Tourismus auf Sparflamme

Nach Coronavirus an den Strand: So will Valencia die Sommersaison retten

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So viel Betrieb wie am Wochenende an El Campellos Stränden ist nicht überall erlaubt.
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Strenge Zugangsbeschränkungen und reichlich Abstand zum Handtuch-Nachbarn: So könnte der Sommer nach Corona an spanischen Stränden aussehen. Valencia will die so bald wie möglich wieder öffnen.

  • Valencia will Strände so schnell wie möglich wieder öffnen.
  • Strenge Zutrittsbeschränkungen und Abstandsregeln sollen gelten.
  • Verwirrung über Alleingänge einzelner Gemeinden.

Valencia - Mit Hochdruck arbeitet man in Valencia daran, den bereits verloren geglaubten Sommer doch noch zu retten. Landesministerpräsident Ximo Puig (PSOE) ist mit einem entsprechenden Papier vorgeprescht, das die schnellstmögliche Wiedereröffnung der Strände ermöglichen soll. Man habe sich mit dem wirtschaftlich so bedeutenden Tourismussektor und den einzelnen Gemeinden auf Regelungen geeinigt, die als Vorbild für den Strandtourismus in ganz Spanien gelten könnten, so Puig.

Strandgänge nach Corona: Zugangsbeschränkung und Abstand

So sollen Valencias Strände sobald wie möglich wieder öffnen, allerdings mit Zugangskontrollen und strengen Abstandsregelungen. Zu Verwirrung hatten Alleingänge einzelner Gemeinden bereits am Wochenende geführt: Laut Vier-Stufen-Plan sind die Nutzung der Playas für das Sonnenbad oder Wassersport erst ab der Phase 3 des sogenannten Deeskalationsplans zum Ausstieg aus den strengen Notstandsregelungen vorgesehen. Diese Stufe beginnt - je nach Entwicklung in den einzelnen Provinzen - frühestens ab 8. Juni.

Einige Orte wie Valencia oder Moraira hatten anlässlich der Lockerungen am vergangenen Samstag Sportlern bereits erlaubt, sich im Sand auszutoben. Vereinzelt - so etwa in Dénia - waren sogar Wassersportler geduldet, die in anderen Orten wie El Campello oder Alicante wiederum Strafen kassierten.

Das Rathaus von Torrrevieja verkündete hingegen, ab Mittwoch, 6. Mai, seine Strände Los Náufragos, El Cura, Los Locos, Cabo Cervera, und La Mata für Spaziergänge, Individualsport und Profi-Schwimmer sowie Wassersportler, die entsprechenden Vereinen angehören, zu öffnen. Ein Dokument, das das nachweist, sei mitzuführen. Zur Erfrischung ein Bad zu nehmen oder sich am Strand zu sonnen sei weiterhin verboten, hieß es.

Valencia will Druck gegenüber Madrid ausüben

Um die Abmachungen zu vereinheitlichen und Druck gegenüber Pedro Sánchez‘ Zentralregierung auszuüben, traf Valencias Ministerpräsident Ximo Puig sich mit dem Präsidenten des valencianischen Städte- und Provinzverbunds (FVMP) und Bürgermeister Eldas, Rubén Alfaro sowie den Verantwortlichen der Landesregierung für die Bereiche Tourismus, Gesundheit, Innen- und Landespolitik. Das Ziel: den Zugang zu den insgesamt 277 Kilometern valencianischer Strände zu beschränken und entsprechende Hygienemaßnahmen festzulegen.

„Wir wollen an den Strand gehen, aber es muss sicher sein", sagte Puig. Außerdem sollen gesonderte Regelungen für Stadtstrände und solche gelten, die außerhalb gelegen sind. FVMP-Präsident Rubén Alfaro betonte, man wolle eine Konkurrenzsituation zwischen einzelnen Gemeinden vermeiden, weshalb eine gesamtspanische Regelung notwendig sei.

Mit ausländischem Tourismus rechnet kaum einer

Valencias Ministerpräsident Puig ist daran gelegen, den Sektor zu beruhigen, auch wenn in diesem Sommer mit ausländischem Tourismus kaum einer mehr rechnet. Das Gros der Urlauber werden in dieser Hauptsaison spanische Touristen ausmachen. Aus anderen Provinzen werden sie vor Ende Juni trotz bereits gelockerter Ausgangsbeschränkung allerdings nicht kommen dürfen.

Den mit den Beteiligten ausgehandelten Vorschlag will Puig nächste Woche dem Landtag, dem Institut für Spanische Tourismusqualität (ICTE) und der spanischen Regierung vorlegen. Valencias Landesvater wünscht sich grünes Licht für seine Pläne innerhalb von 14 Tagen - ob er das bekommt, hängt wie immer vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie ab.

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