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Attraktive Touristeninformation im Hinterland: Die gehäkelten Meisterwerke von Petrer

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Von: Stefan Wieczorek

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Drei Fotos zeigen farbenfrohe Motive in einer arabisch gestalteten Stelle.
Touristeninformation im Hinterland der Costa Blanca: Gehäkelte Meisterwerke und maurische Interaktion. © Stefan Wieczorek

Im Hinterland-Ort der Costa Blanca ist allein die Infostelle ein Besuchermagnet: Interaktive Räume sind mit wolligen Ausgaben von Picasso, Michelangelo und Van Gogh geschmückt.

Petrer – Wer braucht schon das Louvre, den Prado, das MoMa in New York oder die Sixtinische Kapelle? Es gibt doch die Touristeninformation in Petrer. Wahre Meisterwerke können Besucher im kleinen Ort im Hinterland zu bewundern. Meisterwerke, bei denen aber nicht die großen Maler der Vergangenheit mit dem Pinsel, sondern Frauen aus dem Hier und Heute mit Nadeln Großartiges verrichteten. Für Begeisterung sorgen gehäkelte Ausgaben der „Mona Lisa“ von Da Vinci, Picassos „Guernika“ oder Van Goghs „Sternennacht“. Ein attraktives Ziel für Touristen ist allein diese Info-Stelle an der Costa Blanca in Spanien.

Costa Blanca: Attraktive Touristen-Stelle bietet gehäkelte Meisterwerke

Kürzlich kam in der sehenswerten Touristeninformation im Hinterland-Ort ein neues episches Motiv hinzu: Die Hände aus Michelangelos „Die Erschaffung Adams“ begegnen sich - in gehäkelter Version - über den Köpfen der Besucher im arabischen Saal. „Da nahm Gott Staub der Erde, formte den Menschen und blies ihm den Lebensatem in die Nase“, heißt es im Buch Genesis. In Petrer müsste man „Staub“ und „Erde“ glatt durch das Garn und die Nadeln der Häkel-Damen ersetzen. Ein erhabenes Deckenmotiv ist es, das zuletzt mit der weihnachtlichen Deko eine besondere Wirkung entfaltet. Wer als Tourist im Hinterland der Costa Blanca nach attraktiven Zielen sucht, kommt in Petrer an der Besucher-Stelle selbst nicht vorbei.

Einen eindrucksvollen Einblick in die Dinge, die den Ort in Spanien auszeichnen, gibt die auch schon an der Fassade mit Häkel-Arbeiten verzierte Touristeninformation. Zum einen erkundet die Info-Stelle mit allerlei Interaktion - zum Beispiel einem Rätselraten mit Vokabeln in der spanischen Sprache Castellano - die maurischen Wurzeln der regionalen Kultur. Zum anderen sind zwei Säle der Naturwelt um Petrer gewidmet, allem voran der Düne Arenal del Almorxó, die faszinierenderweise im Gebirge entstand und ein außergewöhnliches Biotop im Hinterland der Costa Blanca darstellt. Doch ein Magnet für Besucher ist auch die örtliche Häkelkunst - und das sogar weit über regionale Grenzen hinaus.

Besucher aus Skandinavien bringen Beiträge: Tipps zum Anschauen

Gern erzählt man in der Touristeninformation in Petrer vom skandinavischen Paar, das 2.700 Kilometer zurücklegte, um die gehäkelte Sammlung im Ort durch eigene Zugaben zu ergänzen. Dass man sich bei den Kunstwerken etwas denkt, zeigt etwa die Geschichte der „Umarmung“ von Gustav Klimt (Original im Wiener MAK). An einem Valentinstag wurde dieses wunderbare, aus 51,8 Kilometern Wolle und 2.072 Stücken bestehende Patchwork von vier mal 6,16 an der Wand enthüllt. Und zwar mitten in der Pandemie, als Umarmungen wie die abgebildete rar gesät waren.

150 Kilometer Wolle hatten die Näherinnen bereits vor dem neuen Michelangelo-Werk an der Decke verwendet. Das erste Gemälde war „Guernica“, später folgte im Zusammenhang mit dem Tourismus-Event „Petrer se viste de luna“ (Petrer kleidet sich als Mond) die „Sternennacht“ von Van Gogh. Ein Tipp für den Besuch: Am besten nimmt das Auge die Werke wahr, wenn man die Umgebung ausblendet. Daher beim Betrachten mit den Fingern ein Rechteck formen, durch welches man die Häkelgemälde wie durch ein Fenster betrachtet. Auch auf dem Handy kommen sie ziemlich gut zur Geltung – die Bilder, die der Touristeninformation im Hinterland einen solch wolligen Lebensatem verleihen.

Übrigens: Eine kürzlich freigelegte römische Basilika ist auf dem Platz vor der Info-Stelle zu bewundern.

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