Wandern im Hinterland von Alicante

Neuer Wald für karge Küste: Umweltschützer pflanzen im Gebirge von Hondón 1.500 Eichen

  • vonStefan Wieczorek
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Im Gebirge von Hondón wachsen neue Bäume, gepflanzt im Winter vor der Coronavirus-Krise. Lange ist es her, dass die Costa Blanca dank ihrer Wälder so richtig grün war.

  • Hondón de las Nieves im Hinterland ist für Bergrouten an der Costa Blanca bekannt.
  • Im Gebirge von Hondón pflanzten Umweltschützer im Winter 1.500 heimische Eichen.
  • Nun kommen die ersten neuen Bäumchen aus der Erde. Naturfreund: „Es ist berührend.“

Hondón de las Nieves – Langsam füllen sich die Sierras – die Gebirge – der Costa Blanca wieder mit menschlichem Leben. Hat der Mensch in der Coronavirus-Pause sein Bewusstsein für die anderen Lebensformen, die ja nicht weniger wichtig für den Planeten Erde sind, verfeinert? Testen wir es an uns selbst - beim Wandern im Gebirge von Hondón de las Nieves. Viele wunderbare Bergrouten bietet das Städtchen im Tal („hondón“) - bis hin auf die andere Berg-Seite nach Crevillent oder in die Vega Baja.

Unterwegs druchs Gebirge achten wir zuerst nicht auf die großen Dinge, die hohen Felsspitzen oder die ausgewachsenen Bäume, sondern auf die kleinen lebenden Elemente. Solche wie die gerade aus der Erde sprießenden Pflänzchen. 1.500 Eicheln hatten in dieser Sierra freiwillige Umweltschützer in den Boden gesetzt - im Winter, noch vor der Coronavirus-Krise. Nun, in der „neuen Normalität“, wie Spanien sagt, sind sie aus der Erde getreten, verkündete Juan Vera vom Interpretationszentrum L‘Acorador in Hondón.

Wald der Zukunft: In Hondón sind die jungen Bäume an schattigen Stellen gepflanzt

„Es berührt einen, die ersten Steineichen, Kermes-Eichen und Zenneichen (Spanisch: encinas, coscojas, robles valencianos) beim Aufkeimen zu sehen“, sagt Naturfreund Vera. Lange ist es her, dass die Costa Blanca vor lauter Bäumen grün war. Um die Bäumchen für den Wald der Zukunft zu finden, muss der Wanderer gut hinschauen. Gepflanzt wurden die Eichen in schattigen, möglichst feuchten Eckchen der Sierra, damit sie in der größtmöglichen Zahl überleben könnten. „Noch haben sie aber einen langen Weg vor sich, bis sie erwachsen sind“, sagt Vera.

In Hondón de las Nieves wachsen die ersten Bäumchen.

„Sicher werden einige vertrocknen“, fügt der Umweltschützer aus Hondón nachdenklich hinzu, „aber die, die überleben, werden unseren Wald mit Lebensvielfalt füllen – und ihn auch gegen Waldbrände stärker machen.“ Denn: Die gepflanzten Arten haben die Besonderheit, Brände zu verlangsamen – und schnell wieder nachzuwachsen. Übrigens: Der internationale Tag für die Umwelt am 5. Juni stand im Zeichen der Biodiversität. Und zuletzt eine alte Weisheit noch: Ein Baum, der fällt, macht mehr Krach als ein Wald, der wächst.

  • Stefan Wieczorek
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