Deutsches Ehepaar Brigitte und Gernot Buchta aus Els Poblets
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Das Ehepaar Buchta aus Els Poblets befindet sich im Kampf mit der spanischen Steuerbehörde.

Ungerechtfertigte Steuerforderungen

Deutsche an der Costa Blanca im Fokus der spanischen Finanzbehörde

  • Andrea Beckmann
    VonAndrea Beckmann
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Rentnerin Brigitte Buchta kämpft um Gerechtigkeit. Der spanische Fiskus macht gegenüber der Deutschen Steuerforderungen geltend. Er kreidet ihr an, dass sie für 2016 keine Steuererklärung in Spanien eingereicht hat, obwohl sie sich länger als 183 Tage am Stück in Spanien aufgehalten habe.

Els Poblets – Eigentlich hat Brigitte Buchta allen Grund zur Freude. Im Sommer hat die Rentnerin Gernot Buchta das Jawort gegeben, und als wir das Ehepaar in Els Poblets an der Costa Blanca treffen, schmiedet es gerade Pläne für eine Hochzeitsreise nach Andalusien. Doch die Freude über das private Lebensglück wird getrübt. Spaniens Finanzbehörde macht der Deutschen, über die die Costa Nachrichten schon einmal berichtete, noch immer das Leben schwer. Im Oktober stellte sie Brigitte Buchta, ehemals Büddicker, mit der Begründung, es liege eine grobe Versäumnis der Abgabe einer Einkommensteuererklärung in Spanien vor, einen Strafbescheid über 2.900 Euro zu. Damit wurden verschiedene Widersprüche, die Brigitte Buchta gegen die Zahlungsaufforderung der Finanzbehörde erhoben hat, nicht anerkannt.

Els PobletsGemeinde in Spanien
Autonome GemeinschaftValencia
ProvinzAlicante
LandkreisMarina Alta
Fläche 3,62 km2
Einwohner2.714 (2020)

Costa Blanca: Deutsche legt Widerspruch gegen Strafbescheid ein

Doch das deutsche Ehepaar mit Hauptwohnsitz Deutschland lässt sich nicht einschüchtern. „Wir haben Widerspruch gegen diesen Strafbescheid eingelegt“, sagt Gernot Buchta. „Und wir haben eine eidesstattliche Erklärung unserer Vermieterin in Deutschland eingereicht, die bestätigt, dass sich meine Frau im Jahr 2016 von Januar bis April und von Juli bis November in Deutschland und nicht in Spanien aufgehalten hat.“ Außerdem habe man alle Dokumente, die beweisen sollen, dass Brigitte Buchta 2016 länger in Deutschland als in Spanien war, von einer vereidigten Dolmetscherin übersetzen lassen, um sie erneut bei der Agencia Tributaria einzureichen.

Der Aufenthalt in Deutschland ist der Knackpunkt an der Geschichte der Buchtas. Die Finanzbehörde kreidet Brigitte Buchta an, dass sie für 2016 keine Steuererklärung in Spanien eingereicht hat, obwohl sie sich länger als 183 Tage am Stück in Spanien aufgehalten habe. Brigitte Buchta versichert, dies sei nicht der Fall gewesen, doch eingereichte Dokumente, die beweisen sollten, dass sie 2016 längere Zeitspannen in Deutschland war, wie etwa Arztrechnungen und OP-Bescheinigungen, wurden nicht als Beweismittel anerkannt.

Spaniens Finanzamt erkennt Ansässigkeitserklärung der Deutschen nicht an

Der Fall ist komplex. Nachdem die Finanzbehörde im Frühsommer mit einer Steuernachforderung für 2016 in Höhe von 3.885 Euro an Brigitte Buchta herangetreten war, willigte die Deutsche, die sagt, damals falsch beraten worden zu sein, ein und vereinbarte Ratenzahlungen. Kurz darauf legte sie aber Widerspruch gegen die Forderung ein. „Dieser Widerspruch wurde abgelehnt“, erklärt Gernot Buchta. Die Finanzbehörde habe die von Brigitte Buchta eingereichte Ansässigkeitserklärung nicht anerkannt, vermutlich, weil sie nur auf Deutsch verfasst gewesen sei. Dies wollen die Buchtas nun korrigieren. „Unsere Anwältin hat uns jetzt noch einmal eine Ansässigkeitserklärung auf Deutsch und Spanisch ausgestellt“, sagt Gernot Buchta. „Die haben wir bereits an unser zuständiges Finanzamt nach Passau geschickt, um sie bestätigen zu lassen. Eine Antwort steht noch aus.“

Derweil bucht das Finanzamt seit August monatlich die ursprünglich vereinbarten Raten in Höhe von 372,78 Euro von Brigitte Buchtas Konto ab. Sie sehe sich damit vor das Existenzminimum gestellt, versichert die Rentnerin. Der Kampf mit dem Finanzamt bereite ihr viele schlaflose Nächte.

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