Fünf ältere Männer in Sportkleidung stehen hinter einem Tennisnetz, einer hält einen Fußball.
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Deutsche Tennisfußballgruppe an der Costa Blanca: Auch im Alter fit.

Fußballtennis in Spanien

Sport an der Costa Blanca: Wie Deutsche sich auch im Alter fit halten

  • Anne Thesing
    VonAnne Thesing
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Sport kennt kein Alter: Das beweist die Tennisfußballgruppe in Teulada. Hier an der Costa Blanca treffen sich zweimal die Woche junggebliebene Herren zum Schießen übers Netz. Die Deutschen haben auch noch weitere Fitnesstipps.

Teulada-Moraira - Dank der Tennisfußballgruppe in Teulada ist es so gut wie erwiesen: Die kuriose Sportart, die der Costa-Blanca-Resident Christian Catterfeld seinerzeit aus Deutschland mit nach Spanien brachte, hält fit und kennt keine Altersgrenzen. 88 Jahre ist Catterfeld alt, vor 20 Jahren gründete er an der Costa Blanca die Tennisfußballgruppe, die anfangs in Benissa und heute in Teulada spielt. Drei der heutigen Spieler waren von Anfang an dabei, alle drei sind in den 80ern und schießen den Ball trotz oder gerade wegen ihres Alters übers Netz, als hätten sie nie etwas anderes getan.

TeuladaGemeinde in Spanien
Fläche32,24 km²
Höhe185 m
Bevölkerung10.722 (2018)
ProvinzProvinz Alicante
Autonome GemeinschaftValencia

Sport an der Costa Blanca: Deutsche Gruppe ohne Alters-Grenze

Heute sind fünf der zurzeit insgesamt zwölf Mitglieder am Start, keiner der Deutschen möchte die beiden Stunden am Dienstag und Donnerstag missen. „Mittlerweile bin auch ich besser geworden“, lacht Peter Krause, 72, der aus dem Tennis-Genre kommt und zugibt, „dass man hierbei eher Fußballkenntnisse braucht“. So wie sie Gerhard Stropp mitbringt, der 50 Jahre aktiv Fußball gespielt hat und heute an der Costa Blanca eben übers Netz statt ins Netz kickt. „Das Gute an diesem Sport ist, man muss nicht so lange Sprints hinlegen wie beim Fußball. Diesen Sport kann man sehr gut im Alter ausüben“, sagt Michael Beirer, mit 61 Jahren der Jüngste, vorausschauend. Dazu sei das Abstandhalten - wichtig in Corona-Zeiten, die auch ihre Spuren in der Sportwelt hinterlassen haben- kein Problem.

Deutsche treffen sich für Sport und Spaß: Geselligkeit an der Costa Blanca

Mit der Erklärung der Regeln will Christian Catterfeld sich heute gar nicht lange aufhalten, am besten lernt man sie ohnehin beim Spielen. Nur kurz: Das Spiel erinnert etwas an Volleyball, wobei der Ball mit Fuß oder Kopf übers Tennisnetz geschlagen wird. Er darf, jedenfalls bei der Teuladiner Gruppe, dreimal von verschiedenen Spielern geschlagen werden und maximal einmal zwischendurch aufkommen. Wichtiger als Treffer und Punkte, da sind sich alle Deutschen einig, ist jedoch das Fithalten im Alter und vor allem der Spaß an dem Sport. „Es ist eine so angenehme Atmosphäre“, sagt Jürgen Borchers. „Auch die, die nur zeitweilig kommen, freuen sich immer auf ein Wiedersehen.“ Und sicher auch auf das anschließende gesellige Treffen in der gegenüberliegenden Bar La Brisa.

Fit im Alter: Deutscher an der Costa Blanca zeigt, wie es geht

„Da trinken wir noch etwas und sitzen zusammen“, sagt Christian Catterfeld, der zugibt, beim Tennisfußball mittlerweile etwas langsamer geworden zu sein. Aber sich schon mit 88 vom Sport zu verabschieden, kommt für den pensionierten Lehrer von der Costa Blanca nicht in Frage. Ganz im Gegenteil. Für ihn ist der Tennisfußball nur Teil eines Fitnessprogramms, das einer täglichen Verjüngungskur gleichkommt. Angefangen bei morgendlichen Liegestützen an der Badewanne und Kniebeugen, je zehn von jeder Sorte. Es folgt ein Dauerlauf auf der Stelle. „Mit 60 Schritten habe ich angefangen und mich auf 200 gesteigert. Ich mache auch jeden Tag einfache Yoga- und Gleichgewichtsübungen, die sind toll fürs Alter“, erzählt der Deutsche, spannt zur Demonstration seine Halsmuskeln an und lässt den Kopf kreisen.

Hut ab, denkt man sich, doch das war noch nicht alles. Auf das Fitnessprogramm folgt Morgen für Morgen die Kneipp-Dusche. Erst warm, dann kalt, von unten nach oben, bei ihm geht es nicht nur bis zum Knie, sondern als Vollguss über den ganzen Körper. „Niemals quer zur Wirbelsäule“, betont der Sport-Fan, der nach dem Abtrocknen mit rauen Handschuhen noch dreimal den ganzen Körper „entlang der Nervenmeridiane“ abwärts und aufwärts bürstet.

Christian Catterfeld läuft zurück aufs Tennisfeld. Sein nächster Schuss sitzt. Tennisfußball hält eben fit. Umso mehr, wenn noch ein paar Kniebeugen, Liegestützen, Dauerlauf, Yoga und Kneipp-Duschen dazukommen. Trotzdem, noch maximal zwei Jahre, dann sei gutgewesen mit dem Schießen übers Netz, sagt der Deutsche.

Tennisfußball in Teulada

Die Gruppe spielt dienstags und donnerstags, 10 bis 12 Uhr, auf dem Tennisplatz beim Instituto von Teulada. Neue Mitspielerinnen und -spieler willkommen. Info: Tel. 965 749 010.

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