Ein Mann hebt den gefällten Ast einer Kiefer hoch, unter dem ein blaues Auto begraben ist.
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Zerstörung im Garten: Deutsche an der Costa Blanca sind fassungslos.

Kiefern im Visier

Verwüstung im Garten: Böse Überraschung für Deutsche an der Costa Blanca

  • Anne Thesing
    VonAnne Thesing
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Die Kiefern im Garten eines deutschen Ehepaars an der Costa Blanca waren offenbar jemandem ein Dorn im Auge. Als die beiden nach zwei Jahren in ihr Haus nach Benissa zurückkehrten, erwartete sie ein Bild der Zerstörung.

Benissa - Zwar waren Günter Freynik und Angelika Heigl vorgewarnt, doch das Bild der Zerstörung, das sich ihnen im Oktober bot, als sie mit dem Auto aus Deutschland in Benissa Buenavista an der Costa Blanca ankamen, übertraf die schlimmsten Befürchtungen. „Ich habe geweint“, sagt Angelika Heigl mit immer noch brüchiger Stimme. Der Garten vor ihrem Haus liegt auch Tage später noch voll von abgesägten Zweigen und Ästen. Ein schwerer Teil davon hat ihr kleines Aixam-Auto unter sich begraben, die Haube ist Schrott. Ein anderer schwerer Ast hat offenbar eine Fensterscheibe zerschlagen, innen im Haus der Deutschen liegen die Kiefernnadeln auf dem Boden. „Jemand ist auch ins Haus eingestiegen, offenbar um einen Einbruch vorzutäuschen“, sagen die beiden. Schubladen wurden rausgezogen und alles verstreut, mitgenommen wurde nichts.

BenissaGemeinde in Spanien
Höhe254 m
Fläche69,71 km²
Bevölkerung10.768 (2018)
ProvinzProvinz Alicante
Autonome GemeinschaftValencia

Garten an der Costa Blanca: Kiefern von Deutschen radikal runtergeschnitten

Denn das eigentliche Ziel der Grundstückseinbrecher und ihrer Zerstörungs-Wut befand sich nicht im Haus, sondern draußen. Auf die hoch in den Himmel ragenden Kiefern hatte man es abgesehen und sie, ohne vorherige Absprache mit den Besitzern, ordentlich „gestutzt“. „Die Handwerker waren noch bei der Arbeit, als wir ankamen“, sagt Angelika Heigl.

Man habe sie in Deutschland benachrichtigt, dass auf ihrem Grundstück an der Costa Blanca unter anderem eine Scheibe zu Bruch gegangen sei. „Wir waren zwei Jahre nicht mehr hier und wollten eigentlich wegen Corona noch gar nicht nach Spanien kommen, aber daraufhin haben wir uns ins Auto gesetzt“, sagt Günter Freynik. Zu spät, um den schweren Schaden abzuwenden – aber dennoch zu früh für die „Kiefernstutzer“, die praktisch auf frischer Tat ertappt wurden. Die Polizei, die sofort von den Deutschen herbeigerufen wurde, ermittelt.

Costa Blanca: Garten von Deutschen verliert Schatten und Reiz

Angelika Heigl und Günter Freynik sind derweil immer noch fassungslos, wenn sie in ihren Garten an der Costa Blanca schauen und die Zerstörung sehen. Von den Stämmen der beiden Kiefern, deren Nadeln, so wissen die beiden, offenbar so sehr störten, dass zur Motorsäge gegriffen wurde, zweigen nur noch traurige Stumpfe ab. Dass sie sich im Laufe der Jahrzehnte zu üppigen Schattenspendern entwickelt hatten, lässt sich nur noch erahnen. „Die beiden Bäume waren schon groß, als meine Eltern das Haus in den 80er Jahren kauften“, sagt Freynik. Seitdem waren sie für die Deutschen nicht nur ein Hingucker, sondern hatten auch ganz praktischen Nutzen. Heute, an einem sonnigen Oktobertag, ist es stickig heiß in dem Raum, über den sie zuvor ihren kühlen Schatten warfen. „Jetzt brauchen wir wohl eine Klimaanlage, das war bisher nicht nötig“, sagt Freynik.

Der Haufen Äste zeigt die Zerstörungswut im Garten der Deutschen an der Costa Blanca.

Zerstörung im Garten: Deutsche an Costa Blanca fassunglos

Doch der im immer heißeren Spanien so wichtige Schatten ist nicht der einzige Verlust, den sie nach diesem Akt der Zerstörung zu beklagen haben. Da ist das beschädigte Auto, die Mauer ist zum Teil zusammengefallen, ein Wasserbecken kaputt, und im Garten fehlen Zypressen, Oleander, Lavendel und Obstbäume. „Ich denke, dass sie beim Sägen beschädigt und dann einfach entfernt wurden“, sagt Angelika Heigl, auf die jetzt praktisch eine vollständige Neugestaltung des Gartens zukommen dürfte. Die Bougainvillea sei „großzügig“ zurückgeschnitten worden, „offensichtlich damit die Arbeiter ungehindert auf die Dachterrasse konnten, da liegen, wie auch an vielen anderen Stellen, Sägespäne“, sagt die Deutsche

Traurig blickt Angelika Heigl in die Höhe. Dorthin, wo sich sonst das Schattendach bildete. „Man kann doch nicht einfach so auf ein fremdes Grundstück gehen und so etwas anrichten“, sagt ihr Mann. „Die Kiefern sind so schöne Bäume, sie sind typisch für die Costa Blanca, und sie haben auch Tiere angezogen. Zikaden, Eichhörnchen, Vögel und Tauben“, sagt Heigl. „Ja, hier war richtig Leben“, meint Günter Freynik. „Das lässt sich nicht ersetzen.“

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