Ein Strand mit Dünen am Meer und einem Holzrahmen in Spanien.
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Dünen der Costa Blanca: Mehr als Traumstrände - Wertvolle Natur am Meer

Urlaub und Umweltschutz

Dünen der Costa Blanca: Wertvolle Natur am Meer - Lebensraum für viele Arten

  • Stefan Wieczorek
    vonStefan Wieczorek
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Im Urlaub in Spanien beachten Touristen am Strand kaum die Dünen. Doch sie sind Lebensraum für viele Arten und kein Paradies, auf dem man unbedacht herumtrampeln kann. Dass Dünen auch sauer werden können, zeigte ein Drama in Guardamar.

Valencia – Noch herrscht Ruhe an der Costa Blanca, Costa Cálida oder Costa del Sol. Wenn aber die Touristen wieder zu Reisen nach Spanien antreten, werden sie die Traumstrände der hiesigen Mittelmeerküste wieder stürmen. Wer kann es ihnen verdenken, wenn sie nach langer Coronavirus-Auszeit voller Sehnsucht nach dem Meer nicht auf die natürliche Umgebung achten, die sie auf dem Weg zum Strand passieren? Aber Vorsicht: Vor allem die Dünen sollte man beachten. Nicht nur, weil sie eine rar gewordene Attraktion der spanischen Küsten geworden sind. Sondern auch, weil sie wertvollen Lebensraum für zarte Natur darstellen.

Costa BlancaKüstenabschnitt
ProvinzAlicante
Autonome RegionComunidad Valenciana
LandSpanien

Dünen der Costa Blanca: Mehr als Traumstrände - Wertvolle Natur am Meer

Einige fabelhafte Landschaften voller Dünen können Touristen etwa an der Küste südlich von Valencia erleben. So am Naturpark l’Albufera mit der herrlichen Lagune oder etwas weiter an den Traumstränden von Oliva. Eine sandige Pracht bieten im Süden der „besten Erde der Welt“ Alicante die Strände der Palmenstadt Elche. Hier gilt etwa der Strand von El Altet, Bezirk des Flughafens Alicante-Elche, als unberührtes Paradies der Dünen. Zwischen diesen sandigen Hügeln kann man durchaus die einen oder anderen Adams und Evas beim Herumturnen antreffen. Aber ihre Sünde besteht nicht darin, dass sie kein Feigenblatt tragen.

Sondern, dass sie die sandige Landschaft am Meer überhaupt betreten. „Das Wichtigste am Besuch der Dünen ist es, sie nicht zu besteigen“, mahnt Umweltschützer Carles Gago aus Valencia. Jeder Schritt könne fatale Zerstörungen herbeiführen. Die Hügel sollten, wie sie sind, intakt bleiben. Auch Nester könnten leicht übersehen und plattgemacht werden. „Es reicht, die Dünen von Stegen, Pfaden oder vom Strand aus zu bewundern.“ Das Begehen der Dünen überlassen wir also lieber Ökologen wie Gago, dessen Umweltverein Xaloc zuletzt bei Valencia selten gewordene Pflanzenarten anpflanzten.

Dünen der Costa Blanca: Mehr als Traumstrände - Respekt vor Bewohnern

Weiter auf unserer Route über die Dünen der Costa Blanca. Südlich von El Altet heißt der Bezirk Arenales del Sol zwar übersetzt „Sandlandschaft“, ist aber mittlerweile zur fossilen Düne aus Apartmenthäusern geworden. Die massive Bebauung der Küste sei die größte Gefahr für Flora und Fauna der Küste, verrät Umweltschützer Gago. Ansonsten seien Pflanzen und Tiere gegen Wind, Wetter und Hitze bestens ausgestattet, ja verfügten über erstaunliche Werkzeuge, um zu überleben. So verbringen Tiere heiße Tage an den Traumstränden eingegraben im Sand. Und Pflanzen bilden Wurzeln, die synchron zur Bewegung von Wanderdünen verlaufen.

„Es reicht, die Dünen von Stegen, Pfaden oder vom Strand aus zu bewundern.“

Carles Gago, Umweltschützer aus Valencia

Im Süden der Beton-Siedlung Arenales beeindruckt dagegen das Ensemble aus Dünen am Traumstrand Playa Carabassí – mit zahlreichen kurvigen Holzstegen und dem Feuchtgebiet Clot de Galvany, das Umweltfreunde zum Picknicken einlädt. Hinter Santa Pola wiederum folgen El Pinet und Guardamar, das ein wahres Dünen-Drama erlebt hat. Vor etwas über 100 Jahren wäre die Stadt, wegen Abholzung des Waldes am Meer fast versunken. Die unfassbare Geschichte bekommt man im Museum von Ingenieur Mira erzählt. Herrliche Dünen locken weiter im Süden auch in La Mata oder in Murcia am Mar Menor, und im Regionalpark Calblanque.

Dünen der Costa Blanca: Mehr als Traumstrände - Ist das die mythische Wüstenrose?

Touristen in Spanien, aufgepasst: Höchsten Respekt verdienen beim Besuch der Traumstrände und Dünen die natürlichen Bewohner des Sandes. Pflanzen wie das Kreta-Hornklee oder die Mittelmeer-Strohblume – beide dank ihres strahlenden Gelbs zu erkennen. Mit pfiffiger Form wehrt sich dagegen das Strand-Kreuzblatt gegen Winde. Sagenumwoben ist dagegen die Dünen-Trichternarzisse, die die mythische Wüstenrose von Saron sein könnte. In der Tierwelt dagegen treffen wir auf Reptilien wie den Iberischen Walzenskink, die Kreuzkröte, nistende Vögel wie den Seeregenpfeifer oder Insekten wie den Dünenkäfer.

In der aktuellen Printausgabe unserer Zeitungen Costa Blanca Nachrichten und Costa Cálida Nachrichten lesen Sie eine ausführliche Reportage über die Dünen der spanischen Mittelmeerküste.

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