus an der Costa Blanca

Strände öffnen trotz Corona: Benissa und Teulada-Moraira kooperieren miteinander

  • vonAnne Thesing
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Die Touristen können kommen, die Strände sind wieder geöffnet. Damit die Saison trotz Coronavirus ein Erfolg wird, tun sich die Gemeinden Teulada-Moraira und Benissa zusammen. Gemeinsam haben sie viel zu bieten.

  • Tourismus in Coronavirus-Zeiten: Benissa und Teulada-Moraira setzen auf gemeinsame Kampagne.
  • Außer Fustera, Advocat und Ampolla sind die Strände in den beiden Gemeinden sind seit Montag, 1. Juni, wieder geöffnet.
  • Von Kultur bis zu Gastronomie: Was außer Stränden noch Touristen anlockt.

Benissa/Teulada-Moraira – Wer hätte das gedacht? In einem Spanien, in dem die politischen Differenzen zwischen “rechts” und “links” verwurzelter sind als in vielen anderen Ländern, in denen es, vor allem auf nationaler Ebene, so schwer ist, Kompromisse zwischen Parteien verschiedener Gesinnungen zu finden, hat das Coronavirus zwei Orte an der Costa Blanca zusammengeführt. So haben sich die Gemeinden Benissa und Teulada-Moraira im Bereich Tourismus für eine gemeinsame Kampagne verbunden.

Und das, obwohl in Teulada-Moraira ein Linksb��ndnis aus Compromís, PSOE und Parteilosen regiert und  in Benissa die Volkspartei PP und Cibe das Sagen haben. “Nuestro rincón, nuestro destino” (Unsere Ecke, unser Ziel), unter diesem Motto wollen die beiden Nachbarn in einem ersten Schritt vor allem nationale Touristen anlocken, denen sie einen “ruhiges, gastfreundliches Gebiet mit großen Sicherheitsgarantien” bieten möchten.

Die Küste von Benissa und Moraira hat für Touristen einiges zu bieten

Tatsächlich haben Benissa und Teulada-Moraira einiges gemeinsam. Zum Beispiel, dass der Massentourismus sie noch nicht erreicht hat – was in Zeiten von Covid-19 durchaus ein Vorteil sein kann und schon kurz nach Inangriffnahme ihrer gemeinsamen Kampagne auf offene Ohren gestoßen ist. So veröffentlichte das exklusive Magazin Condé Nast Traveler jetzt auf seiner spanischen Internetseite eine großzügige Fotostrecke, auf der die Vorzüge beider Tourismusziele hervorgehoben werden. Gleich im Vorspann heißt es, dass viele beim Thema „Sommer in Alicante“ zunächst an Ferienorte wie Dénia, Calp und Jávea denken, andere weniger besuchte Küstenorte wie Benissa oder Teulada-Moraira aber mindestens genauso attraktiv seien.

Benissa und Teulada-Moraira als perfekte Tourismusziele

Und genau das will die Kampagne zeigen. So gebe es in ihrem großzügigen Küstengebiet attraktive Strände und Buchten und vielseitige Angebote im Bereich Kultur, Gastronomie und Sport an der frischen Luft, schreiben die Rathäuser in einer ebenfalls gemeinsam verfassten Pressemitteilung. „Einen Arroz a banda mit Sicht auf den Portet-Strand essen, eine Wanderung entlang des Küstenwegs unternehmen, den Meeresgrund beim Tauchen erkunden oder sich in der historischen Altstadt Benissas verlieren“ sind einige Aktivitäten, für die die beiden Nachbarn werben und die wir etwas näher unter die Lupe nehmen möchten.

Die Strände und Buchten zum Beispiel. Acht Kilometer bietet die Küste von Moraira. Angefangen beim kristallblauen Wasser der idyllischen Playa del Portet mit ihren netten Terrassen in erster Linie. Gefolgt von der Cala Llebeig und der perfekt fürs Tauchen oder Fischen geeigneten Cala Portitxol. Der „Stadtstrand“ Morairas ist die zentral  gelegene Playa Ampolla, weitere Buchten in Moraira sind Les Platgetes, die Cala l‘Andragó und die Cala Cap Blanc.

An Auswahl fehlt es also nicht, zumal das Angebot ja mit dem Eintritt in das benachbarte Ortsgebiet von Benissa direkt noch vier Kilometer weitergeht. Jede der Buchten von Benissa hat ihren eigenen Reiz – von Kiesel über Felsen, von wilder Natur bis zum familiären Strand. Besonders schön erkunden lässt sich die Küstenlandschaft übrigens auf dem „Paseo ecológico“, dem Küstenpfad, der mit spektakulären Aussichten oberhalb der Buchten von Benissa verläuft.

Natur und Ruhe bietet zum Beispiel Benissas Paseo Ecológico.

Im Bereich Gastronomie wiederum bieten Benissa und Teulada-Moraira feinste mediterrane, von Fisch und Meeresfrüchten geprägte Kost. Besagter Paella-ähnlicher „Arroz a banda“ zum Beispiel, bei dem der in Fischbrühe gekochte Reis in einer Paella-Pfanne serviert und „a banda“ also „davon getrennt“ die Fischstücke und Aioli serviert werden. Das perfekte Gericht fürs Restaurant mit Blick aufs Meer.

Endlich wieder die Füße ins Meer halten, wie hier an Benissas Llobella-Strand.

Bei anderen Aktivitäten profitiert der eine vom anderen. Thema Kultur zum Beispiel. Im Innern eines architektonischen Meisterwerks, dem Auditorio von Teulada, wird den Besuchern Kultur vom Feinsten geboten. Im Laufe des Jahres treten hier internationale, aber auch lokale Künstler auf, auf die Bühne kommen Opern, Theaterstücke, Symphonieorchester und mehr.

Benissas Schmuckstück fernab von Buchten und Stränden wiederum ist seine Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen, historischen Gebäuden und der ansehnlichen Pfarrkirche der Puríssima Xiqueta. Auch die Altstadt von Teulada hat einiges zu bieten, hat jedoch in den letzten Jahren mehr und mehr an Leben verloren. Dazu kommt die Natur jenseits der Strände: von Weinfeldern, auf denen unter anderem die berühmte „Moscatell“-Traube reift und hervorragende Tropfen hervorbringt, bis zur Berglandschaft, die zu verschiedensten Wanderungen einlädt.

Benissa freut sich auf Sommergäste, hier in der Calle Puríssima.

Trotz Coronavirus: Optimismus bei Politikern

„Es wird uns gelingen, für die Zukunft neue Touristen an uns zu binden“, ist sich Teuladas Stadtrat Adrian Ruiz sicher. „Wir wollen das Bild eines Gebiets mit Sicherheitsgarantien vermitteln.“ Eine Aufgabe, bei der die politische Gesinnung keine Rolle spiele, betont auch Benissas Tourismus-Stadtrat Jorge Ivars. „Gemeinsam können wir ein sehr viel attraktiveres Programm für potenzielle Besucher auf die Beine stellen“, sagt er.

Und damit können sie gleich anfangen. Seit Montag, 1. Juni, sind mit dem Eintritt der gesamten Region Valencia in Phase 2 des Deeskalationsplans die Strände in beiden Gemeinden wieder geöffnet, wie die Rathäuser mitteilen. Nur auf Benissas Fustera-und Advocat-Bucht sowie auf Morairas Ampolla-Strand muss wegen Instandsetzungsarbeiten noch etwas gewartet werden, lange kann es aber auch hier nicht mehr dauern.

Regeln für den Strandbesuch in Corona-Zeiten

Und natürlich ist der Strandbesuch auch sonst anders als vor Sars-CoV-2. Welche Regeln dabei genau beachtet werden müssen, erklärt Teuladas Rathaus, das zudem einen Plan für die Ein- und Ausgänge zu den jeweiligen Stränden erstellt hat. Abgesehen von dieser Regelung, die das Aufeinandertreffen von Menschen verhindern soll, muss zwischen zwei Handtüchern ein Mindestabstand von vier Metern eingehalten werden, das Handtuch sollte mit einer Entfernung von mindestens vier Metern vom Ufer ausgebreitet werden. Sport darf im Wasser und auf dem Sand nur einzeln ausgeübt werden, zwischen zwei Personen müssen dabei mindestens zwei Meter liegen. Generell dürfen sich maximal 15 Personen versammeln, wer am Meeresufer spaziergengeht, sollte jeweils rechts laufen.

Für die Dauer des Strandaufenthalts werden maximal drei Stunden empfohlen, verboten ist der Zugang zu Spielplätzen, Objekte wie zum Beispiel Bälle sollten nicht von anderen Personen angefasst werden. Fußduschen dürfen laut Teuladas Rathaus nicht benutzt werden und natürlich wird eine gründliche Handhygiene empfohlen.

Offenbar können Benissa und Teulada-Moraira in diesem Jahr wirklich damit punkten, keine überlaufenen Urlaubsziele zu sein. Da fällt das Abstandhalten zwischen Handtuch und Handtuch einfach leichter.

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