In einem Teich vor Gräsern stehen Flamingos.
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Die Umwelt an der Costa Blanca leidet: Vögel im Feuchtgebiet.

Natur in der Not

Costa Blanca: Bedrohte Vögel - Umwelt leidet trotz Lockdowns

  • Stefan Wieczorek
    vonStefan Wieczorek
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Hat die Natur sich „dank“ Corona erholt? Nein, sagen Umweltschützer an der Costa Blanca. Tiere bleiben auch durch Abfälle bedroht. Ein Beitrag zum Tag des Artenschutzes, 3. März.

Alicante – Eine der wenigen freudigen Erinnerungen der Coronavirus-Zeit an der Costa Blanca sind die Bilder aus Naturgebieten, in denen 2020 das Leben die Flügel auszubreiten schien. Kein Mensch war ja in Sicht, der die wilden Vögel stören würde. Etwa der Naturpark Torrevieja war voller Flamingo-Küken. Rund ein Jahr nach Beginn des Notstands, der ganz Spanien zu Hause einsperrte, wollten wir wissen, wie stark sich die Natur am Mittelmeer „dank“ Corona erholt habe. Dazu fragten wir Ahsa, die Freunde der Feuchtgebiete im Süden von Alicante. Antwort: Die Umwelt leide weiter. Eine Erholung sei nicht in Sicht.

Costa BlancaKüstenabschnitt in Spanien
ProvinzAlicante
RegionLand Valencia

Umwelt der Costa Blanca leidet: Vögel weiter bedroht - Trotz Lockdowns

Die Umwelt der Costa Blanca habe sich also trotz des Corona-Lockdowns nicht wirklich erholt, erklärt zum 3. März, dem internationalen Tag für den Artenschutz, Umweltschützer Sergio Arroyo. „Es stimmt schon, dass während des Alarmzustands beeindruckende Bilder einiger wilden Vögel an Stadträndern gezeigt wurden“, erklärt der Ahsa-Experte. Aber: „In Wahrheit gab es keine spürbare generelle Erholung der Fauna. Auch in Feuchtgebieten nicht.“ Aus Umweltsicht erhöhte sich laut Arroyo höchstens die Luftqualität. „Das beweist, dass wir mit sparsamem Gebrauch des Autos die Luftverschmutzung wirklich verringern können“.

Aber die Tierarten - besonders Vögel -, die vor Corona ums Überleben kämpften, täten es auch ein Jahr nach Beginn der Pandemie, „weil die Gründe für die prekäre Lage weiter dieselben sind.“ Welche Arten besonders bedroht seien? „Das bleiben die Marmelente und die Weißkopfruderente“, antwortet Umweltschützer Arroyo. Schon während der Pandemie meldete Ahsa, dass jede vierte im Naturpark El Hondo ausgewilderte Marmelente durch Jäger abgeschossen werde. Im Dezember 2020 klagten die Naturfreunde, dass die Umwelt des Salinenparks Santa Pola - bekannt für seinen Vogel-Reichtum - arg an den vielen Abfällen leide.

Costa Blanca: Umwelt leidet weiter - Alles voller Plastik

Tatsächlich bleiben die Abfälle ein großes Problem für die Umwelt an der Costa Blanca. „In unseren Landkreisen ist alles voller Plastik, und dabei besonders Einwegplastik: Flüsse, Kanäle, Strände und Berge“, kritisiert Arroyo. Hinzu kämen nun Covid-typische Abfälle – „vor allem Masken“ – aber auch hier seien es höchstens geringfügige Veränderungen zu den Zeiten vor der – scheinbaren – großen Erholung der Natur unter Corona. Festhalten lässt sich: So einfach ist auch im größten Lockdown ein Aufleben der Natur nicht.

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