Rettung trotz Corona

Calpes Strände: Rettungsschwimmer und Corona-Wächter schützen Urlauber

  • vonStella Kirchner
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Calpe ist vorbereitet. Rettungsschwimmer sind unter verschärften Coronavirus-Hygieneregeln im Einsatz und Strandwächter kontrollieren den Abstand der Besucher. 

  • Calpes Rettungsschwimmer müssen wegen des Coronavirus neue Abstands- und Vorsichtsmaßnahmen einhalten.
  • Neben den Socorristas sorgen auch Strandwächter für Sicherheit am Arenal, Racó, Fossa und Co. 
  • Mund-zu-Mund-Beatmung sollte am Strand nicht durchgeführt werden. 
  • Die Rettungsschwimmer bitten alle Strandbesucher, dieses Jahr besonders vorsichtig zu sein. 

Calpe – „Das wird ein ruhiges Jahr“, ist sich Fernando Cifuentes, Rettungsschwimmer aus Calpe sicher. Am Montag hat er seinen Dienst am Arenal-Strand begonnen, sein erstes Jahr als „Socorrista“. In seinem einführenden Rettungssanitäter-Kurs hat er alles gelernt, was er für einen Einsatz am Strand so braucht: von der Versorgung von Wunden und Quallenstichen bis hin zu Wiederbelebungsmaßnahmen. Doch das Coronavirus macht den altbewährten Techniken einen Strich durch die Rechnung, daran ändert auch die neue Normalität, die unter anderem auch in Valencia und der Costa Blanca eingetreten ist, nichts.

Update 7. August: Ganz so ruhig ist der Sommer bislang doch nicht. Drei Menschen sind schon an Calpes Küste gestorben und am 6. August musste ein Katamaran mit fünf Menschen an Bord in einer komplizierten Rettungsaktion geborgen werden.

Sicherheit an Calpes Stränden: Coronavirus verbietet Mund-zu-Mund-Beatmung 

„Wir sollen so wenig wie möglich mit den Strandbesuchern interagieren“, erklärt sein Rettungsschwimmer-Mitstreiter Víctor Fernández, der ebenfalls zum ersten Mal in Calpe Besucher versorgt. „Natürlich dürfen und müssen wir Badende vor dem Ertrinken retten, das ist ja schließlich unser Job“, stellt er klar.

Beim Reanimieren sieht es für die Rettungsschwimmer dann schon schwieriger aus. „Nach den Richtlinien dürfen wir keine Mund-zu-Mund-Beatmung durchführen“, erklärt Cifuentes. „Aber mit einem Defibrillator geht das ohnehin besser, wenn auch ein wenig langsamer.“ Gerade auf diese Sekunden könne es in der Praxis ankommen. „Die Präventionsmaßnahmen gegen das Coronavirus sind eher Handlungsempfehlungen als Verbote“, meint Kollege Fernández. „Ein Lifeguard wird bestimmt nicht dafür verhaftet, Leben zu retten“, ist er sich sicher. Die Costa Blanca werde sich dieses Jahr genauso gut um die Badenden kümmern wie immer.

Rettungsschwimmer light: Badende müssen Quallenstiche selbst versorgen

Handlungsempfehlungen gibt es auch in puncto Wunden. Diese sollten, wenn möglich, von den Strandbesuchern selbst versorgt oder im Calper Gesundheitszentrum geflickt werden. Auch mit Quallenstichen soll ein Gesundheitszentrum aufgesucht werden, um Cifuentes, Fernández und die anderen Rettungsschwimmer in Calpe zu schützen. Aber auch hier beruhigen die beiden Socorristas: „Wir haben alles Nötige hier, um Erste Hilfe zu leisten“, versichert Fernández. „Und auch ohne Covid-19 werden nicht alle Verletzungen vor Ort am Strand behandelt“, ergänzt Cifuentes. „In diesem Jahr ist es einfach noch wichtiger als sonst, dass die Badenden vorsichtig sind und sich nicht unnötig in Gefahr begeben“, findet Cifuentes. „Damit schützen die Menschen nicht nur sich selbst, sondern auch uns, die wir uns durch eine Rettung eventuell infizieren könnten.“

Calps Rettungsschwimmer im Einsatz: Strandsicherung mit Maske

Sicherheit am Strand: Corona-Strandwächter sollen Abstände kontrollieren

Gleichzeitig versichert Cifuentes aber auch, dass jeder in Calpe bedenkenlos baden kann. „Wir sind hier, um dafür zu sorgen, dass niemandem etwas passiert, auch das Coronavirus ändert an der Sicherheit der Strände nichts.“ Und auch um eine Ansteckung mit Sars-CoV-2 sollten sich Urlauber in Calpe nicht sorgen, so die Gemeinde. Trotzdem gelten hier wie auch in allen anderen Gemeinden die allgemeinen Coronavirus-Baderegeln. Erst in dieser Woche wurden 15 Strandwächter eingestellt, die kontrollieren sollen, dass nicht zu viele Badende ein und denselben Strand aufsuchen. Wenn es nach Teilen der Bevölkerung ginge, könnte Calpe aber auch dieses Jahr einmal weniger Urlauber vertragen. Ein strenges Parzellen-System wie zum Beispiel an den Stränden in Benidorm gibt es aber noch nicht. Die Gehälter dieses Personals werden von der valencianischen Landesregierung gezahlt. Wer unsicher ist, kann sich auch per Webcam den aktuellen Zustand der Strände beim Rathaus von Calpe anschauen.

Rubriklistenbild: © Ángel García

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