Fischer im Hafen stapeln Kisten mit frischem Fisch aufeinander.
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Am Hafen in Villajoyosa haben die Fischer alle Hände voll zu tun.

Fischfang an der Costa Blanca

Frischer Fisch von der Costa Blanca: Villajoyosa gibt Einblick in die Fischer-Tradition

  • VonDaniela Kreck
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Fisch essen gehört für viele Touristen an der Costa Blanca im Urlaub dazu. Wie der Fisch aus dem Meer auf den Restaurant-Teller kommt, erklärt jetzt Villajoyosa mit einem Projekt im Hafen.

Villajoyosa – Nein, die Supermärkte machen genauso wenig Fisch wie Milch oder Eier. Um Touristen an der Costa Blanca zu zeigen, wo der Fisch auf ihrem Restaurant-Teller eigentlich herkommt, hat Villajoyosa das Projekt „Pesca Turismo“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, ein touristisches Erlebnis rund um die Fischerei zu bieten. Die Stadt hat für das Projekt das Tourismus-Unternehmen Ociomar ins Boot geholt, da es bereits Erfahrung mit dieser Art von Projekten in Spanien hat.

Fisch an der Costa Blanca: Fischer in Villajoyosa geben Einblick in ihren Beruf

Jetzt hat im Hafen von Villajoyosa der erste Pilotversuch für die Exkursion „Ruta Marinera“ stattgefunden, um das Projekt bekannter zu machen. Hier nahmen unter anderem Personen aus dem Stadtrat, Vertreter von Restaurants und Mitglieder aus der Fischerzunft teil. Die Veranstaltung begann mit einer Einführung in die Ursprünge der Fischerei in Villajoyosa. Brad Cunningham von der Firma Ociomar ist Spezialist auf dem Gebiet und stellte die verschiedenen Fanggeräte sowie die Hochsee- und Küstenboote vor, mit denen der Fisch vor der Costa Blanca aus dem Mittelmeer geholt wird.

Während Cunningham die unterschiedlichen Fangnetze präsentierte, durfte jeder Interessierte sie anfassen und genauer inspizieren. Eine zusätzliche Grafik ermöglichte eine bildliche Vorstellung der Netze unter Wasser. Nach der kurzen Einführung ging es weiter Richtung Fischerboote. Beeindruckend in ihrer jeweiligen Größe parken sie leicht schwankend auf See, während vereinzelt Fischer hektisch auf ihnen herumwuseln. Über 32 Boote stehen hier bereit - damit hat Villajoyosa noch eine der größeren Flotten an der Costa Blanca.

Fisch an der Costa Blanca: So hart ist die Arbeit eines Fischers

Der Geruch nach Fisch wird intensiver, als die Fischer mehrere Ladungen Garnelen, Krabben und verschiedene Fischsorten in blauen Boxen an Land hieven. Hier geht es schnell und hektisch zu, weswegen die Laufwege der Fischer nie blockiert werden dürfen. Cunningham erläutert den schwierigen Beruf eines Fischers, in Villajoyosa und überall sonst. „Sie haben kein festes Gehalt und können sich nicht einfach mal krankschreiben lassen. Auch in ihrer Freizeit arbeiten sie, indem sie die Netze reparieren“, so der Experte.

Mit einer gewissen Ehrfurcht geht es weiter zu einer großen Halle im Hafen von Villajoyosa, wo die Fisch-Auktion stattfindet. Diese ist jedoch nicht für die Öffentlichkeit gedacht, sondern richtet sich hauptsächlich an Großabnehmer von Supermärkten und Restaurants. Direkt aus dem Meer landen Fische, Garnelen und Tintenfische frisch und gekühlt auf dem Rollband Richtung Auktion. Auch hier geht es laut und hektisch zu, nachdem jeder Besucher gespannt auf die Anzeigentafeln blickt. Ein Bildschirm zeigt die nächste Fischsorte an, wobei zeitgleich jeder Bieter mit einer eigenen Fernbedienung sein Angebot abgeben kann. Dabei verschwinden die Tiere in Sekundenschnelle wieder vom Bildschirm.

An Cunninghams Worten wird deutlich, dass der Wert von lokalen Fischereien dringend mehr Anerkennung verdient hätte. Nicht zuletzt Hobbyangler machen den professionellen Fischern das Leben schwer. Familien hängen an diesem leidenschaftlichen Beruf, während der Strandtourismus die kulturellen Traditionen überschattet. Das wird nach diesem informativen Tag deutlich, der mit einer Kostprobe endet. Mit Wein oder Bier dürfen sich die Besucher mit frisch gefangenen Garnelen und Fischen einem einzigartigen Geschmackserlebnis hingeben.

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