Mehrere Kinder füttern Ziegen auf einer Wiese mit Olivenzweigen.
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Beim Einkauf auf dem Bauernhof in der Region Valencia sollen Kinder mit Tieren in Kontakt kommen.

Offene Höfe an Costa Blanca

Einkaufen auf dem Bauernhof: Deutsche stößt Projekt in Region Valencia an

  • Judith Finsterbusch
    vonJudith Finsterbusch
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Direkt auf dem Bauernhof einkaufen ist nachhaltig und kann zum Familien-Erlebnis werden: In Spanien ist das Konzept bisher jedoch recht unbekannt. Eine Deutsche will das jetzt an der Costa Blanca und in ganz Valencia ändern.

Valencia – In Deutschland ganz normal, in Spanien fast undenkbar: Mal eben beim Bauernhof vorbeifahren, abgezähltes Kleingeld in die Sparbüchse werfen und das daneben stehende Dutzend Eier mitnehmen. Schade eigentlich, hat sich Lena Edich gedacht und das Projekt CampObert gestartet. Die Deutsche pendelt seit fünf Jahren zwischen Valencia und Berlin und würde gerne eine Art Tag der offenen Bauernhöfe in der gesamten Region Valencia etablieren, um Direktverkauf beim Erzeuger anzustoßen - auch an der Costa Blanca.

Einkaufen auf dem Bauernhof: In Spanien kaum etabliert, für die Costa Blanca geplant

„Als ich nach Spanien kam, habe ich nach der Möglichkeit gesucht, direkt auf den Höfen zu kaufen, aber es gibt kaum Angebote. Und die wenigen, die ich gefunden habe, sind sehr weit draußen“, sagt Edich. So entstand die Idee, zunächst einen Tag festzulegen, an dem Landwirte quer durch die Region Valencia, von der Costa Blanca bis nach Castellón, ihre Höfe öffnen. Wobei der Begriff Landwirte weit gefasst ist: „Schön wäre, wenn Käsereien mitmachen, Weingüter, Imker, Ölmühlen, Gemüse- und Obstbauern. Auch Kunsthandwerker, die mit natürlichen Produkten arbeiten, sind willkommen“, sagt Edich. Mitmachen könnten somit zum Beispiel auch die Landwirte aus Callosa und Umgebung, die Mispeln anbauen.

Das Festival CampObert soll verbunden sein mit Workshops, die mit den eigenen Produkten zu tun haben, etwa zur Herstellung von Kompost oder zum Einkochen von Marmelade. Dazu sollen Verköstigungen kommen, hausgemachte spanische Tapas und Häppchen gereicht werden, man soll miteinander ins Gespräch kommen. „Der Tag ist auch für Familien gedacht, die Kinder könnten in Kontakt mit Tieren sein, während die Erwachsenen sich erklären lassen, wie Käse entsteht. Geplant sind Routen, sodass die Besucher mehrere Höfe in der Region Valencia an einem Tag abklappern können“, sagt Edich.

Einkaufen auf dem Bauernhof mit nachhaltigen Produkte aus der Region Valencia

Großgeschrieben wird bei dem Projekt Nachhaltigkeit. Wer mitmacht, soll sich dazu verpflichten, seine Produkte für den Direktverkauf möglichst plastikfrei zu verpacken und auf künstliche Zusätze zu verzichten. „Wir möchten vor allem kleine Betriebe erreichen, die wegen der Zwischenhändler oft Schwierigkeiten haben, ihre Produkte zu fairen Preisen an den Mann zu bringen“, meint Edich. Profitieren sollen schließlich die Landwirte an der Costa Blanca und in der ganzen Region Valencia ebenso wie die Kunden.

Momentan knüpft Edich Kontakte zu interessierten Landwirten und verschickt dazu einen Fragebogen. „Für mich als Ausländerin ist es gar nicht so einfach, an die spanischen Landwirte heranzukommen. Viele sind erst einmal skeptisch“, sagt die Deutsche. Immerhin: 20 Bauern aus der Region Valencia haben sich mittlerweile angemeldet, und Edich hat ein Team von Helfern um sich geschart, darunter auch Valencianos. Nächster Schritt soll sein, einen Verein zu gründen und eine Internetseite zu erstellen. Und wenn eine erste Veranstaltung erfolgreich ist, sollen vier im Jahr stattfinden – damit jede Saison abgedeckt ist.

Kontakt zu CampObert

campobert2021@gmail.com

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