Leergefegtes Calpe. Foto: Ángel García

Costa Blanca gewöhnt sich nur langsam an Ausgangssperre

- Stand der Infektionen/Toten in Provinz und Region Valencia - Mangel an Schutzausrüstung in Kranken...

- Stand der Infektionen/Toten in Provinz und Region Valencia - Mangel an Schutzausrüstung in Krankenhäusern - Verhaftungen und Strafen wegen Verstößen gegen Quarantäne - Trauriger Saurier in Murcia - Sozialmaßnahmen, Hotelschließungen, Kartenzahlung Alicante - mar. In den vergangen 24 Stunden starben in der Provinz Alicante sechs Personen am Coronavirus, insgesamt elf, in der Region Valencia insgesamt 22. Unter den Toten ist eine Nonne aus Novelda, ein 62-jähriger Mitarbeiter einer Maschinenfabrik in Elda, ein Lehrer aus Novelda sowie eine Mitarbeiterin der Universität Alicante. In der Region Valencia gibt es mit Stand Donnerstagmorgen 726 Infizierte (+185 in 24 Stunden), davon 293 in der Provinz Alicante (+103). 17 Patienten in der Provinz Alicante werden auf der Intensivstation behandelt, davon seien sieben in kritischem Zustand, melden die Gesundheitsbehörden. Laut "Información" sollen mittlerweile 40 Mitarbeiter des Hospital General de Alicante positiv getestet worden sein, darunter 20 Ärzte. Von dort, aber auch sus den Krankenhäusern in Elche und Orihuela wurde ein akuter Mangel an adäquater Schutzaustattung für die Mitarbeiter bekannt. Derzeit koordiniert das regionale Gesundheitsministerium in Valencia mit Unterstützung von Polizei und Militär die Belieferung mit dem Nötigsten. Notfalls auch durch Beschlagnahmungen. In mehreren Gemeinden haben chinesische Geschäftsinhaber den Behörden Schutzhandschuhe und Desinfektionsmittel gespendet. An die Notstandsmaßnahmen, vor allem die Einschränkung der Bewegungsfreiheit müssen sich die Menschen noch gewöhnen. In den vergangenen zwei Tagen wurden in der Provinz Alicante sechs Personen wegen grobe Verstößen und Widerstands gegen die Staatsgewalt verhaftet. Aus 15 Gemeinden der Provinz an der Costa Blanca werden rund 500 Vorfälle gemeldet, darunter die Schließung von nicht zur Öffnung berechtigten Geschäften und Bars. Gemüse- und Obstläden wurden verwarnt, weil sie ihre Ware auf offener Straße anboten. In La Nucía war ein Fitnessstudio darunter, das die Jalousien herbagelassen hatte, aber voller Kunden war. Diese wurden angezeigt, der Besitzer verhaftet. Als besonders undiszipliniert haben sich in den ersten Tagen der Quarantäne Orihuela Costa und Torrevieja herausgestellt, wo jeweils rund 100 Anzeigen erstattet wurden, hauptsächlich gegen ausländische Residenten, die in Autos zu zweit oder zu dritt unterwegs waren und dafür keine annehmbare Begründung geben konnten. Es wurden auch mehrere Hundebesitzer mit Geldbußen belegt, die ihren Hund als Vorwand für ausgedehnte Spaziergänge, unter anderem am Meer benutzten. In Alicante, Elche, Torrevieja, Benidorm und Orihuela übersteigt die Zahl der Anzeigen je 100, hinzu kommen: 11 in Novelda, 10 in Villajoyosa, 23 in San Vicente, 13 in El Campello, sieben in Dénia, acht in Jávea. Für landesweites Aufsehen und viel Gelächter sorgte ein Mann in Murcia, der als Saurier verkleidet seinen Müll wegbrachte. Als er dann einen Spaziergang antrat, hielt ihn die Polizei an, die anschließend auf Twitter feststellte, dass "die Verkleidung als Tyrannosaurus Rex nicht die vorgegebenen Normen erfüllt", da Haustiere nicht allein Gassi gehen dürfen. Der Saurier zog dann mit hängenden Schultern ab, 2,6 Millionen Menschen sahen das Video bereits. Rund 23.000 Familien, die in Wohnungen wohnen, die von der Region Valencia verwaltet werden, müssen für die Zeit des Alarmzustandes keine Miete bezahlen, 22.600 Kinder in Alicante, 60.000 in ganz Valencia, die sonst kostenlos Schulspeisung erhalten, bekommen Gutscheine für das Essen, 60 Euro pro Schüler für zwei Wochen. Die Gutschrift wird online auf das Handy der Eltern übermittelt und kann in Supermärkten eingelöst werden. In zwei Tagen haben 308 Hotels der Provinz Alicante eine zeitweise Freistellung von Angestellten (Erte) beantragt, davon 150 allein aus Benidorm. Betroffen von der Schließung eines der wichtigsten Wirtschaftssektoren der Costa Blanca seien zunächst mindestens 25.000 Angestellte Um 50 Prozent ging der Gebrauch von Bargeld zurück, die Tram Alicante, Stadtbusse akzeptieren kein Bargeld mehr, aus Sicherheitsgründen. Die Supermärkte bitten ebenfalls darum, möglichst mit Karte zu bezahlen, um die Interaktionen zwischen Personal und Kunden auf ein Minimum zu beschränken. Es gebe aber im Privatsektor keinerlei Anweisungen, Bargeld nicht anzunehmen.

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