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Costa Blanca von Dürre bedroht: Vorräte in Stauseen schwinden

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Von: Judith Finsterbusch

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Ein Stausee, der zum Teil ausgetrocknet ist.
Der Amadorio-Stausee in Villajoyosa ist nur zu gut einem Drittel gefüllt. Ohne Regen droht der Costa Blanca Dürre. © David Revenga

Auch die Costa Blanca ist von Dürre bedroht, die Stauseen führen wesentlich weniger Wasser als in den Vorjahren. Das könnte spätestens im Sommer problematisch werden.

Villajoyosa/Guadalest - Wann hat es eigentlich zum letzten Mal richtig geregnet im Kreis Marina Baja an der Costa Blanca? Dieses Jahr bis auf ein paar verirrte Tropfen praktisch noch gar nicht. Seit 1. September sind kaum nennenswerte Niederschlagsmengen gefallen, die meteorologische Station in Benidorm etwa verzeichnete seitdem gerade einmal 92 Milliliter.

Costa Blanca droht Dürre: „Situation ist Besorgnis erregend“

Die Provinz Alicante steuert wie weite Teile Spaniens auf eine Dürre zu, in den vergangenen zwei Jahren hat es hier so viel geregnet wie sonst in nur einem Jahr. Die Folgen: Die meisten Stauseen an der Costa Blanca sind nur zu einem Drittel ihrer Kapazität gefüllt, nur wenige kommen auf die Hälfte. Vergangenes Jahr lagen sie zur gleichen Zeit im Schnitt bei 55 Prozent, 2020 wesentlich höher bei 83 Prozent.

Jaime Berenguer, technischer Direktor des Wasserkonsortiums der Marina Baja, bezeichnete die Situation gegenüber der Zeitung „Información“ jetzt als „Besorgnis erregend“. Nur der sonst übliche Regen im Frühling könnte das Ruder jetzt noch herumreißen: „Ohne nennenswerte Niederschläge in den nächsten Monaten wird die Situation kompliziert, nicht nur in der Marina Baja, sondern in der ganzen Provinz Alicante“, so Berenguer.

Stauseen nur zu einem Drittel gefüllt - Vorstufe zur Dürre an der Costa Blanca

Der Stausee in Guadalest kommt momentan beispielsweise nur auf 41 Prozent seines Fassungsvermögens, der Amadorio in Villajoyosa auf gerade einmal 34 Prozent. Etwas besser sieht es im Beniarrés-Stausee bei Planes aus, der Wasser aus dem Río Serpis staut: Er ist mit 13,3 Kubikhektometern immerhin fast zur Hälfte gefüllt.

Wenn die Stauseen an der Costa Blanca leer sind, müssen Bevölkerung und Landwirtschaft aus den Entsalzungsanlagen für Meerwasser versorgt werden – und dann wird es teuer. „Entsalzungsanlagen sind industrielle Einrichtungen, die die Stauseen ergänzen sollen. Wegen der aktuellen Strompreise in Spanien, die doppelt oder sogar dreimal so hoch sind, würde der Wasserpreis etwa um 25 Prozent steigen“, schätzt Berenguer. Zugute kommt dem Kreis momentan, dass die Wassernachfrage wegen der Touristen, die wegen der Corona-Pandemie noch nicht wieder im normalen Umfang kommen, aktuell noch gering ist – das könnte sich aber spätestens Ostern oder im Sommer ändern, wenn der Tourismus in Spanien erwartungsgemäß wieder stark anziehen soll.

Wann kommt endlich der Regen? Prognosen für die Costa Blanca

Noch herrscht in der Marina Baja zwar kein Dürre-Alarm, seit Oktober 2021 gilt aber die Vorstufe dazu. Sollten die Regenfälle auch im Frühjahr ausbleiben, wird daran wohl kein Weg vorbei führen – dann würde zum ersten Mal seit fünf Jahren Dürre an der Costa Blanca herrschen.

Außerhalb des Kreises Marina Baja sieht es in der restlichen Provinz Alicante nicht besser aus. Aktuell vereinen alle Stauseen gemeinsam nur 90 Kubikhektometer Wasser, Platz ist für 315. Immerhin: Der März soll einen Wetterumschwung in Spanien bringen, auch an der Costa Blanca soll es in den nächsten Tagen regnen. Wasser, dass die Region und ganz Spanien dringend gebrauchen können.

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